Minden

Fastenbrechen der Mindener Muslime dient der Intregration

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Neben Superintendent Jürgen Thiemann (links) kamen weitere Vertreter der Stadt in die türkisch-islamische Moschee zum Fastenbrechen. - © Foto: Cuma Yücel
Neben Superintendent Jürgen Thiemann (links) kamen weitere Vertreter der Stadt in die türkisch-islamische Moschee zum Fastenbrechen. (© Foto: Cuma Yücel)

Minden (sk). Auch das Thema Integration bestimmt den Fastenmonat der in Minden lebenden Muslime. Am Montag, 6. Mai, hat der Ramadan begonnen – er endet am Montag, 3. Juni. Am täglichen Fastenbrechen nach Sonnenuntergang in der Ditib-Moschee der türkisch-islamischen Gemeinde nahmen am Dienstag auch Vertreter der Kirchen und der Stadt teil.

Wie Cuma Yücel, Vorstandsmitglied der türkisch-islamischen Gemeinde, erklärt, sei das Fastenbrechen in Minden für Muslime und Nichtmuslime gleichermaßen offen. „Dialogbereite und friedensengagierte Menschen aus Minden sind eingeladen, uns zu besuchen“, so Yücel.

Nicht nur die Integration spielt beim Fastenbrechen eine Rolle, sondern auch der soziale Aspekt. Es gebe bedürftige Muslime mit Fluchterfahrung in der Stadt, die an den Mahlzeiten mit Salat, Suppe, Haupt- und Nachspeise gern teilnähmen. Zudem böten die Treffen nach Sonnenuntergang Alleinstehenden die Möglichkeit zum Kontakt mit anderen. Ein Teil der Muslime, die ihre Heimat als Flüchtlinge verlassen mussten, lebten ohne Angehörige in Minden. Auch ältere Moschee-Besucher aus der Stadt gebe es, die keine weiteren Familienmitglieder vor Ort hätten. In der Woche nähmen 150 bis 200 Gäste an der Veranstaltung teil, am Wochenende 300 bis 400.

Schon als Tradition ist die Beteiligung von Vertretern der Stadt und der Kirchen am Fastenbrechen zu betrachten. „Daran teilzunehmen ist Ausdruck des Respekts und der Wertschätzung zwischen den Religionen“, sagt Superintendent Jürgen Tiemann. „Unser Grundgesetz garantiert und schützt die Religionsfreiheit. Als Angehörige verschiedener Religionsgemeinschaften können wir dieses Recht stärken, indem wir aufeinander zugehen und voneinander lernen.“

Zum muslimischen Fastenmonat Ramadan haben sich in diesem Jahr in Nordrhein-Westfalen die evangelischen Landeskirchen und katholischen Bistümer in einer gemeinsamen Grußbotschaft an die Muslime gewandt. Darin sehen die Kirchen die Religionen gefordert, sich über religiöse, ethnische und nationale Grenzen hinweg für den gesellschaftlichen Zusammenhalt einzusetzen.

Für die Stadt Minden waren als Stellvertretende Bürgermeister Ulrieke Schulze (SPD) und Egon Stellbrink (CDU) sowie die CDU-Stadtverordneten Henrik Mucke und Hikmet Celik gekommen. Imam Ekrem Bayram begrüßte nach dem Ende des Abendgottesdienstes alle Gäste.

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MindenFastenbrechen der Mindener Muslime dient der IntregrationMinden (sk). Auch das Thema Integration bestimmt den Fastenmonat der in Minden lebenden Muslime. Am Montag, 6. Mai, hat der Ramadan begonnen – er endet am Montag, 3. Juni. Am täglichen Fastenbrechen nach Sonnenuntergang in der Ditib-Moschee der türkisch-islamischen Gemeinde nahmen am Dienstag auch Vertreter der Kirchen und der Stadt teil. Wie Cuma Yücel, Vorstandsmitglied der türkisch-islamischen Gemeinde, erklärt, sei das Fastenbrechen in Minden für Muslime und Nichtmuslime gleichermaßen offen. „Dialogbereite und friedensengagierte Menschen aus Minden sind eingeladen, uns zu besuchen“, so Yücel. Nicht nur die Integration spielt beim Fastenbrechen eine Rolle, sondern auch der soziale Aspekt. Es gebe bedürftige Muslime mit Fluchterfahrung in der Stadt, die an den Mahlzeiten mit Salat, Suppe, Haupt- und Nachspeise gern teilnähmen. Zudem böten die Treffen nach Sonnenuntergang Alleinstehenden die Möglichkeit zum Kontakt mit anderen. Ein Teil der Muslime, die ihre Heimat als Flüchtlinge verlassen mussten, lebten ohne Angehörige in Minden. Auch ältere Moschee-Besucher aus der Stadt gebe es, die keine weiteren Familienmitglieder vor Ort hätten. In der Woche nähmen 150 bis 200 Gäste an der Veranstaltung teil, am Wochenende 300 bis 400. Schon als Tradition ist die Beteiligung von Vertretern der Stadt und der Kirchen am Fastenbrechen zu betrachten. „Daran teilzunehmen ist Ausdruck des Respekts und der Wertschätzung zwischen den Religionen“, sagt Superintendent Jürgen Tiemann. „Unser Grundgesetz garantiert und schützt die Religionsfreiheit. Als Angehörige verschiedener Religionsgemeinschaften können wir dieses Recht stärken, indem wir aufeinander zugehen und voneinander lernen.“ Zum muslimischen Fastenmonat Ramadan haben sich in diesem Jahr in Nordrhein-Westfalen die evangelischen Landeskirchen und katholischen Bistümer in einer gemeinsamen Grußbotschaft an die Muslime gewandt. Darin sehen die Kirchen die Religionen gefordert, sich über religiöse, ethnische und nationale Grenzen hinweg für den gesellschaftlichen Zusammenhalt einzusetzen. Für die Stadt Minden waren als Stellvertretende Bürgermeister Ulrieke Schulze (SPD) und Egon Stellbrink (CDU) sowie die CDU-Stadtverordneten Henrik Mucke und Hikmet Celik gekommen. Imam Ekrem Bayram begrüßte nach dem Ende des Abendgottesdienstes alle Gäste.