Minden/Porta Westfalica

Marathon der Großbaustellen rund um Minden und Porta

Thomas Lieske

Wird der Verkehr hier irgendwann vierspurig fließen? Wer weiß, jetzt steht erst einmal die Großbaustelle an der Rampe auf die B482 vor der Tür. MT- - © Foto: Thomas Lieske
Wird der Verkehr hier irgendwann vierspurig fließen? Wer weiß, jetzt steht erst einmal die Großbaustelle an der Rampe auf die B482 vor der Tür. MT- (© Foto: Thomas Lieske)

Minden/Porta Westfalica (mt). Vier Jahre, fünf Großbaustellen an stark befahrenen Knotenpunkten rund um Minden und Porta Westfalica: Vor dem Landesbetrieb Straßen NRW und Zehntausenden Autofahrern liegt bis 2023 ein nervenaufreibendes Programm. Denn die Behörde will hintereinander weg von Anfang Juli 2019 bis 2023 gleich an mehreren Bundesstraßen bauen. Dieser Marathon der Großbaustellen wird Staus, volle Umleitungen und vermutlich eine Menge Ärger verursachen.

1 Los geht es laut Plan von Straßen NRW Anfang Juli an der Brücke von der Bundesstraße 482 in Vennebeck über die Autobahn 2. Ursprünglich war Mitte Juni als Baubeginn angedacht. Die Zeit drängt. Denn um größere Verkehrsbehinderungen zu vermeiden, wollen die Planer noch vor der nächsten Baustelle an der B482 durch sein. Der Übergang von Bundesstraße auf Brücke muss angepackt werden. Ebenso die Mittelpfeiler der Brücke an der Autobahn. Mit zahlreichen weiteren Arbeiten wachsen die Baukosten auf 1,5 Millionen Euro. Die Bauzeit soll vier Monate betragen. Während der Bauphase kann der Verkehr die Baustelle passieren, die Spuren werden aber verengt. Wer auf der Brücke links abbiegen will, muss Umleitungen in Kauf nehmen.

2 Direkt im Anschluss steht die nächste Großbaustelle auf der B482 an, diesmal in Hausberge. Dort lässt Straßen NRW die Rampe von der Weserbrücke auf die Bundesstraße verlängern, um die bisherigen Staus einzudämmen. Auch diese Baustelle geht mit Verzögerungen an den Start. Aus dem Frühjahr als Baubeginn wird nun eher Ende des Jahres. Zwei Spuren sollen dann parallel bis zur Ampel an der Findelkreuzung führen. Zudem werden Arbeiter die Fahrbahndecke neu auftragen. Und den maroden Teilen der Lärmschutzwände geht es auch an den Kragen. Die Arbeiter werden zudem eine neue Ampel installieren, die Während der Bauzeit wird es jeweils einen Behelfsfahrstreifen pro Fahrtrichtung geben. Kostenpunkt für alles: rund 1,5 Millionen Euro. Knackpunkt wird wohl die Dauer der Großbaustelle sein: Der Landesbetrieb rechnet mit einem Jahr für die rund 740 Meter lange Baustelle.

An der Rampe im jetzigen Zustand gibt es in Hausberge täglich Stau. MT- - © Foto: Thomas Lieske
An der Rampe im jetzigen Zustand gibt es in Hausberge täglich Stau. MT- (© Foto: Thomas Lieske)

Diese Baustelle erhitzt viele Gemüter. Ärger gibt es nicht nur, weil die Freiwillige Feuerwehr noch mehr Probleme bekommen wird, ihre Wache hinter der Findelkreuzung zu erreichen. Mehrere Portaner Ratsmitglieder, darunter Peter Klenke (CDU) regen sich auf, weil die Stadt offenbar kaum Mitbestimmungsrechte bekommt oder in Anspruch nimmt, was die Gestaltung der Lärmschutzwand angehe. Auch die bisher geplante Umleitung durch den Papensgrund in Porta wirft Fragen auf. Laut Technischem Beigeordneten Stefan Mohme hat die Straße keinen dickeren Traggrund und ist damit aus seiner Sicht nicht für den Umleitungsverkehr geeignet. Meyers Reaktion: „Wer einen besseren Vorschlag hat, kann den gerne einbringen." Ärger gibt es im Portaner Rat und Bauausschuss auch darüber, dass es laut Andreas Meyer von Straßen NRW nicht möglich sei, bereits auf der A2 vor der Abfahrt Porta Westfalica auf die Baustelle hinzuweisen. Offenbar besteht in dieser Frage noch einigen Klärungsbedarf zwischen Stadt und Landesbehörde. Denn Mitglieder des Rates befürchten, dass sich deshalb der gesamte Verkehr aus Richtung A2 gen Norden durch die Wohngebiete in Porta wälzen werde. Für die Gegenrichtung ist eine Umleitung über die Bundesstraßen 65 und 61 Richtung A30 in bad Oeynhausen ausgeschildert.

Für Lkw ist der Papensgrund gesperrt. Doch während der Bauphase müssten sie dort durch, sieht der jetzige Plan zumindest vor. MT- - © Foto: Thomas Lieske
Für Lkw ist der Papensgrund gesperrt. Doch während der Bauphase müssten sie dort durch, sieht der jetzige Plan zumindest vor. MT- (© Foto: Thomas Lieske)

3 Viel Geduld werden Autofahrer dann ab dem vierten Quartal 2020 am Knotenpunkt B61/B65 aufbringen müssen. Dort plant Straßen NRW, die Fahrbahndecke zu sanieren und das Brückenbauwerk instand zu setzen. Vermutlich ein Dreiviertel Jahr wird es dort zu teils starken Einschränkungen für den Verkehr kommen. Baukosten sind noch unbekannt.

4 Danach geht es für die Arbeiter wieder zurück auf die B482. Betroffen diesmal: der Abschnitt zwischen dem Anschluss Hausberger Straße (McDonalds-Kreuzung in Lerbeck) und der Anschluss Meißen. Auch dort weist die Fahrbahn erhebliche Schäden auf. Ab Ende 2021 soll es dort zu Behinderungen für den Verkehr kommen. Die genaue Bauzeit steht noch nicht fest, ebenso wenig eine Summe für die Kosten.

Die angedachte Umleitung durch den Papensgrund erhitzt zusätzlich die Gemüter. Die Straße sei nicht geeignet, heißt es aus der Stadtverwaltung. MT- - © Foto: Thomas Lieske
Die angedachte Umleitung durch den Papensgrund erhitzt zusätzlich die Gemüter. Die Straße sei nicht geeignet, heißt es aus der Stadtverwaltung. MT- (© Foto: Thomas Lieske)

5 Zurück zum Ursprung des Marathons, könnte man ab 2022 sagen. Dann knöpft sich der Landesbetrieb die Fahrbahn der B482 in Vennebeck vor. Die Bauarbeiten werden zwischen der Überführung über die Hebbelstraße und der Holtruper Straße stattfinden. Ein genauer Zeitraum und Kosten stehen noch nicht fest.

Der Zeitplan

Die fünf Baustellen in Minden und Porta Westfalica sind eng hintereinander weg getaktet. Gibt es in einer der Bauphasen Verzögerungen, könnten plötzlich zwei Großbaustellen parallel an Knotenpunkten laufen oder aber die jeweils weiteren Baustellen verschieben sich nach hinten. Ein Risiko.

Irgendwann vierspurig?

Klar ist: Die breitere Rampe auf der B482 in Hausberge ist nur eine Übergangslösung. „Der Bundesfernstraßenplan für NRW sieht einen durchgehenden vierspurigen Ausbau der Bundesstraße von der Weserbrücke bis zur A2 vor", erklärt Andreas Meyer. Denn dieser Abschnitt gelte wegen des hohen Verkehrsaufkommens als Bundesfernstraße und habe daher beim Ausbau höchste Priorität. Zumindest in der Theorie. In der Praxis dauern solche Vorhaben unter Umständen Jahrzehnte – Beispiel: der Ausbau der B65.

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Minden/Porta WestfalicaMarathon der Großbaustellen rund um Minden und PortaThomas LieskeMinden/Porta Westfalica (mt). Vier Jahre, fünf Großbaustellen an stark befahrenen Knotenpunkten rund um Minden und Porta Westfalica: Vor dem Landesbetrieb Straßen NRW und Zehntausenden Autofahrern liegt bis 2023 ein nervenaufreibendes Programm. Denn die Behörde will hintereinander weg von Anfang Juli 2019 bis 2023 gleich an mehreren Bundesstraßen bauen. Dieser Marathon der Großbaustellen wird Staus, volle Umleitungen und vermutlich eine Menge Ärger verursachen. 1 Los geht es laut Plan von Straßen NRW Anfang Juli an der Brücke von der Bundesstraße 482 in Vennebeck über die Autobahn 2. Ursprünglich war Mitte Juni als Baubeginn angedacht. Die Zeit drängt. Denn um größere Verkehrsbehinderungen zu vermeiden, wollen die Planer noch vor der nächsten Baustelle an der B482 durch sein. Der Übergang von Bundesstraße auf Brücke muss angepackt werden. Ebenso die Mittelpfeiler der Brücke an der Autobahn. Mit zahlreichen weiteren Arbeiten wachsen die Baukosten auf 1,5 Millionen Euro. Die Bauzeit soll vier Monate betragen. Während der Bauphase kann der Verkehr die Baustelle passieren, die Spuren werden aber verengt. Wer auf der Brücke links abbiegen will, muss Umleitungen in Kauf nehmen. 2 Direkt im Anschluss steht die nächste Großbaustelle auf der B482 an, diesmal in Hausberge. Dort lässt Straßen NRW die Rampe von der Weserbrücke auf die Bundesstraße verlängern, um die bisherigen Staus einzudämmen. Auch diese Baustelle geht mit Verzögerungen an den Start. Aus dem Frühjahr als Baubeginn wird nun eher Ende des Jahres. Zwei Spuren sollen dann parallel bis zur Ampel an der Findelkreuzung führen. Zudem werden Arbeiter die Fahrbahndecke neu auftragen. Und den maroden Teilen der Lärmschutzwände geht es auch an den Kragen. Die Arbeiter werden zudem eine neue Ampel installieren, die Während der Bauzeit wird es jeweils einen Behelfsfahrstreifen pro Fahrtrichtung geben. Kostenpunkt für alles: rund 1,5 Millionen Euro. Knackpunkt wird wohl die Dauer der Großbaustelle sein: Der Landesbetrieb rechnet mit einem Jahr für die rund 740 Meter lange Baustelle. Diese Baustelle erhitzt viele Gemüter. Ärger gibt es nicht nur, weil die Freiwillige Feuerwehr noch mehr Probleme bekommen wird, ihre Wache hinter der Findelkreuzung zu erreichen. Mehrere Portaner Ratsmitglieder, darunter Peter Klenke (CDU) regen sich auf, weil die Stadt offenbar kaum Mitbestimmungsrechte bekommt oder in Anspruch nimmt, was die Gestaltung der Lärmschutzwand angehe. Auch die bisher geplante Umleitung durch den Papensgrund in Porta wirft Fragen auf. Laut Technischem Beigeordneten Stefan Mohme hat die Straße keinen dickeren Traggrund und ist damit aus seiner Sicht nicht für den Umleitungsverkehr geeignet. Meyers Reaktion: „Wer einen besseren Vorschlag hat, kann den gerne einbringen." Ärger gibt es im Portaner Rat und Bauausschuss auch darüber, dass es laut Andreas Meyer von Straßen NRW nicht möglich sei, bereits auf der A2 vor der Abfahrt Porta Westfalica auf die Baustelle hinzuweisen. Offenbar besteht in dieser Frage noch einigen Klärungsbedarf zwischen Stadt und Landesbehörde. Denn Mitglieder des Rates befürchten, dass sich deshalb der gesamte Verkehr aus Richtung A2 gen Norden durch die Wohngebiete in Porta wälzen werde. Für die Gegenrichtung ist eine Umleitung über die Bundesstraßen 65 und 61 Richtung A30 in bad Oeynhausen ausgeschildert. 3 Viel Geduld werden Autofahrer dann ab dem vierten Quartal 2020 am Knotenpunkt B61/B65 aufbringen müssen. Dort plant Straßen NRW, die Fahrbahndecke zu sanieren und das Brückenbauwerk instand zu setzen. Vermutlich ein Dreiviertel Jahr wird es dort zu teils starken Einschränkungen für den Verkehr kommen. Baukosten sind noch unbekannt. 4 Danach geht es für die Arbeiter wieder zurück auf die B482. Betroffen diesmal: der Abschnitt zwischen dem Anschluss Hausberger Straße (McDonalds-Kreuzung in Lerbeck) und der Anschluss Meißen. Auch dort weist die Fahrbahn erhebliche Schäden auf. Ab Ende 2021 soll es dort zu Behinderungen für den Verkehr kommen. Die genaue Bauzeit steht noch nicht fest, ebenso wenig eine Summe für die Kosten. 5 Zurück zum Ursprung des Marathons, könnte man ab 2022 sagen. Dann knöpft sich der Landesbetrieb die Fahrbahn der B482 in Vennebeck vor. Die Bauarbeiten werden zwischen der Überführung über die Hebbelstraße und der Holtruper Straße stattfinden. Ein genauer Zeitraum und Kosten stehen noch nicht fest. Der Zeitplan Die fünf Baustellen in Minden und Porta Westfalica sind eng hintereinander weg getaktet. Gibt es in einer der Bauphasen Verzögerungen, könnten plötzlich zwei Großbaustellen parallel an Knotenpunkten laufen oder aber die jeweils weiteren Baustellen verschieben sich nach hinten. Ein Risiko. Irgendwann vierspurig? Klar ist: Die breitere Rampe auf der B482 in Hausberge ist nur eine Übergangslösung. „Der Bundesfernstraßenplan für NRW sieht einen durchgehenden vierspurigen Ausbau der Bundesstraße von der Weserbrücke bis zur A2 vor", erklärt Andreas Meyer. Denn dieser Abschnitt gelte wegen des hohen Verkehrsaufkommens als Bundesfernstraße und habe daher beim Ausbau höchste Priorität. Zumindest in der Theorie. In der Praxis dauern solche Vorhaben unter Umständen Jahrzehnte – Beispiel: der Ausbau der B65.