Minden

Ekel-Attacke in Mindener Moschee: Koran geschändet

Stefan Koch

Die Mindener Ditib-Moschee wurde mit Exkrementen beschmiert, auch Koranseiten wurden aus dem für Muslime heiligen Buch herausgerissen und verunreinigt. Symbolfoto: dpa-Archiv - © Arshad Arbab
Die Mindener Ditib-Moschee wurde mit Exkrementen beschmiert, auch Koranseiten wurden aus dem für Muslime heiligen Buch herausgerissen und verunreinigt. Symbolfoto: dpa-Archiv (© Arshad Arbab)

Minden (mt). Unbekannte haben in der Mindener Ditib-Moschee an der Kaiserstraße in einem Gebetsraum Exkremente hinterlassen und ein Koran-Buch zerstört. Am vergangenen Dienstag, gegen 12 Uhr, fiel Gemeindemitgliedern der Haufen herausgerissener Seiten zwischen den Fäkalien auf. Es gibt keine Zeugen der Tat. Niemand hat zuvor verdächtige Personen bemerkt. Noch am gleichen Tag erstattete die türkisch-islamische Gemeinde bei der Mindener Polizei Anzeige. Seitdem ermittelt der Staatsschutz in Bielefeld.

Wie die Pressestelle der Bielefelder Polizei mitteilt, hätten nach bisherigen Erkenntnissen der oder die Täter ungehindert Zugang zu der Moschee gehabt, da die Räume tagsüber nicht verschlossen seien. Einen Tatverdächtigen gebe es derzeit nicht. Es werde in alle Richtungen ermittelt.

Zurzeit ist die Moschee verschlossen. „Wir werden vorerst nur zu bestimmten Zeiten öffnen“, erklärt Cuma Yücel, Mitglied im Vorstand der Ditib Türkisch-Islamischen Gemeinde zu Minden. Er bedauert, dass durch die Straftat das Konzept eines offenen Gotteshauses, das jeder tagsüber betreten könne, beeinträchtigt worden sei.

Der Vorfall in Minden hat auch in türkischen Medien zu einem Echo geführt. Sebahattin Cigdem, Vorsitzender der türkisch-islamischen Gemeinde Minden, forderte die Festnahme der unbekannten Täter. Medien berichteten zudem davon, dass in den vergangenen zehn Tagen in Deutschland sechs Angriffe auf Ditib-Moscheen und eine auf eine arabische Moschee stattgefunden habe. Erst am 22. Januar vergangenen Jahres war das Gotteshaus in Minden im Nachgang einer kurdischen Kundgebung Ziel von Straftätern. Sie warfen Scheiben ein beschmierten die Wände mit politischen Parolen.

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MindenEkel-Attacke in Mindener Moschee: Koran geschändetStefan KochMinden (mt). Unbekannte haben in der Mindener Ditib-Moschee an der Kaiserstraße in einem Gebetsraum Exkremente hinterlassen und ein Koran-Buch zerstört. Am vergangenen Dienstag, gegen 12 Uhr, fiel Gemeindemitgliedern der Haufen herausgerissener Seiten zwischen den Fäkalien auf. Es gibt keine Zeugen der Tat. Niemand hat zuvor verdächtige Personen bemerkt. Noch am gleichen Tag erstattete die türkisch-islamische Gemeinde bei der Mindener Polizei Anzeige. Seitdem ermittelt der Staatsschutz in Bielefeld. Wie die Pressestelle der Bielefelder Polizei mitteilt, hätten nach bisherigen Erkenntnissen der oder die Täter ungehindert Zugang zu der Moschee gehabt, da die Räume tagsüber nicht verschlossen seien. Einen Tatverdächtigen gebe es derzeit nicht. Es werde in alle Richtungen ermittelt. Zurzeit ist die Moschee verschlossen. „Wir werden vorerst nur zu bestimmten Zeiten öffnen“, erklärt Cuma Yücel, Mitglied im Vorstand der Ditib Türkisch-Islamischen Gemeinde zu Minden. Er bedauert, dass durch die Straftat das Konzept eines offenen Gotteshauses, das jeder tagsüber betreten könne, beeinträchtigt worden sei. Der Vorfall in Minden hat auch in türkischen Medien zu einem Echo geführt. Sebahattin Cigdem, Vorsitzender der türkisch-islamischen Gemeinde Minden, forderte die Festnahme der unbekannten Täter. Medien berichteten zudem davon, dass in den vergangenen zehn Tagen in Deutschland sechs Angriffe auf Ditib-Moscheen und eine auf eine arabische Moschee stattgefunden habe. Erst am 22. Januar vergangenen Jahres war das Gotteshaus in Minden im Nachgang einer kurdischen Kundgebung Ziel von Straftätern. Sie warfen Scheiben ein beschmierten die Wände mit politischen Parolen.