Meine Woche: Der wilde Müller - einem Phantom auf der Spur

Anja Peper

Anja Peper - © Alex Lehn
Anja Peper (© Alex Lehn)

Also, ich hab' da einen Kollegen. Dem steigt die Wärme im Büro leicht zu Kopf. Besagter Kollege hat letzte Woche einen verwegenen Text über einen „wilden Müller“ geschrieben. Eigentlich eine gute Idee, werden Sie sagen. Solche Themen werden gerne gelesen. Was uns besonders neugierig macht: Wer ist dieser wilde Müller??!

These Nr. 1: Womöglich geht es um das schwarze Schaf der Familie Müller. Also derjenige Sohn, der ständig aus der Reihe tanzt. Ein Exzentriker. „Der wilde Müller hat schon wieder sein Motorrad geschrottet“, könnte so eine Information über ihn sein. Ist aber Quatsch.

These Nr. 2: Es geht überhaupt nicht um den häufigsten Familiennamen des deutschen Sprachraumes, sondern um den selteneren Handwerksberuf. Dann wäre ein wilder Müller also jemand, der bei der Herstellung von Mehl, Gewürzen oder Futtermitteln irgendwie kreativ wird. Aber: Ein wilder Müller in der Produktion würde vermutlich bald auffliegen. Die Überwachung bei Lebensmitteln ist ziemlich streng.

Also auch Quatsch. Worüber besagter Kollege wirklich berichtet hat, waren Fahrradboxen am Bahnhof Porta. Die letzten Sätze lauteten: „Direkt am Zugang zum Bahnsteig fallen einige Schrotträder auf, denen Sättel, Lampen oder Räder fehlen. Diese seien als ,wilder Müller' einzuordnen, so das Ordnungsamt.“ Ergo: Nur ein profaner Tippfehler.

Notiz an mich: Heute Ventilator fürs Büro besorgen.

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Meine Woche: Der wilde Müller - einem Phantom auf der SpurAnja PeperAlso, ich hab' da einen Kollegen. Dem steigt die Wärme im Büro leicht zu Kopf. Besagter Kollege hat letzte Woche einen verwegenen Text über einen „wilden Müller“ geschrieben. Eigentlich eine gute Idee, werden Sie sagen. Solche Themen werden gerne gelesen. Was uns besonders neugierig macht: Wer ist dieser wilde Müller??! These Nr. 1: Womöglich geht es um das schwarze Schaf der Familie Müller. Also derjenige Sohn, der ständig aus der Reihe tanzt. Ein Exzentriker. „Der wilde Müller hat schon wieder sein Motorrad geschrottet“, könnte so eine Information über ihn sein. Ist aber Quatsch. These Nr. 2: Es geht überhaupt nicht um den häufigsten Familiennamen des deutschen Sprachraumes, sondern um den selteneren Handwerksberuf. Dann wäre ein wilder Müller also jemand, der bei der Herstellung von Mehl, Gewürzen oder Futtermitteln irgendwie kreativ wird. Aber: Ein wilder Müller in der Produktion würde vermutlich bald auffliegen. Die Überwachung bei Lebensmitteln ist ziemlich streng. Also auch Quatsch. Worüber besagter Kollege wirklich berichtet hat, waren Fahrradboxen am Bahnhof Porta. Die letzten Sätze lauteten: „Direkt am Zugang zum Bahnsteig fallen einige Schrotträder auf, denen Sättel, Lampen oder Räder fehlen. Diese seien als ,wilder Müller' einzuordnen, so das Ordnungsamt.“ Ergo: Nur ein profaner Tippfehler. Notiz an mich: Heute Ventilator fürs Büro besorgen.