Minden

18-jähriger Taiwanese weiter vermisst - Suche in der Weser wird heute fortgesetzt

Patrick Schwemling und Nadine Schwan

Der Hubschrauber wartete bis zirka 19.30 Uhr an der Weser. - © Foto: Alex Lehn
Der Hubschrauber wartete bis zirka 19.30 Uhr an der Weser. (© Foto: Alex Lehn)

Minden (mt). Fast zeitgleich müssen die Einsatzkräfte am Freitagabend zu zwei tragischen Unglücken an der Weser ausrücken: Ein 18-jähriger Taiwanese einer rund 60-köpfigen Reisegruppe wird seit den frühen Abendstunden im Gewässer vermisst. Der Austauschschüler soll in Höhe des Rudervereins zum Schwimmen in den Fluss gegangen sein. Dort treibt der junge Mann ab, niemand schafft es mehr ihn aus dem Wasser zu retten und seine Spur verliert sich.

Nur kurz nach der Vermisstenmeldung, die die Leitstelle gegen 17.45 Uhr erreicht, stürzt ein 38-Jähriger von der Nordseite der Weserbrücke auf den Asphalt. Rettungskräfte und ein Notarzt kümmern sich sofort um den schwer verletzten Mann. Zeugen erzählen wenig später, er sei absichtlich vom Geländer der Brücke gesprungen, um sich das Leben zu nehmen.

Großeinsatz an der Weser

Ein Rettungshubschrauber wird angefordert, falls der 38-Jährige schnell in eine Notfallklinik gebracht werden muss. Er wartet auf den Weserwiesen zwischen den Brücken. Gebraucht wird er schließlich nicht, stattdessen bringt ein Rettungswagen den verletzten Mann ins Mindener Klinikum.

Ob beide Unglücke in Zusammenhang miteinander stehen, ist derzeit noch unbekannt. Aktuell geht die Polizei nicht davon aus. Ermittelt wird aber, inwieweit ein vorbeifahrendes Boot im Zusammenhang mit dem Abtreiben des Taiwanesen steht.

An der Schlagde sind Feuerwehr und Polizei aktuell mit einem Großaufgebot im Einsatz. - © MT-Foto: Patrick Schwemling
An der Schlagde sind Feuerwehr und Polizei aktuell mit einem Großaufgebot im Einsatz. (© MT-Foto: Patrick Schwemling)

An der Weser geht die Suche nach dem 18-Jährigen unterdessen weiter. Mehrere Boote der Feuerwehr suchen das Gewässer nach dem jungen Mann ab, ein Helikopter mit Wärmebildkamera überfliegt den Bereich aus der Luft. Auch Einsatztaucher der Feuerwehr aus Frille und Lemgo sowie Kräfte der DLRG steigen ins Wasser, um den Bereich systematisch zu durchsuchen. Dabei nutzen sie auch Sonargeräte zur Ortung im Wasser. Die Feuerwehr schreitet das Ufer ab – nicht nur in Minden, sondern auch in Leteln und Petershagen gehen sie auf die Suche. Insgesamt sind an diesem Abend rund 200 Einsatzkräfte, darunter auch mehrere Seelsorger, im Einsatz, die sich um die Reisegruppe kümmern.

An der Weserbrücke ist ein Rettungshubschrauber gelandet. MT-Foto: Nadine Schwan
An der Weserbrücke ist ein Rettungshubschrauber gelandet. MT-Foto: Nadine Schwan

Gegen 21 Uhr wird der Einsatz an der Weser schließlich erfolglos abgebrochen, weil ein starkes Gewitter aufzieht. Samstagmorgen will die Polizei die Suche nach dem 18-Jährigen fortsetzen.

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Minden18-jähriger Taiwanese weiter vermisst - Suche in der Weser wird heute fortgesetztPatrick Schwemling,Nadine SchwanMinden (mt). Fast zeitgleich müssen die Einsatzkräfte am Freitagabend zu zwei tragischen Unglücken an der Weser ausrücken: Ein 18-jähriger Taiwanese einer rund 60-köpfigen Reisegruppe wird seit den frühen Abendstunden im Gewässer vermisst. Der Austauschschüler soll in Höhe des Rudervereins zum Schwimmen in den Fluss gegangen sein. Dort treibt der junge Mann ab, niemand schafft es mehr ihn aus dem Wasser zu retten und seine Spur verliert sich. Nur kurz nach der Vermisstenmeldung, die die Leitstelle gegen 17.45 Uhr erreicht, stürzt ein 38-Jähriger von der Nordseite der Weserbrücke auf den Asphalt. Rettungskräfte und ein Notarzt kümmern sich sofort um den schwer verletzten Mann. Zeugen erzählen wenig später, er sei absichtlich vom Geländer der Brücke gesprungen, um sich das Leben zu nehmen. Ein Rettungshubschrauber wird angefordert, falls der 38-Jährige schnell in eine Notfallklinik gebracht werden muss. Er wartet auf den Weserwiesen zwischen den Brücken. Gebraucht wird er schließlich nicht, stattdessen bringt ein Rettungswagen den verletzten Mann ins Mindener Klinikum. Ob beide Unglücke in Zusammenhang miteinander stehen, ist derzeit noch unbekannt. Aktuell geht die Polizei nicht davon aus. Ermittelt wird aber, inwieweit ein vorbeifahrendes Boot im Zusammenhang mit dem Abtreiben des Taiwanesen steht. An der Weser geht die Suche nach dem 18-Jährigen unterdessen weiter. Mehrere Boote der Feuerwehr suchen das Gewässer nach dem jungen Mann ab, ein Helikopter mit Wärmebildkamera überfliegt den Bereich aus der Luft. Auch Einsatztaucher der Feuerwehr aus Frille und Lemgo sowie Kräfte der DLRG steigen ins Wasser, um den Bereich systematisch zu durchsuchen. Dabei nutzen sie auch Sonargeräte zur Ortung im Wasser. Die Feuerwehr schreitet das Ufer ab – nicht nur in Minden, sondern auch in Leteln und Petershagen gehen sie auf die Suche. Insgesamt sind an diesem Abend rund 200 Einsatzkräfte, darunter auch mehrere Seelsorger, im Einsatz, die sich um die Reisegruppe kümmern. Gegen 21 Uhr wird der Einsatz an der Weser schließlich erfolglos abgebrochen, weil ein starkes Gewitter aufzieht. Samstagmorgen will die Polizei die Suche nach dem 18-Jährigen fortsetzen.