Minden

Beratung zum Tag gegen Homophobie

Julika Bergermann

Minden (mt). Zum Internationalen Tag gegen Homophobie, Transphobie, Biphobie und Interphobie lädt die Mindener Tattoo Family Eisenhauer am Freitag, 17. Mai, ab 13 Uhr zum Pride „Walk in Day“ – LGBT-Berater Roland Henß bietet vor Ort kostenlose Beratungsgespräche an.

Am Tag gegen Homophobie arbeiten verschiedene Akteure zusammen. Foto: Julika Bergermann - © Julika Bergermann
Am Tag gegen Homophobie arbeiten verschiedene Akteure zusammen. Foto: Julika Bergermann (© Julika Bergermann)

Was auch immer das Wetter zum Wochenende bereit hält – über dem Studio der Mindener Tattoo Family Eisenhauer wird am Freitag, 17. Mai, ein bunter Regenbogen leuchten. Denn der ist das Symbol der LGBT-Szene, wobei die Abkürzung englisch ist für Lesbian-Gay-Bisexual-Transgender. Und anlässlich des Internationalen Tages gegen Homophobie, Transphobie, Biphobie und Interphobie haben sich die Eisenhauers für ihre Kundschaft und die Mindener LGBT-Szene mächtig ins Zeug gelegt: Spontane Termine für kleinere Tätowierungen, ein Stand des Mindener LGBT-Beraters Roland Henß und einige bunte Überraschungen erwarten die Gäste.

„Wir wollen einerseits feiern, dass sich hierzulande für LGBT-Menschen schon so viel gebessert hat“, erzählt das Eisenhauer-Team, „aber andererseits auch darauf aufmerksam machen, dass es weiterhin einiges zu tun gibt.“ In manchen Ecken der Welt würden nicht-heterosexuelle Menschen noch immer verfolgt und müssten mit drakonischen Strafen rechnen. Und auch in und um Minden stünde noch nicht alles zum Besten. „Gerade in ländlichen Regionen wie unserer herrscht leider weiter Unterversorgung, wenn es um Beratung und Unterstützung geht.“

Beratung und Unterstützung beim Coming-Out und Elterngesprächen, bei Diskriminierung oder Fragen zum Thema Aids – dafür ist Roland Henß in Minden der erste, aber seines Wissens nach bisher auch der einzige Ansprechpartner. Seit 2003 engagiert sich Henß ehrenamtlich in der Mindener LGBT-Szene, 2016 folgte die Leitung der Beratungsstelle für LGBT-Flüchtlinge in der Mindener Flüchtlingshilfe. „In Minden gibt es zu dem Thema leider wirklich noch nicht viele Angebote“, sagt auch Henß. „Dabei sind gerade jugendliche LGBTs oft auf Unterstützung angewiesen.“ Henß freut sich daher umso mehr über die Einladung der Eisenhauers. „Das ist eine tolle Möglichkeit, um als Berater für Ratsuchende sichtbarer zu werden. Ich werde viel Infomaterial mitbringen und stehe natürlich für kostenlose und diskrete Beratungen bereit.“

Freitag wird es in der Tattoo Family Eisenhauer Minden, Kaiserstraße 10, ab 13 Uhr also bunt. „Natürlich können aber auch sonst immer gern Gesprächstermine mit mir vereinbart werden, auf Wunsch auch anonym“, bekräftigt Henß. Und er ist im Begriff, Minden in den kommenden Wochen noch bunter zu gestalten: Ab dem 4. Juni lädt er jeden 1. und 3. Dienstag im Monat von 16 bis 18 Uhr ins BÜZ ein – zum Queerpoint Minden, einem offenen LGBT-Treffen für Geflüchtete und Mindener.

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MindenBeratung zum Tag gegen HomophobieJulika BergermannMinden (mt). Zum Internationalen Tag gegen Homophobie, Transphobie, Biphobie und Interphobie lädt die Mindener Tattoo Family Eisenhauer am Freitag, 17. Mai, ab 13 Uhr zum Pride „Walk in Day“ – LGBT-Berater Roland Henß bietet vor Ort kostenlose Beratungsgespräche an. Was auch immer das Wetter zum Wochenende bereit hält – über dem Studio der Mindener Tattoo Family Eisenhauer wird am Freitag, 17. Mai, ein bunter Regenbogen leuchten. Denn der ist das Symbol der LGBT-Szene, wobei die Abkürzung englisch ist für Lesbian-Gay-Bisexual-Transgender. Und anlässlich des Internationalen Tages gegen Homophobie, Transphobie, Biphobie und Interphobie haben sich die Eisenhauers für ihre Kundschaft und die Mindener LGBT-Szene mächtig ins Zeug gelegt: Spontane Termine für kleinere Tätowierungen, ein Stand des Mindener LGBT-Beraters Roland Henß und einige bunte Überraschungen erwarten die Gäste. „Wir wollen einerseits feiern, dass sich hierzulande für LGBT-Menschen schon so viel gebessert hat“, erzählt das Eisenhauer-Team, „aber andererseits auch darauf aufmerksam machen, dass es weiterhin einiges zu tun gibt.“ In manchen Ecken der Welt würden nicht-heterosexuelle Menschen noch immer verfolgt und müssten mit drakonischen Strafen rechnen. Und auch in und um Minden stünde noch nicht alles zum Besten. „Gerade in ländlichen Regionen wie unserer herrscht leider weiter Unterversorgung, wenn es um Beratung und Unterstützung geht.“ Beratung und Unterstützung beim Coming-Out und Elterngesprächen, bei Diskriminierung oder Fragen zum Thema Aids – dafür ist Roland Henß in Minden der erste, aber seines Wissens nach bisher auch der einzige Ansprechpartner. Seit 2003 engagiert sich Henß ehrenamtlich in der Mindener LGBT-Szene, 2016 folgte die Leitung der Beratungsstelle für LGBT-Flüchtlinge in der Mindener Flüchtlingshilfe. „In Minden gibt es zu dem Thema leider wirklich noch nicht viele Angebote“, sagt auch Henß. „Dabei sind gerade jugendliche LGBTs oft auf Unterstützung angewiesen.“ Henß freut sich daher umso mehr über die Einladung der Eisenhauers. „Das ist eine tolle Möglichkeit, um als Berater für Ratsuchende sichtbarer zu werden. Ich werde viel Infomaterial mitbringen und stehe natürlich für kostenlose und diskrete Beratungen bereit.“ Freitag wird es in der Tattoo Family Eisenhauer Minden, Kaiserstraße 10, ab 13 Uhr also bunt. „Natürlich können aber auch sonst immer gern Gesprächstermine mit mir vereinbart werden, auf Wunsch auch anonym“, bekräftigt Henß. Und er ist im Begriff, Minden in den kommenden Wochen noch bunter zu gestalten: Ab dem 4. Juni lädt er jeden 1. und 3. Dienstag im Monat von 16 bis 18 Uhr ins BÜZ ein – zum Queerpoint Minden, einem offenen LGBT-Treffen für Geflüchtete und Mindener.