Meine Woche Teil 1: Rein in die Ungewissheit

Lydia Wania-Dreher

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Entschuldigung, können Sie mir weiterhelfen? Diese Frage werde ich in den kommenden Tagen häufiger stellen. Denn ich bin neu hier. Ich komme aus Balingen, einer Stadt, die ziemlich genau in der Mitte zwischen Stuttgart und dem Bodensee liegt. Für eine Woche habe ich meinen Schreibtisch im Schwäbischen verlassen, um über Minden und Umgebung zu berichten. Mein Arbeitgeber, der Zollern-Alb-Kurier, hat mich für den Reportertausch des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger vorgeschlagen. Damit bin ich eine von knapp 60 Reportern von 30 Zeitungen aus dem gesamten Bundesgebiet.

Ich wurde dem Mindener Tagblatt zugeteilt. Einem Medium, von dem meine Kollegen viel Gutes erzählt haben. Aber auch einer Stadt, die ich kein bisschen kenne. Außer von Wikipedia. Und hier werden die für mich doch recht seltsam klingenden Quartiersnamen Bärenkämpen oder Todtenhausen aufgezählt. Humor haben Sie schon mal.

Eine Woche lang soll ich nun über Minden und mich berichten. Das ist absolutes Neuland für eine gebürtige Schwäbin, die normalerweise über die Menschen und Themen ihrer Heimatstadt mit 34.000 Einwohnern schreibt. In Balingen kenne ich den Dönermann ebenso wie den Rathaussprecher und meine Kontaktliste im Outlook ist gut gefüllt. In Minden bin ich nicht mittendrin im Geschehen. Hier bin ich der Neuling.

Raus aus der Vertrautheit, rein in die Ungewissheit. Das ist es auch, was das Experiment für mich so spannend macht. Weiterentwickeln kann man sich nur, wenn man sich auf Neues einlässt, Dinge ausprobiert und mehr mit Fremden ins Gespräch kommt. Im Privaten mache ich das viel häufiger, fahre im Urlaub an Orte, in denen ich noch nie war. Aber im Beruf? Da kommt das leider im Alltagsstress oft zu kurz.

Daher freue ich mich sehr auf die Woche und hoffe, dass Sie mich mit offenen Armen empfangen und mir die eine oder andere Besonderheit ihrer Heimat verraten. Und wenn sie mal in Balingen sind – ich helfe Ihnen gerne weiter.

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Meine Woche Teil 1: Rein in die UngewissheitLydia Wania-DreherEntschuldigung, können Sie mir weiterhelfen? Diese Frage werde ich in den kommenden Tagen häufiger stellen. Denn ich bin neu hier. Ich komme aus Balingen, einer Stadt, die ziemlich genau in der Mitte zwischen Stuttgart und dem Bodensee liegt. Für eine Woche habe ich meinen Schreibtisch im Schwäbischen verlassen, um über Minden und Umgebung zu berichten. Mein Arbeitgeber, der Zollern-Alb-Kurier, hat mich für den Reportertausch des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger vorgeschlagen. Damit bin ich eine von knapp 60 Reportern von 30 Zeitungen aus dem gesamten Bundesgebiet. Ich wurde dem Mindener Tagblatt zugeteilt. Einem Medium, von dem meine Kollegen viel Gutes erzählt haben. Aber auch einer Stadt, die ich kein bisschen kenne. Außer von Wikipedia. Und hier werden die für mich doch recht seltsam klingenden Quartiersnamen Bärenkämpen oder Todtenhausen aufgezählt. Humor haben Sie schon mal. Eine Woche lang soll ich nun über Minden und mich berichten. Das ist absolutes Neuland für eine gebürtige Schwäbin, die normalerweise über die Menschen und Themen ihrer Heimatstadt mit 34.000 Einwohnern schreibt. In Balingen kenne ich den Dönermann ebenso wie den Rathaussprecher und meine Kontaktliste im Outlook ist gut gefüllt. In Minden bin ich nicht mittendrin im Geschehen. Hier bin ich der Neuling. Raus aus der Vertrautheit, rein in die Ungewissheit. Das ist es auch, was das Experiment für mich so spannend macht. Weiterentwickeln kann man sich nur, wenn man sich auf Neues einlässt, Dinge ausprobiert und mehr mit Fremden ins Gespräch kommt. Im Privaten mache ich das viel häufiger, fahre im Urlaub an Orte, in denen ich noch nie war. Aber im Beruf? Da kommt das leider im Alltagsstress oft zu kurz. Daher freue ich mich sehr auf die Woche und hoffe, dass Sie mich mit offenen Armen empfangen und mir die eine oder andere Besonderheit ihrer Heimat verraten. Und wenn sie mal in Balingen sind – ich helfe Ihnen gerne weiter.