Minden

Auf der Gourmetmeile schmeckts auch bei Regen

Kerstin Rickert

Wer die Mindener Gourmetmeile besucht, macht das nicht nur wegen der Leckereien, sondern auch wegen der besonderen Atmosphäre. Ein Platz unter dem Zeltdach diesmal hilfreich sein. Foto: Kerstin Rickert - © Kerstin Rickert
Wer die Mindener Gourmetmeile besucht, macht das nicht nur wegen der Leckereien, sondern auch wegen der besonderen Atmosphäre. Ein Platz unter dem Zeltdach diesmal hilfreich sein. Foto: Kerstin Rickert (© Kerstin Rickert)

Minden (kr). Dauerregen am Freitag, trockenes Wetter immerhin, aber kein lauer Sommerabend am Samstag – die Gourmetmeile hatte schon bessere Bedingungen als in diesem Jahr. Zumindest am Samstagabend bot die Zeltstadt auf dem Simeonsplatz dennoch das gewohnte Bild: lange Schlangen an den gastronomischen Ständen, kaum freie Sitzplätze und gute Stimmung bei den Besuchern. Der Freitag dürfte hinter den Erwartungen des Veranstalters Minden Marketing und seiner Kooperationspartner allerdings weit zurückgeblieben sein.

„Irgendwie passt das Wetter zum Motto Heimat", meint ein Besucher. „Ist doch typisch für Minden. Wenn`s drauf ankommt, regnet es. Auf das Wetter ist hier eben kein Verlass." Der heftige Regen habe seine Pläne durcheinandergebracht, erzählt der Mann am späten Freitagabend, als es endlich trocken ist. „Ich wollte eigentlich schon viel früher hier sein, aber es war mir eindeutig zu nass. Ich bin mit Freunden verabredet, sonst wäre ich gar nicht gekommen", sagt er. Bei dem Wetter mache es nicht ganz so viel Spaß.

Mindener Gourmetmeile 2019

Viele sind offenbar gleich ganz zu Hause geblieben. So voll wie sonst ist es bei Weitem nicht. Eine junge Frau, die es sich zusammen mit ein paar Freundinnen unter dem großen Schirm in der Mitte des Platzes gemütlich gemacht hat, findet gerade das angenehm. „Das Wetter könnte natürlich besser sein", sagt sie, „aber so muss man wenigstens nicht lange anstehen und kann in Ruhe essen."

Alle Gerichte der Mindener Gourmetmeile 2019

Wer am Samstagabend in diesen Genuss möchte, muss früh da sein. Nachdem sich gegen 18 Uhr sogar die Sonne zeigt, strömen die Menschen in Scharen auf den Simeonsplatz. „Wir drehen immer zuerst eine Runde von Stand zu Stand und suchen uns dann aus, worauf wir Lust haben", erzählt ein Mindener, der mit seiner Frau die Speisekarte am Stand von Balkes Morhoff studiert und nach eigenen Angaben bisher kaum eine Gourmetmeile ausgelassen hat. „Der Begriff Heimat ist natürlich sehr weit gefasst. Und manches Gericht wie den Fisch im Backteig kenne ich schon vom letzten Jahr, nur der Name ist diesmal anders." Etwas Kritik übt der 58-Jährige an der Preisentwicklung. „Früher bekam man viele Gerichte für fünf Euro und konnte hier und da etwas probieren. Heute zahle ich für ein Hauptgericht zwischen acht und elf Euro, aber satt werde ich davon nicht." Es sei vor allem die „unnachahmliche Atmosphäre", die ihn veranlasse, jedes Jahr wiederzukommen.

Die ist auch für einen älteren Herrn, der bei Bauerngut gerade noch einen Stehplatz ergattert hat, das Hauptargument für die Gourmetmeile. „Hier trifft man einfach alle und jeden", sagt er. Mit dem Gericht, das er sich ausgesucht hat – Rumpsteak mit frittierten Zwiebeln an Zwiebel-Chutney mit Baguette und Kräuterbutter für zehn Euro – ist er zufrieden. „Sagen wir mal so: es schmeckt. Aber wenn ich ein richtig gutes Steak essen will, gehe ich woanders hin. So im Stehen im Gedrängel hält sich der Genuss in Grenzen."

Freunde und Bekannte treffen, mit diesem und jenem quatschen, ein Glas Wein oder Bier miteinander trinken und Spaß haben: Das steht für viele Besucher der Gourmetmeile im Vordergrund. „Die Getränkepreise sind echt fair", findet eine junge Frau, die am Wez-Stand Kolleginnen getroffen hat und dort hängen geblieben ist. „Eine Flasche Wein bekommt man schon für zwölf Euro, und das ist nicht irgendein Fusel, sondern der ist richtig gut." Auch die Preise fürs Essen findet sie „völlig in Ordnung, wenn man bedenkt, dass der Aufwand für die Gastronomen doch schon recht hoch ist". Das Wetter sei, wie sich in diesem Jahr gezeigt habe, ein Risiko, und das Personal wolle schließlich in jedem Fall bezahlt werden. „Ich glaube, der Freitag ist insgesamt nicht gut gelaufen, aber ich hoffe für alle hier, dass der Samstag das rausgerissen hat. Wir haben jedenfalls viel Spaß, die Musik ist toll und die Stimmung prima", sagt die 28-Jährige. „Ich freue mich jetzt schon aufs nächste Jahr, und dann ist bestimmt auch wieder richtig Sommer."

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MindenAuf der Gourmetmeile schmeckts auch bei RegenKerstin RickertMinden (kr). Dauerregen am Freitag, trockenes Wetter immerhin, aber kein lauer Sommerabend am Samstag – die Gourmetmeile hatte schon bessere Bedingungen als in diesem Jahr. Zumindest am Samstagabend bot die Zeltstadt auf dem Simeonsplatz dennoch das gewohnte Bild: lange Schlangen an den gastronomischen Ständen, kaum freie Sitzplätze und gute Stimmung bei den Besuchern. Der Freitag dürfte hinter den Erwartungen des Veranstalters Minden Marketing und seiner Kooperationspartner allerdings weit zurückgeblieben sein. „Irgendwie passt das Wetter zum Motto Heimat", meint ein Besucher. „Ist doch typisch für Minden. Wenn`s drauf ankommt, regnet es. Auf das Wetter ist hier eben kein Verlass." Der heftige Regen habe seine Pläne durcheinandergebracht, erzählt der Mann am späten Freitagabend, als es endlich trocken ist. „Ich wollte eigentlich schon viel früher hier sein, aber es war mir eindeutig zu nass. Ich bin mit Freunden verabredet, sonst wäre ich gar nicht gekommen", sagt er. Bei dem Wetter mache es nicht ganz so viel Spaß. Viele sind offenbar gleich ganz zu Hause geblieben. So voll wie sonst ist es bei Weitem nicht. Eine junge Frau, die es sich zusammen mit ein paar Freundinnen unter dem großen Schirm in der Mitte des Platzes gemütlich gemacht hat, findet gerade das angenehm. „Das Wetter könnte natürlich besser sein", sagt sie, „aber so muss man wenigstens nicht lange anstehen und kann in Ruhe essen." Wer am Samstagabend in diesen Genuss möchte, muss früh da sein. Nachdem sich gegen 18 Uhr sogar die Sonne zeigt, strömen die Menschen in Scharen auf den Simeonsplatz. „Wir drehen immer zuerst eine Runde von Stand zu Stand und suchen uns dann aus, worauf wir Lust haben", erzählt ein Mindener, der mit seiner Frau die Speisekarte am Stand von Balkes Morhoff studiert und nach eigenen Angaben bisher kaum eine Gourmetmeile ausgelassen hat. „Der Begriff Heimat ist natürlich sehr weit gefasst. Und manches Gericht wie den Fisch im Backteig kenne ich schon vom letzten Jahr, nur der Name ist diesmal anders." Etwas Kritik übt der 58-Jährige an der Preisentwicklung. „Früher bekam man viele Gerichte für fünf Euro und konnte hier und da etwas probieren. Heute zahle ich für ein Hauptgericht zwischen acht und elf Euro, aber satt werde ich davon nicht." Es sei vor allem die „unnachahmliche Atmosphäre", die ihn veranlasse, jedes Jahr wiederzukommen. Die ist auch für einen älteren Herrn, der bei Bauerngut gerade noch einen Stehplatz ergattert hat, das Hauptargument für die Gourmetmeile. „Hier trifft man einfach alle und jeden", sagt er. Mit dem Gericht, das er sich ausgesucht hat – Rumpsteak mit frittierten Zwiebeln an Zwiebel-Chutney mit Baguette und Kräuterbutter für zehn Euro – ist er zufrieden. „Sagen wir mal so: es schmeckt. Aber wenn ich ein richtig gutes Steak essen will, gehe ich woanders hin. So im Stehen im Gedrängel hält sich der Genuss in Grenzen." Freunde und Bekannte treffen, mit diesem und jenem quatschen, ein Glas Wein oder Bier miteinander trinken und Spaß haben: Das steht für viele Besucher der Gourmetmeile im Vordergrund. „Die Getränkepreise sind echt fair", findet eine junge Frau, die am Wez-Stand Kolleginnen getroffen hat und dort hängen geblieben ist. „Eine Flasche Wein bekommt man schon für zwölf Euro, und das ist nicht irgendein Fusel, sondern der ist richtig gut." Auch die Preise fürs Essen findet sie „völlig in Ordnung, wenn man bedenkt, dass der Aufwand für die Gastronomen doch schon recht hoch ist". Das Wetter sei, wie sich in diesem Jahr gezeigt habe, ein Risiko, und das Personal wolle schließlich in jedem Fall bezahlt werden. „Ich glaube, der Freitag ist insgesamt nicht gut gelaufen, aber ich hoffe für alle hier, dass der Samstag das rausgerissen hat. Wir haben jedenfalls viel Spaß, die Musik ist toll und die Stimmung prima", sagt die 28-Jährige. „Ich freue mich jetzt schon aufs nächste Jahr, und dann ist bestimmt auch wieder richtig Sommer."