Kommentar zum Thema To-Go-Becher: Zwingt mich bitte!

Monika Jäger

Letztes Jahr, da habe ich die leeren To-Go-Becher gesammelt. In einem Youtube-Clip hatte ich den Tipp entdeckt, dass man da wunderbar kleine Weihnachtsgeschenke reintun könnte – selbst gebackene Kekse, gebatikte T-Shirts oder gestrickte Socken zum Beispiel. Zwar neige ich eher nicht zum Verschenken von Kleingebäck und spinnwebartig verzierten Hemdchen, aber die eine oder andere Socke hat man mich im Herbst tatsächlich schon stricken sehen.

Wie gesagt, ich sammelte. Im Oktober schienen es mir noch ein bisschen zu wenig Umhüllungen mit Geschenk-Potenzial zu sein, darum kaufte ich nun vorsichtshalber lieber etwas mehr Dinge in Wegwerfschüsselchen. Im Dezember schaute ich mir meine Sammlung an und stellte fest: Bei den Kaffeebechern war unten ein brauner Kaffeerand in der Falz. Den bekam ich nicht raus. Auf die durchsichtigen Plastikbehälter für Obst passten deren Deckel nicht mehr drauf; beim Versuch, Ober- und Unterteil zusammenzufügen, produzierte ich nur reichlich verknickten Müll. Die Pappbecher, die sauber waren, bekam ich nicht in diese hübsche Rosettenform geschnitten, die ich auf der „Do-it-yourself“-Upcycling-Seite im Internet gesehen hatte.

Dieses Jahr sammele ich nicht. Und trotzdem kaufe ich Dinge (mit schlechtem Gewissen) in Einmalbehältern; gefühlt mehr als je zuvor: Salat, Obst, Käse, Kaffee. Mehrwegbehälter habe ich – allerdings sind die meist in der Spülmaschine oder in der Schublade. Und darum bin ich für ein Komplettverbot. Ich habe die Einsicht, aber ich bin zu bequem. Darum: Zwingt mich, bitte. Her mit dem Gesetz.

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Kommentar zum Thema To-Go-Becher: Zwingt mich bitte!Monika JägerLetztes Jahr, da habe ich die leeren To-Go-Becher gesammelt. In einem Youtube-Clip hatte ich den Tipp entdeckt, dass man da wunderbar kleine Weihnachtsgeschenke reintun könnte – selbst gebackene Kekse, gebatikte T-Shirts oder gestrickte Socken zum Beispiel. Zwar neige ich eher nicht zum Verschenken von Kleingebäck und spinnwebartig verzierten Hemdchen, aber die eine oder andere Socke hat man mich im Herbst tatsächlich schon stricken sehen. Wie gesagt, ich sammelte. Im Oktober schienen es mir noch ein bisschen zu wenig Umhüllungen mit Geschenk-Potenzial zu sein, darum kaufte ich nun vorsichtshalber lieber etwas mehr Dinge in Wegwerfschüsselchen. Im Dezember schaute ich mir meine Sammlung an und stellte fest: Bei den Kaffeebechern war unten ein brauner Kaffeerand in der Falz. Den bekam ich nicht raus. Auf die durchsichtigen Plastikbehälter für Obst passten deren Deckel nicht mehr drauf; beim Versuch, Ober- und Unterteil zusammenzufügen, produzierte ich nur reichlich verknickten Müll. Die Pappbecher, die sauber waren, bekam ich nicht in diese hübsche Rosettenform geschnitten, die ich auf der „Do-it-yourself“-Upcycling-Seite im Internet gesehen hatte. Dieses Jahr sammele ich nicht. Und trotzdem kaufe ich Dinge (mit schlechtem Gewissen) in Einmalbehältern; gefühlt mehr als je zuvor: Salat, Obst, Käse, Kaffee. Mehrwegbehälter habe ich – allerdings sind die meist in der Spülmaschine oder in der Schublade. Und darum bin ich für ein Komplettverbot. Ich habe die Einsicht, aber ich bin zu bequem. Darum: Zwingt mich, bitte. Her mit dem Gesetz.