Minden

Dietrich Ante und Marco Bischoff-Griffiths sind die Könige des Freischießens

Henning Wandel

Dietrich Ante (3. von links) ist der neue erste König des Mindener Freischießens, Marco Bischoff-Griffiths (4. von links) ist die zweite Majestät. MT- - © Foto: Alex Lehn
Dietrich Ante (3. von links) ist der neue erste König des Mindener Freischießens, Marco Bischoff-Griffiths (4. von links) ist die zweite Majestät. MT- (© Foto: Alex Lehn)

Minden (mt). Exakt mit dem Gongschlag tritt Stadtmajor Heinz Joachim Pecher um 8 Uhr ans Mikrofon, um die Proklamation der neuen Majestäten des Freischießens anzukündigen. Und das Portal des Preußensmuseums ist dafür eine ideale Bühne – auch, weil die Könige durch den Hintereingang in die alte preußische Defensionskaserne gebracht wurden und so die Spannung bis zum letzten Moment aufrechterhalten werden konnte. Schließlich treten Marco Bischoff-Griffiths als zweiter König und Dietrich Ante als erste Majestät durch die Tür, um sich von Bürgermeister Michael Jäcke die Krone aufsetzen zu lassen.

Das Ergebnis war auch in diesem Jahr wieder knapp. Insgesamt 52 Zehnen musste sich die Schießkommission in der „Sattelkammer", dem Quartier der Eskadron, genauer ansehen. Die beste hatte Ehrenvizefeldwebel Dietrich Ante aus der 1. Kompanie erzielt, gerade einmal 0,16 Millimeter vom Zentrum entfernt traf sein Schuss auf die Scheibe. Marco Bischoff-Griffiths, gerade erst zum Sergeanten befördert, war mit 0,187 Millimetern nur einen Hauch weiter entfernt. Dabei hatte der Schirrmeister der „Eisernen 4." eigentlich ein bisschen höher angelegt, eine gute Neun sollte es werden: „Das ist erst mein zweites Freischießen, ich bin doch noch gar nicht dran", sagte der 45 Jahre alte Mindener, der seit 2014 im Bürgerbataillon ist. Mit dem Ergebnis ist er dann aber doch zufrieden: „Jetzt will ich auch König sein."

Mindener Freischießen 2019 - der Sonntag

Dietrich Ante hat dafür voll draufgehalten: „Sonst müsste ich das ja nicht machen", sagt er auf die Frage von Moderator Carsten Dehne. Und das Ergebnis kommt auch nicht ganz zufällig: „Wir über regelmäßig", sagt der 71-jährige, der für die CDU auch im Mindener Stadtrat sitzt. Dass sein Schuss eine Zehn war, sei klar gewesen: „Dass es eine so gute Zehn war, hat mich aber doch überrascht."

Mindener Freischießen 2019 - der Samstag

Bundespräsident und Bürgermeister waren beim Schießen in der Tiefgarage des Kreishauses als mögliche Majestäten direkt aus dem Rennen. Eine Neun und eine Acht von Michael Jäcke kamen als Königsschuss nicht infrage. Das Stadtoberhaupt und oberster Dienstherr des Bürgerbataillons schießt als einziger Teilnehmer zweimal, der erste Schuss wird traditionell stellvertretend für den Bundespräsidenten abgegeben. Vor zwei Jahren war er bei seinem ersten Freischießen als Bürgermeister mit einer guten Zehn lange zeit unter aussichtsreichen Kandidaten. Und auch der erste König von 2017, Klaus Langenkämper, war auch jetzt wieder mit einer Zehn dabei. Insgesamt haben 378 Teilnehmer um die Königswürde geschossen. Sonst sind es immer deutlich über 400, in diesem Jahr aber waren die Soldaten der Bundeswehr nicht mit dabei, die nach dem tödlichen Hubschrauberabsturz von Aerzen bis Freitag nicht an geselligen Veranstaltungen teilnehmen durften.

Mindener Freischießen 2019 - der Freitag

Stadtmajor Pecher war mit dem Wachtag auf dem Simeonsplatz zufrieden: „Mir gefällt es sehr gut hier – als Ausweichquartier." In zwei Jahren soll das Freischießen zurück auf den Markt, nachdem die Sanierung des historischen Rathauses in diesem Jahr für einen Umzug gesorgt hat: „Das Freischießen gehört in die Stadt." Bis Freitagabend wurde der neue Festplatz gut angenommen. Bei bestem Wetter drängten sich zahlreiche Gäste um die Buden und Zelte der Kompanien.

Für die Königskompanien, die 1. und die 4., wird es so oder so ein großartiges Fest. „Die Königswürde ändert alles", sagt Pecher, „auf dieses Ziel arbeiten alle hin." Und als ersten Lohn führen die Majestäten mit ihren Einheiten am Samstag den großen Parademarsch an.

Mit einem ohrenbetäubenden Knall schossen die Ballermänner einen Salut für die neuen Majestäten. - © Alex Lehn
Mit einem ohrenbetäubenden Knall schossen die Ballermänner einen Salut für die neuen Majestäten. (© Alex Lehn)

Lesen Sie dazu auch: Höhepunkt des Freischießens: Die Parade über das Wesertor

Krönung vor dem Preußenmuseum: Ehrenvizefeldwebel Dietrich Ante aus der 1. Kompanie ist der neue erste König des Freischießens. MT-Fotos: Alex Lehn - © Alex Lehn

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MindenDietrich Ante und Marco Bischoff-Griffiths sind die Könige des FreischießensHenning WandelMinden (mt). Exakt mit dem Gongschlag tritt Stadtmajor Heinz Joachim Pecher um 8 Uhr ans Mikrofon, um die Proklamation der neuen Majestäten des Freischießens anzukündigen. Und das Portal des Preußensmuseums ist dafür eine ideale Bühne – auch, weil die Könige durch den Hintereingang in die alte preußische Defensionskaserne gebracht wurden und so die Spannung bis zum letzten Moment aufrechterhalten werden konnte. Schließlich treten Marco Bischoff-Griffiths als zweiter König und Dietrich Ante als erste Majestät durch die Tür, um sich von Bürgermeister Michael Jäcke die Krone aufsetzen zu lassen. Das Ergebnis war auch in diesem Jahr wieder knapp. Insgesamt 52 Zehnen musste sich die Schießkommission in der „Sattelkammer", dem Quartier der Eskadron, genauer ansehen. Die beste hatte Ehrenvizefeldwebel Dietrich Ante aus der 1. Kompanie erzielt, gerade einmal 0,16 Millimeter vom Zentrum entfernt traf sein Schuss auf die Scheibe. Marco Bischoff-Griffiths, gerade erst zum Sergeanten befördert, war mit 0,187 Millimetern nur einen Hauch weiter entfernt. Dabei hatte der Schirrmeister der „Eisernen 4." eigentlich ein bisschen höher angelegt, eine gute Neun sollte es werden: „Das ist erst mein zweites Freischießen, ich bin doch noch gar nicht dran", sagte der 45 Jahre alte Mindener, der seit 2014 im Bürgerbataillon ist. Mit dem Ergebnis ist er dann aber doch zufrieden: „Jetzt will ich auch König sein." Dietrich Ante hat dafür voll draufgehalten: „Sonst müsste ich das ja nicht machen", sagt er auf die Frage von Moderator Carsten Dehne. Und das Ergebnis kommt auch nicht ganz zufällig: „Wir über regelmäßig", sagt der 71-jährige, der für die CDU auch im Mindener Stadtrat sitzt. Dass sein Schuss eine Zehn war, sei klar gewesen: „Dass es eine so gute Zehn war, hat mich aber doch überrascht." Bundespräsident und Bürgermeister waren beim Schießen in der Tiefgarage des Kreishauses als mögliche Majestäten direkt aus dem Rennen. Eine Neun und eine Acht von Michael Jäcke kamen als Königsschuss nicht infrage. Das Stadtoberhaupt und oberster Dienstherr des Bürgerbataillons schießt als einziger Teilnehmer zweimal, der erste Schuss wird traditionell stellvertretend für den Bundespräsidenten abgegeben. Vor zwei Jahren war er bei seinem ersten Freischießen als Bürgermeister mit einer guten Zehn lange zeit unter aussichtsreichen Kandidaten. Und auch der erste König von 2017, Klaus Langenkämper, war auch jetzt wieder mit einer Zehn dabei. Insgesamt haben 378 Teilnehmer um die Königswürde geschossen. Sonst sind es immer deutlich über 400, in diesem Jahr aber waren die Soldaten der Bundeswehr nicht mit dabei, die nach dem tödlichen Hubschrauberabsturz von Aerzen bis Freitag nicht an geselligen Veranstaltungen teilnehmen durften. Stadtmajor Pecher war mit dem Wachtag auf dem Simeonsplatz zufrieden: „Mir gefällt es sehr gut hier – als Ausweichquartier." In zwei Jahren soll das Freischießen zurück auf den Markt, nachdem die Sanierung des historischen Rathauses in diesem Jahr für einen Umzug gesorgt hat: „Das Freischießen gehört in die Stadt." Bis Freitagabend wurde der neue Festplatz gut angenommen. Bei bestem Wetter drängten sich zahlreiche Gäste um die Buden und Zelte der Kompanien. Für die Königskompanien, die 1. und die 4., wird es so oder so ein großartiges Fest. „Die Königswürde ändert alles", sagt Pecher, „auf dieses Ziel arbeiten alle hin." Und als ersten Lohn führen die Majestäten mit ihren Einheiten am Samstag den großen Parademarsch an. Lesen Sie dazu auch: Höhepunkt des Freischießens: Die Parade über das Wesertor