Minden

Die von vielen verteufelte Verkehrsbirne gilt offiziell als Unfallschwerpunkt

Thomas Lieske

Minden (mt). Es ist 12.24 Uhr am Sonntag, als es zum mittlerweile fünften Mal an diesem Wochenende in der Verkehrsbirne in Minden kracht. Wieder muss die Polizei ausrücken. Zwar bleibt es bei Blechschaden. Doch die Häufung der Unfälle an nur einem Wochenende an gleicher Stelle lässt aufhorchen. Ist die Birne ein Unfallschwerpunkt? Wie tückisch ist die Verkehrsführung wirklich? Und wie versuchen Stadt und Polizei, die Verkehrssituation in der Birne zu entspannen. Kaum ein anderer Verkehrsknotenpunkt sorgt für so viele Diskussionen wie die Birne – viele verteufeln sie sogar. Das MT hat sich auf die Suche nach Antworten begeben.

Polizei beobachtet verschärft

Aus der Luft ist zu sehen, wie viele Straßen in der Birne zusammengeführt werden. Die Ecke Portastraße/Ringstraße gilt als Unfallhäufungspunkt. MT- - © Foto: Alex Lehn
Aus der Luft ist zu sehen, wie viele Straßen in der Birne zusammengeführt werden. Die Ecke Portastraße/Ringstraße gilt als Unfallhäufungspunkt. MT- (© Foto: Alex Lehn)

Tatsächlich: „Für das Jahr 2018 wurde der Kreuzungsbereich Portastraße/Ringstraße als Unfallhäufungspunkt festgestellt“, erklärt Nils Schröder von der Polizei Minden auf MT-Anfrage. Allein an dieser Kreuzung kam es im vergangenen Jahr zu insgesamt acht Unfällen, „sodass die Kriterien einer Unfallhäufungsstelle erfüllt waren“. Das ist der Fall, wenn innerorts auf einer Kreuzung auf einem Abschnitt von 50 Metern mindestens drei Unfälle gleichen Typs innerhalb eines Jahres passieren. Mit acht Unfällen waren es an dieser Kreuzung fast dreimal so viele.

Aus drei Spuren wird vor der Einmündung aus Richtung Weserauentunnel plötzlich eine Spur. Danach werden es wieder drei. - © Foto: Michelle Koch
Aus drei Spuren wird vor der Einmündung aus Richtung Weserauentunnel plötzlich eine Spur. Danach werden es wieder drei. (© Foto: Michelle Koch)

Genau an dieser Stelle kam es auch zu dem Unfall, der die Unfallserie am Wochenende nach sich zog (MT berichtete). Weil es in der Birne immer wieder zu Zusammenstößen kommt, überwache die Polizei diesen Verkehrsbereich „besonders intensiv“, betont Schröder. Was die Polizisten bei Kontrollen genau im Blick haben, darauf will er auf Nachfrage aber nicht näher eingehen. Nur so viel: „Wir überwachen den fließenden Verkehr und greifen bei Verstößen ein. Dort kann es zu einer ganzen Reihe von Verstößen kommen“, sagt Schröder. Der Rotlichtverstoß liegt nahe.

Unfallzahlen sind gestiegen

Das Rotlicht ist größer geworden. - © Foto: Michelle Koch
Das Rotlicht ist größer geworden. (© Foto: Michelle Koch)

27 Unfälle zählte die Polizei bis zum 30. Juni dieses Jahres. Dazu kommen bereits jetzt mindestens die fünf Unfälle vom Wochenende. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt 58 Unfälle, 2017 krachte es 53-mal im gesamten Bereich der Birne. Und 2016 musste die Polizei 51 Unfälle an dieser Stelle aufnehmen. Die Unfallzahlen sind seit 2016 also gestiegen. Auch dieses Jahr könnten sie nach erster Hochrechnung über dem Vorjahreswert liegen.

Gefährliche Spurwechsel: Hinter der Einmündung aus Richtung Weserauentunnel wird's oft eng.
Gefährliche Spurwechsel: Hinter der Einmündung aus Richtung Weserauentunnel wird's oft eng.

Warum es am Wochenende zu einer solchen Unfallhäufung kam, steht zwar fest: Die Ampel war ausgefallen und setzte damit die bequeme Vorfahrtsregelung per Lichtzeichen außer Kraft. Doch Nils Schröder betont: „Vor Ort gibt es eine eindeutige Verkehrsregelung durch Beschilderung.“ Die Schilder, die an Ampelanlagen installiert sind, gelten, wenn die Ampel ausfällt. Zusätzlich habe die Stadt Minden mit weiteren Verkehrsschildern auf den Gefahrenpunkt hingewiesen. Und die Ampel hat an den Straßen, die nicht vorfahrtsberechtigt sind, gelb geblinkt.

Ampel: Zu kurze Umschaltzeiten?

Die Sichtschutzwand soll den Verkehr aus der Lübbecker Straße ausbremsen. Fotos: Michelle Koch
Die Sichtschutzwand soll den Verkehr aus der Lübbecker Straße ausbremsen. Fotos: Michelle Koch

Die Erleichterung kam am Montagvormittag: Da ging die Ampel nämlich laut Katharina Heß von der Pressestelle der Stadt Minden wieder in Betrieb. Allerdings blieb der Fußgängerüberweg mit der kaputten Ampel zwischen Ring- und Portastraße bis Dienstagnachmittag gesperrt. Währenddessen entwickelte sich in den sozialen Netzwerken eine rege Diskussion um das Konstrukt Verkehrsbirne. Es gebe ständig gefährliche Spurwechsel. Die Umschaltzeiten zwischen Rot an der einen Straße und Grün an der anderen Straße seien zu kurz, bemängelten viele. Da sei es kein Wunder, dass es häufiger zu Unfällen komme.

Dem widerspricht die Stadt: Die sogenannten Zwischenzeiten zwischen Rot und Grün entsprächen an der Birne einer gesetzlichen Vorgabe für Ampeln. An der Unfallhäufungsstelle der Birne sind es nach MT-Beobachtungen rund sieben Sekunden – was laut Richtlinie in Ordnung wäre. Diese Zwischenzeiten werden über die zulässige Höchstgeschwindigkeit an der Kreuzung und der Länge der Kreuzung errechnet. Aus Sicht der Stadt, betont Hess, seien nicht die Ampelphasen das Problem, sondern „häufige Rotlichtverstöße“. Zudem beobachte man, dass „Verkehrsteilnehmer bei Gelblicht beschleunigen, obwohl sie bremsen könnten und dann auch müssten“.

An vielen Stellen eingegriffen

Fehlverhalten der Autofahrer also? Die Unfallkommission, die neben der Stadt auch aus Vertretern von Polizei, Kreis, Bezirksregierung und Landesbetrieb Straßen NRW besteht, hat trotzdem seit Eröffnung der Birne im Jahr 1995 verschiedene Vorschläge gemacht, um die Situation für den fließenden Verkehr zu entspannen.

Zusätzliche Spur zwischen Portastraße und Ausfahrt Richtung Weserauentunnel: Der überörtliche Verkehr soll aus dem Innenteil der Birne herausgehalten werden.

Schutzzaun: Wer aus der Lübbecker Straße in die Birne einfährt, muss sich vorsichtig herantasten. Ein Sichtschutzzaun verhindert die uneingeschränkte Sicht auf die Birne. Dadurch erhoffen sich Verkehrsplaner einen bremsenden Effekt. Nicht wenige kritisieren diesen Sichtschutz allerdings.

Leitelemente auf der Straße: Damit sollen unzulässige Spurwechsel unterbunden werden.

Größere Lichter: Von der Portastraße in Richtung Lübbecke folgen zwei Ampeln in einem Abstand von nur 60 Metern. Weil es laut Stadt mehrfach zu Unfällen durch Rotlichtverstöße kam, hat man die roten Lichter der vorderen Ampel vergrößert. So wolle man verhindern, dass Autofahrer nur die hintere Ampel wahrnehmen. Weitere Maßnahmen der Stadt seien derzeit nicht geplant, betont Katharina Heß.

Dafür plant Straßen NRW für kommendes Jahr laut Sprecher Sven Johanning einen größeren Eingriff: Die Fahrbahndecke soll erneuert werden. „Nach unserem Wissensstand sind einige Unfälle bei Nässe passiert“, erklärt Johanning. Die neue Fahrbahn soll mehr Grip bieten.

Viele fordern einen Umbau der Birne

Seit 1995 gab es also diverse Eingriffe in die Verkehrsführung. Die Unfallzahlen steigen trotzdem. Nach MT-Berichten äußerten Leser immer wieder ihren Unmut. Einige fordern, einen einfachen Kreisel ohne Ampeln herzustellen. Andere sprechen gar davon, die Birne wieder zurückzubauen. So mancher sehnt sich offenbar nach den alten Verkehrsströmen an dieser Stelle zurück. Vor 1995 floss der Verkehr nämlich komplett über die Portastraße durch Barkhausen oder über die Lübbecker Straße Richtung Lübbecke. Als die Spur zum Weserauentunnel dazukam, musste ein neues Konzept her. Und das wird immer wieder kritisiert. Viele haben eigene Ideen, um diesen Bereich umzugestalten.

Das MT hat die Stadt mit diesen Ideen konfrontiert. Die Antwort ist klar: Ein Rückbau zu einer Kreuzung oder ein Umbau zu einem richtigen Kreisverkehr würde „einen hohen Planungsaufwand, Kostenaufwand und vermutlich auch ein Planfeststellungsverfahren mit sich führen“, erklärt Heß. Die bisherigen Änderungen seien unter der Bedingung erfolgt, dass die Birne, die unter der Federführung von Straßen NRW gebaut wurde, „grundsätzlich erhalten bleibt“. Das unterstreicht auch Johanning: „Wir gehen davon aus, dass das Verkehrskonzept aus den 90ern dauerhaft tragbar ist.“ Stadt und Landesbetrieb rechnen damit, dass ein Ausbau der B 65, der Südumgehung, für Entlastung sorgen könnte. Doch der Ausbau gestaltet sich schwierig. Derzeit entstehe ein Gutachten, das zeigen soll. wie groß die Entlastung voraussichtlich werden könnte. Bisher passieren täglich allein rund 30.300 Fahrzeuge die Einfahrt aus Richtung Weserauentunnel und die Ausfahrt zum Tunnel, weiß Johanning, der die Birne "in ihrer Art und Weise einmalig" bezeichnet. 2020 ist die nächste Zählung. Die wird wohl höher ausfallen. Und dann werden Kritiker sicher wieder fragen, ob die Birne jemals für solche Ströme geeignet sein wird.

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MindenDie von vielen verteufelte Verkehrsbirne gilt offiziell als UnfallschwerpunktThomas LieskeMinden (mt). Es ist 12.24 Uhr am Sonntag, als es zum mittlerweile fünften Mal an diesem Wochenende in der Verkehrsbirne in Minden kracht. Wieder muss die Polizei ausrücken. Zwar bleibt es bei Blechschaden. Doch die Häufung der Unfälle an nur einem Wochenende an gleicher Stelle lässt aufhorchen. Ist die Birne ein Unfallschwerpunkt? Wie tückisch ist die Verkehrsführung wirklich? Und wie versuchen Stadt und Polizei, die Verkehrssituation in der Birne zu entspannen. Kaum ein anderer Verkehrsknotenpunkt sorgt für so viele Diskussionen wie die Birne – viele verteufeln sie sogar. Das MT hat sich auf die Suche nach Antworten begeben. Polizei beobachtet verschärft Tatsächlich: „Für das Jahr 2018 wurde der Kreuzungsbereich Portastraße/Ringstraße als Unfallhäufungspunkt festgestellt“, erklärt Nils Schröder von der Polizei Minden auf MT-Anfrage. Allein an dieser Kreuzung kam es im vergangenen Jahr zu insgesamt acht Unfällen, „sodass die Kriterien einer Unfallhäufungsstelle erfüllt waren“. Das ist der Fall, wenn innerorts auf einer Kreuzung auf einem Abschnitt von 50 Metern mindestens drei Unfälle gleichen Typs innerhalb eines Jahres passieren. Mit acht Unfällen waren es an dieser Kreuzung fast dreimal so viele. Genau an dieser Stelle kam es auch zu dem Unfall, der die Unfallserie am Wochenende nach sich zog (MT berichtete). Weil es in der Birne immer wieder zu Zusammenstößen kommt, überwache die Polizei diesen Verkehrsbereich „besonders intensiv“, betont Schröder. Was die Polizisten bei Kontrollen genau im Blick haben, darauf will er auf Nachfrage aber nicht näher eingehen. Nur so viel: „Wir überwachen den fließenden Verkehr und greifen bei Verstößen ein. Dort kann es zu einer ganzen Reihe von Verstößen kommen“, sagt Schröder. Der Rotlichtverstoß liegt nahe. Unfallzahlen sind gestiegen 27 Unfälle zählte die Polizei bis zum 30. Juni dieses Jahres. Dazu kommen bereits jetzt mindestens die fünf Unfälle vom Wochenende. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt 58 Unfälle, 2017 krachte es 53-mal im gesamten Bereich der Birne. Und 2016 musste die Polizei 51 Unfälle an dieser Stelle aufnehmen. Die Unfallzahlen sind seit 2016 also gestiegen. Auch dieses Jahr könnten sie nach erster Hochrechnung über dem Vorjahreswert liegen. Warum es am Wochenende zu einer solchen Unfallhäufung kam, steht zwar fest: Die Ampel war ausgefallen und setzte damit die bequeme Vorfahrtsregelung per Lichtzeichen außer Kraft. Doch Nils Schröder betont: „Vor Ort gibt es eine eindeutige Verkehrsregelung durch Beschilderung.“ Die Schilder, die an Ampelanlagen installiert sind, gelten, wenn die Ampel ausfällt. Zusätzlich habe die Stadt Minden mit weiteren Verkehrsschildern auf den Gefahrenpunkt hingewiesen. Und die Ampel hat an den Straßen, die nicht vorfahrtsberechtigt sind, gelb geblinkt. Ampel: Zu kurze Umschaltzeiten? Die Erleichterung kam am Montagvormittag: Da ging die Ampel nämlich laut Katharina Heß von der Pressestelle der Stadt Minden wieder in Betrieb. Allerdings blieb der Fußgängerüberweg mit der kaputten Ampel zwischen Ring- und Portastraße bis Dienstagnachmittag gesperrt. Währenddessen entwickelte sich in den sozialen Netzwerken eine rege Diskussion um das Konstrukt Verkehrsbirne. Es gebe ständig gefährliche Spurwechsel. Die Umschaltzeiten zwischen Rot an der einen Straße und Grün an der anderen Straße seien zu kurz, bemängelten viele. Da sei es kein Wunder, dass es häufiger zu Unfällen komme. Dem widerspricht die Stadt: Die sogenannten Zwischenzeiten zwischen Rot und Grün entsprächen an der Birne einer gesetzlichen Vorgabe für Ampeln. An der Unfallhäufungsstelle der Birne sind es nach MT-Beobachtungen rund sieben Sekunden – was laut Richtlinie in Ordnung wäre. Diese Zwischenzeiten werden über die zulässige Höchstgeschwindigkeit an der Kreuzung und der Länge der Kreuzung errechnet. Aus Sicht der Stadt, betont Hess, seien nicht die Ampelphasen das Problem, sondern „häufige Rotlichtverstöße“. Zudem beobachte man, dass „Verkehrsteilnehmer bei Gelblicht beschleunigen, obwohl sie bremsen könnten und dann auch müssten“. An vielen Stellen eingegriffen Fehlverhalten der Autofahrer also? Die Unfallkommission, die neben der Stadt auch aus Vertretern von Polizei, Kreis, Bezirksregierung und Landesbetrieb Straßen NRW besteht, hat trotzdem seit Eröffnung der Birne im Jahr 1995 verschiedene Vorschläge gemacht, um die Situation für den fließenden Verkehr zu entspannen. Zusätzliche Spur zwischen Portastraße und Ausfahrt Richtung Weserauentunnel: Der überörtliche Verkehr soll aus dem Innenteil der Birne herausgehalten werden. Schutzzaun: Wer aus der Lübbecker Straße in die Birne einfährt, muss sich vorsichtig herantasten. Ein Sichtschutzzaun verhindert die uneingeschränkte Sicht auf die Birne. Dadurch erhoffen sich Verkehrsplaner einen bremsenden Effekt. Nicht wenige kritisieren diesen Sichtschutz allerdings. Leitelemente auf der Straße: Damit sollen unzulässige Spurwechsel unterbunden werden. Größere Lichter: Von der Portastraße in Richtung Lübbecke folgen zwei Ampeln in einem Abstand von nur 60 Metern. Weil es laut Stadt mehrfach zu Unfällen durch Rotlichtverstöße kam, hat man die roten Lichter der vorderen Ampel vergrößert. So wolle man verhindern, dass Autofahrer nur die hintere Ampel wahrnehmen. Weitere Maßnahmen der Stadt seien derzeit nicht geplant, betont Katharina Heß. Dafür plant Straßen NRW für kommendes Jahr laut Sprecher Sven Johanning einen größeren Eingriff: Die Fahrbahndecke soll erneuert werden. „Nach unserem Wissensstand sind einige Unfälle bei Nässe passiert“, erklärt Johanning. Die neue Fahrbahn soll mehr Grip bieten. Viele fordern einen Umbau der Birne Seit 1995 gab es also diverse Eingriffe in die Verkehrsführung. Die Unfallzahlen steigen trotzdem. Nach MT-Berichten äußerten Leser immer wieder ihren Unmut. Einige fordern, einen einfachen Kreisel ohne Ampeln herzustellen. Andere sprechen gar davon, die Birne wieder zurückzubauen. So mancher sehnt sich offenbar nach den alten Verkehrsströmen an dieser Stelle zurück. Vor 1995 floss der Verkehr nämlich komplett über die Portastraße durch Barkhausen oder über die Lübbecker Straße Richtung Lübbecke. Als die Spur zum Weserauentunnel dazukam, musste ein neues Konzept her. Und das wird immer wieder kritisiert. Viele haben eigene Ideen, um diesen Bereich umzugestalten. Das MT hat die Stadt mit diesen Ideen konfrontiert. Die Antwort ist klar: Ein Rückbau zu einer Kreuzung oder ein Umbau zu einem richtigen Kreisverkehr würde „einen hohen Planungsaufwand, Kostenaufwand und vermutlich auch ein Planfeststellungsverfahren mit sich führen“, erklärt Heß. Die bisherigen Änderungen seien unter der Bedingung erfolgt, dass die Birne, die unter der Federführung von Straßen NRW gebaut wurde, „grundsätzlich erhalten bleibt“. Das unterstreicht auch Johanning: „Wir gehen davon aus, dass das Verkehrskonzept aus den 90ern dauerhaft tragbar ist.“ Stadt und Landesbetrieb rechnen damit, dass ein Ausbau der B 65, der Südumgehung, für Entlastung sorgen könnte. Doch der Ausbau gestaltet sich schwierig. Derzeit entstehe ein Gutachten, das zeigen soll. wie groß die Entlastung voraussichtlich werden könnte. Bisher passieren täglich allein rund 30.300 Fahrzeuge die Einfahrt aus Richtung Weserauentunnel und die Ausfahrt zum Tunnel, weiß Johanning, der die Birne "in ihrer Art und Weise einmalig" bezeichnet. 2020 ist die nächste Zählung. Die wird wohl höher ausfallen. Und dann werden Kritiker sicher wieder fragen, ob die Birne jemals für solche Ströme geeignet sein wird.