Kommentar zum Thema CO2-Steuer: Energiewende? Ja, bitte!

Jan Henning Rogge

Wer heute ein Haus energetisch saniert, tut etwas für die Umwelt – und zahlt oft drauf. Mit der stetig sinkenden Einspeisevergütung für Solaranlagen lohnt es sich für Privatpersonen zudem immer seltener, in eine Solaranlage zu investieren. Und doch: Es sollte ein gesellschaftliches Anliegen sein, so viele Hausbesitzer wie möglich dazu zu bringen, Ressourcen und damit CO2 einzusparen und eigenen Strom zu erzeugen.

Viele Gründe sprechen für einen weiteren Ausbau gerade der Solarenergie: Wer Strom vor Ort erzeugt, muss ihn nicht über Hunderte Kilometer transportieren. Die auf viele Schultern verteilte dezentrale Stromversorgung könnte den Ausbau gigantischer Stromautobahnen überflüssig machen, das belegen zum Beispiel Forscher des Fraunhofer-Instituts. Und die Energie, die vor Ort eingespart wird, muss auch nicht transportiert werden.

Eine in mehreren Ländern wie der Schweiz, Schweden und Großbritannien erprobte Methode, das Energiesparen zu unterstützen und gleichzeitig Mittel für den Ausbau regenerativer Energie oder Energiesparmaßnahmen bereitzustellen, ist die CO2-Steuer. Mit ihr können Investitionen in den Klimaschutz gefördert werden, ohne die Bevölkerung zusätzlich zu belasten. Denn zahlen müssen die, die Energie verschwenden –- nicht die, die sie sparen. Ein solches Umlenken der Gelder fordern inzwischen nicht nur Ökonomen, sondern auch Politiker von SPD, Linke und Grünen, ebenso Teile der FDP und der CDU. In Sicht ist das Umsteuern aber nicht, was hauptsächlich am Widerstand konservativer Kreise von CDU und CSU liegt.

Wenn es uns ernst ist mit Klimazielen und Energiewende, ist es an der Zeit, dass sich etwas bewegt. Es ist Zeit, die Politik dazu zu bringen, zu handeln.

Lesen Sie dazu auch: Warum am Dämmen kein Weg vorbei führt

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Kommentar zum Thema CO2-Steuer: Energiewende? Ja, bitte!Jan Henning RoggeWer heute ein Haus energetisch saniert, tut etwas für die Umwelt – und zahlt oft drauf. Mit der stetig sinkenden Einspeisevergütung für Solaranlagen lohnt es sich für Privatpersonen zudem immer seltener, in eine Solaranlage zu investieren. Und doch: Es sollte ein gesellschaftliches Anliegen sein, so viele Hausbesitzer wie möglich dazu zu bringen, Ressourcen und damit CO2 einzusparen und eigenen Strom zu erzeugen. Viele Gründe sprechen für einen weiteren Ausbau gerade der Solarenergie: Wer Strom vor Ort erzeugt, muss ihn nicht über Hunderte Kilometer transportieren. Die auf viele Schultern verteilte dezentrale Stromversorgung könnte den Ausbau gigantischer Stromautobahnen überflüssig machen, das belegen zum Beispiel Forscher des Fraunhofer-Instituts. Und die Energie, die vor Ort eingespart wird, muss auch nicht transportiert werden. Eine in mehreren Ländern wie der Schweiz, Schweden und Großbritannien erprobte Methode, das Energiesparen zu unterstützen und gleichzeitig Mittel für den Ausbau regenerativer Energie oder Energiesparmaßnahmen bereitzustellen, ist die CO2-Steuer. Mit ihr können Investitionen in den Klimaschutz gefördert werden, ohne die Bevölkerung zusätzlich zu belasten. Denn zahlen müssen die, die Energie verschwenden –- nicht die, die sie sparen. Ein solches Umlenken der Gelder fordern inzwischen nicht nur Ökonomen, sondern auch Politiker von SPD, Linke und Grünen, ebenso Teile der FDP und der CDU. In Sicht ist das Umsteuern aber nicht, was hauptsächlich am Widerstand konservativer Kreise von CDU und CSU liegt. Wenn es uns ernst ist mit Klimazielen und Energiewende, ist es an der Zeit, dass sich etwas bewegt. Es ist Zeit, die Politik dazu zu bringen, zu handeln. Lesen Sie dazu auch: Warum am Dämmen kein Weg vorbei führt