Minden

Die erste CD des Duos "Katie and Richfield" überrascht mit melancholischen Interpretationen

Ursula Koch

Mit seinem ersten CD-Album verleiht das Duo „Katie and Richfield“ einigen bekannten Songs eine ganz eigene, melancholische Note. „Sweet dreams“ von den Eurythmics kommt beispielsweise sehr entspannt daher. - © Foto: pr
Mit seinem ersten CD-Album verleiht das Duo „Katie and Richfield“ einigen bekannten Songs eine ganz eigene, melancholische Note. „Sweet dreams“ von den Eurythmics kommt beispielsweise sehr entspannt daher. (© Foto: pr)

Minden (mt). Zwei Stimmen, Ukulele, Gitarre, Kontrabass und hier und da ein Cello – das sind die sehr reduzierten, aber effektvoll eingesetzten Zutaten für das CD-Debüt des Duos „Katie and Richfield“. Die Portanerin Kathrin Braun und der Noch-Bielefelder Richard Veld aus Holland präsentieren darauf eine Mischung aus eigenen Songs und eigenwillige Interpretationen bekannter Hits. „Autumn Rain“ hat das Paar seine erste CD getauft.

Zum Herbst passt diese CD ausgezeichnet, erzeugt sie doch eine entspannte, leicht melancholische Stimmung. In knapp 35 Minuten spielt und singt das Duo acht Songs – vier davon sind Eigenkompositionen, vier sind Hits bekannter Künstler, die die beiden auf ihren Kern zurückgeführt haben. „Damit haben wir vor zwei Jahren angefangen“, sagt Kathrin Braun. „Wir haben zum Spaß mit verschiedenen Liedern experimentiert, sie verändert und ganz heruntergefahren.“

Das heißt, aller produktionstechnischer Bombast ist über Bord geworfen, zwei Stimmen und eine auf das Äußerste reduzierte Instrumentierung müssen genügen, um den Hörer zu überraschen und trotzdem volle Wirkung zu entfalten. Da ist eine sehr entspannte Version von „Sweet dreams“ von den Eurythmics zu hören, aber auch ein melancholisches „Cambodia“, mit dem Kim Wilde einen Hit gelandet hatte. Außerdem sind noch Coldplay mit „Fix you“ vertreten und Leonard Cohen mit „Famous blue raincoat“.

Was die Stimmung angeht, wirken Interpretationen und eigene Songs wie aus einem Guss. „Wir haben für die CD auf diese Mischung gesetzt, damit der Hörer einen Eindruck von unseren Auftritten bekommt“, sagt Kathrin Braun. Ihre Konzerte enthalten mehr als zwei Stunden Musik, die hat das Duo mit eigenen Stücken noch nicht zusammen, denn das Duo existiert erst seit Ostern 2017. Damals sind sie zum ersten Mal in Holland aufgetreten. Kennen gelernt haben sich die beiden allerdings schon zwei Jahre zuvor bei einer öffentlichen Session in Bielefeld.

Musik machen beide allerdings schon seit ihrer Jugend. Kathrin, 1968 in Sulingen geboren, ist auf Borkum aufgewachsen. Weil es auf der Insel keine Möglichkeit gibt, das Abitur zu machen, ging sie in ein Internat in Oldenburg.

Nach ihrer Lehre als Außenhandelskauffrau hatte sie ihren damaligen Lebensgefährten beim Umsonst & Draußen in Vlotho kennengelernt und war nach Minden gezogen. Sie hat neben ihrem Job in der Verwaltung beim Roten Kreuz in der A-cappella-Formation Perlipop gesungen, ist von 2006 bis 2011 mit der Jazz-Pop-Band Passepartout aufgetreten. Die Band löste sich allerdings auf, Kathrin Braun verlor die Lust daran, öffentlich Musik zu machen, gab aber Unterricht in Gitarre, Gesang und Ukulele. Bis sie 2015 bei einer Session in Herford Richard Veld kennenlernte. Der gebürtige Holländer macht ebenfalls Musik, seit er 18 ist. „Ein Freund hatte mir einen Bass in die Hand gedrückt“, erinnert sich Veld an die Anfänge. Er arbeitete für eine Musikstiftung als Hausmeister für die Proberäume, spielte in verschiedenen Bands. Als Matrose lernte er eine Bielefelderin kennen und zog 1999 der Liebe wegen nach Ostwestfalen. Er arbeitet als Sachbearbeiter bei einem großen Medienkonzern in Gütersloh. Vor sechs Jahren ist er dann in einer Bluegrass-Band „wieder richtig in die Musik eingestiegen“.

Ostern 2017 war er zu einem Mini-Festival in den Niederlanden eingeladen und überredete Kathrin Braun mit ihm zusammen drei Dixie-Nummern zu spielen. Damit war das Duo Katie and Richfield geboren. Inzwischen sind die beiden Musiker ein Paar, beziehen demnächst in Porta ein gemeinsames Haus.

Sie spielen an ausgewählten Orten. Die Atmosphäre ist ihnen wichtig. In Minden hatten sie ihr Debüt in der Ameise, sind im Café Nordholz aufgetreten, in der Petrikirche oder beim Schnurrviertel-Fest und auf der Schiffmühle. Ihre CD haben sie in Gütersloh bereits dem Publikum vorgestellt. Voraussichtlich im Juni werden sie in der Möbelei in Kleinenbremen auftreten.

Die CD ist bei den Auftritten erhältlich, wird aber auch in Mindenim Bücherwurm und in Löhne im Musiklädchen verkauft.

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MindenDie erste CD des Duos "Katie and Richfield" überrascht mit melancholischen InterpretationenUrsula KochMinden (mt). Zwei Stimmen, Ukulele, Gitarre, Kontrabass und hier und da ein Cello – das sind die sehr reduzierten, aber effektvoll eingesetzten Zutaten für das CD-Debüt des Duos „Katie and Richfield“. Die Portanerin Kathrin Braun und der Noch-Bielefelder Richard Veld aus Holland präsentieren darauf eine Mischung aus eigenen Songs und eigenwillige Interpretationen bekannter Hits. „Autumn Rain“ hat das Paar seine erste CD getauft. Zum Herbst passt diese CD ausgezeichnet, erzeugt sie doch eine entspannte, leicht melancholische Stimmung. In knapp 35 Minuten spielt und singt das Duo acht Songs – vier davon sind Eigenkompositionen, vier sind Hits bekannter Künstler, die die beiden auf ihren Kern zurückgeführt haben. „Damit haben wir vor zwei Jahren angefangen“, sagt Kathrin Braun. „Wir haben zum Spaß mit verschiedenen Liedern experimentiert, sie verändert und ganz heruntergefahren.“ Das heißt, aller produktionstechnischer Bombast ist über Bord geworfen, zwei Stimmen und eine auf das Äußerste reduzierte Instrumentierung müssen genügen, um den Hörer zu überraschen und trotzdem volle Wirkung zu entfalten. Da ist eine sehr entspannte Version von „Sweet dreams“ von den Eurythmics zu hören, aber auch ein melancholisches „Cambodia“, mit dem Kim Wilde einen Hit gelandet hatte. Außerdem sind noch Coldplay mit „Fix you“ vertreten und Leonard Cohen mit „Famous blue raincoat“. Was die Stimmung angeht, wirken Interpretationen und eigene Songs wie aus einem Guss. „Wir haben für die CD auf diese Mischung gesetzt, damit der Hörer einen Eindruck von unseren Auftritten bekommt“, sagt Kathrin Braun. Ihre Konzerte enthalten mehr als zwei Stunden Musik, die hat das Duo mit eigenen Stücken noch nicht zusammen, denn das Duo existiert erst seit Ostern 2017. Damals sind sie zum ersten Mal in Holland aufgetreten. Kennen gelernt haben sich die beiden allerdings schon zwei Jahre zuvor bei einer öffentlichen Session in Bielefeld. Musik machen beide allerdings schon seit ihrer Jugend. Kathrin, 1968 in Sulingen geboren, ist auf Borkum aufgewachsen. Weil es auf der Insel keine Möglichkeit gibt, das Abitur zu machen, ging sie in ein Internat in Oldenburg. Nach ihrer Lehre als Außenhandelskauffrau hatte sie ihren damaligen Lebensgefährten beim Umsonst & Draußen in Vlotho kennengelernt und war nach Minden gezogen. Sie hat neben ihrem Job in der Verwaltung beim Roten Kreuz in der A-cappella-Formation Perlipop gesungen, ist von 2006 bis 2011 mit der Jazz-Pop-Band Passepartout aufgetreten. Die Band löste sich allerdings auf, Kathrin Braun verlor die Lust daran, öffentlich Musik zu machen, gab aber Unterricht in Gitarre, Gesang und Ukulele. Bis sie 2015 bei einer Session in Herford Richard Veld kennenlernte. Der gebürtige Holländer macht ebenfalls Musik, seit er 18 ist. „Ein Freund hatte mir einen Bass in die Hand gedrückt“, erinnert sich Veld an die Anfänge. Er arbeitete für eine Musikstiftung als Hausmeister für die Proberäume, spielte in verschiedenen Bands. Als Matrose lernte er eine Bielefelderin kennen und zog 1999 der Liebe wegen nach Ostwestfalen. Er arbeitet als Sachbearbeiter bei einem großen Medienkonzern in Gütersloh. Vor sechs Jahren ist er dann in einer Bluegrass-Band „wieder richtig in die Musik eingestiegen“. Ostern 2017 war er zu einem Mini-Festival in den Niederlanden eingeladen und überredete Kathrin Braun mit ihm zusammen drei Dixie-Nummern zu spielen. Damit war das Duo Katie and Richfield geboren. Inzwischen sind die beiden Musiker ein Paar, beziehen demnächst in Porta ein gemeinsames Haus. Sie spielen an ausgewählten Orten. Die Atmosphäre ist ihnen wichtig. In Minden hatten sie ihr Debüt in der Ameise, sind im Café Nordholz aufgetreten, in der Petrikirche oder beim Schnurrviertel-Fest und auf der Schiffmühle. Ihre CD haben sie in Gütersloh bereits dem Publikum vorgestellt. Voraussichtlich im Juni werden sie in der Möbelei in Kleinenbremen auftreten. Die CD ist bei den Auftritten erhältlich, wird aber auch in Mindenim Bücherwurm und in Löhne im Musiklädchen verkauft.