Minden

Europa wählen - für eine starke Wirtschaft in Minden

Anja Peper

Hans-Georg Stremlau nimmt die wirtschaftliche Bedeutung der Europäischen Union unter die Lupe – auch aus Sicht der Stadt Minden. MT-Foto: Alex Lehn - © Alex Lehn
Hans-Georg Stremlau nimmt die wirtschaftliche Bedeutung der Europäischen Union unter die Lupe – auch aus Sicht der Stadt Minden. MT-Foto: Alex Lehn (© Alex Lehn)

Minden (mt). Hans-Georg Stremlau ist Betriebswirt und Lehrer am Berufskolleg. Der 57-jährige vertieft sich gerne in Statistiken und Zahlenkolonnen, rechnet Angaben nach und erstellt Grafiken. Rund um das Thema Europa recherchiert er mit Akribie – sowohl online beim Internationalen Währungsfonds (Hauptsitz Washington) als auch vor Ort bei Mindener Firmen und dem Arbeitgeberverband (AGV). Sein Fazit: Nur innerhalb der EU kann jedes einzelne Mitgliedsland Einfluss nehmen auf eine sich immer rasanter globalisierende Weltwirtschaft.

Beispiel Follmann: Seit 2008 konnte das Mindener Familienunternehmen seinen Umsatz verdoppeln. „50 Prozent davon erwirtschaften wir im EU-Raum“, so Dr. Henrik Follmann, geschäftsführender Gesellschafter des Chemieunternehmens. Foto: MT-Archiv/pr - © pr
Beispiel Follmann: Seit 2008 konnte das Mindener Familienunternehmen seinen Umsatz verdoppeln. „50 Prozent davon erwirtschaften wir im EU-Raum“, so Dr. Henrik Follmann, geschäftsführender Gesellschafter des Chemieunternehmens. Foto: MT-Archiv/pr (© pr)

Mit Zahlen, Daten, Fakten argumentiert er konsequent gegen Stimmungsmache und Fake News. Und er wirbt dafür, zur Europawahl am 26. Mai seine Stimme abzugeben. „Was immer du wählst, wähl Europa“, lautet der Appell der parteiübergreifenden Bürgerinitiative Pulse Of Europe, in der sich Stremlau engagiert. Die großen Herausforderungen der Zeit seien nur gemeinsam zu bewältigen: „Oder, wie glauben Sie, könnten wir uns allein ohne EU gegen Zölle auf deutsche Produkte wehren?“

Solche Fragen stellt Stremlau auch seinen Schülern am Berufskolleg. Die sind zwischen 16 und 23 Jahren alt, haben schon unterschiedliche Bildungswege hinter sich und bilden „einen sehr repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung“. Er kennt ihre Kritikpunkte in Sachen EU: „Zu viel Bürokratie“ zum Beispiel. Er verdeutlicht ihnen dann anhand einer Tortengrafik, wie die Kräfteverhältnisse in der Welt aussehen würden, wenn jedes Mitgliedsland auf sich allein gestellt wäre. Auf den ersten Blick wird klar: Die Großmächte USA und China würden fortan den Ton in der Weltwirtschaft angeben. Der Rest der Welt würde am Katzentisch neben den Mächtigen Platz nehmen müssen. Sein Fazit: „Die ehemaligen EU-Staaten werden zuerst ihre wirtschaftliche Macht, dann ihren politischen Einfluss, ihren Wohlstand und zum Schluss ihre Freiheit verlieren.“

Um das zu verhindern, ist die Haltung von Pulse Of Europe klar: Wählen gehen! Mehrere heimische Initiativen unterstützen den Aufruf, darunter der Arbeitgeberverband Minden-Lübbecke (AGV). Jede Stimme sei wichtig, um den Gegnern der EU keine Chance zu geben. Neben anderen namhaften Unternehmern gehört auch Dr. Henrik Follmann (Geschäftsführender Gesellschafter Follmann Chemie) dem AGV an. Für das Mindener Familienunternehmen wirkt sich die EU-Mitgliedschaft positiv aus: „Seit 2008 konnten wir unseren Umsatz verdoppeln“, so Follmann. „50 Prozent davon erwirtschaften wir im EU-Raum.“

Auch viele seiner deutschen Kunden seien stark vom Export abhängig: „Die Beschaffung der Rohstoffe für die chemische Industrie ist zu hundert Prozent auf das EU-Ausland angewiesen.“ Die Freizügigkeit des Warenverkehrs innerhalb der EU beeinflusse die Investitionsentscheidungen: 100 Millionen Euro innerhalb von zehn Jahren am Standort Minden. Ohne EU, so Follmann, würde würde ein Drittel der 500 Arbeitsplätze an unserem Standort wahrscheinlich wegfallen. Auch eine transparente Preispolitik wie im europäischen Binnenmarkt sei nicht mehr möglich.

Ähnlich argumentiert auch Robert Falch (Minda Industrieanlagen): „Uns allen muss klar sein, dass Deutschlands Wirtschaft – und damit der Erhalt der Arbeitsplätze hier – massiv von der EU abhängt.“ Ähnliche Stimmen kommen von Wago, Harting und Gauselmann. Unter dem Dach des Arbeitgeberverbandes Minden-Lübbecke werden die Interessen der hiesigen Arbeitgeber gebündelt: Für 171 Mitgliedsunternehmen mit annähernd 28.000 Arbeitsplätzen sowie 1.700 Ausbildungsplätzen vertritt der AGV als Stimme der regionalen Wirtschaft die Positionen der Arbeitgeber in der Öffentlichkeit und setzt sich für eine Optimierung der Standortfaktoren ein.

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MindenEuropa wählen - für eine starke Wirtschaft in MindenAnja PeperMinden (mt). Hans-Georg Stremlau ist Betriebswirt und Lehrer am Berufskolleg. Der 57-jährige vertieft sich gerne in Statistiken und Zahlenkolonnen, rechnet Angaben nach und erstellt Grafiken. Rund um das Thema Europa recherchiert er mit Akribie – sowohl online beim Internationalen Währungsfonds (Hauptsitz Washington) als auch vor Ort bei Mindener Firmen und dem Arbeitgeberverband (AGV). Sein Fazit: Nur innerhalb der EU kann jedes einzelne Mitgliedsland Einfluss nehmen auf eine sich immer rasanter globalisierende Weltwirtschaft. Mit Zahlen, Daten, Fakten argumentiert er konsequent gegen Stimmungsmache und Fake News. Und er wirbt dafür, zur Europawahl am 26. Mai seine Stimme abzugeben. „Was immer du wählst, wähl Europa“, lautet der Appell der parteiübergreifenden Bürgerinitiative Pulse Of Europe, in der sich Stremlau engagiert. Die großen Herausforderungen der Zeit seien nur gemeinsam zu bewältigen: „Oder, wie glauben Sie, könnten wir uns allein ohne EU gegen Zölle auf deutsche Produkte wehren?“ Solche Fragen stellt Stremlau auch seinen Schülern am Berufskolleg. Die sind zwischen 16 und 23 Jahren alt, haben schon unterschiedliche Bildungswege hinter sich und bilden „einen sehr repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung“. Er kennt ihre Kritikpunkte in Sachen EU: „Zu viel Bürokratie“ zum Beispiel. Er verdeutlicht ihnen dann anhand einer Tortengrafik, wie die Kräfteverhältnisse in der Welt aussehen würden, wenn jedes Mitgliedsland auf sich allein gestellt wäre. Auf den ersten Blick wird klar: Die Großmächte USA und China würden fortan den Ton in der Weltwirtschaft angeben. Der Rest der Welt würde am Katzentisch neben den Mächtigen Platz nehmen müssen. Sein Fazit: „Die ehemaligen EU-Staaten werden zuerst ihre wirtschaftliche Macht, dann ihren politischen Einfluss, ihren Wohlstand und zum Schluss ihre Freiheit verlieren.“ Um das zu verhindern, ist die Haltung von Pulse Of Europe klar: Wählen gehen! Mehrere heimische Initiativen unterstützen den Aufruf, darunter der Arbeitgeberverband Minden-Lübbecke (AGV). Jede Stimme sei wichtig, um den Gegnern der EU keine Chance zu geben. Neben anderen namhaften Unternehmern gehört auch Dr. Henrik Follmann (Geschäftsführender Gesellschafter Follmann Chemie) dem AGV an. Für das Mindener Familienunternehmen wirkt sich die EU-Mitgliedschaft positiv aus: „Seit 2008 konnten wir unseren Umsatz verdoppeln“, so Follmann. „50 Prozent davon erwirtschaften wir im EU-Raum.“ Auch viele seiner deutschen Kunden seien stark vom Export abhängig: „Die Beschaffung der Rohstoffe für die chemische Industrie ist zu hundert Prozent auf das EU-Ausland angewiesen.“ Die Freizügigkeit des Warenverkehrs innerhalb der EU beeinflusse die Investitionsentscheidungen: 100 Millionen Euro innerhalb von zehn Jahren am Standort Minden. Ohne EU, so Follmann, würde würde ein Drittel der 500 Arbeitsplätze an unserem Standort wahrscheinlich wegfallen. Auch eine transparente Preispolitik wie im europäischen Binnenmarkt sei nicht mehr möglich. Ähnlich argumentiert auch Robert Falch (Minda Industrieanlagen): „Uns allen muss klar sein, dass Deutschlands Wirtschaft – und damit der Erhalt der Arbeitsplätze hier – massiv von der EU abhängt.“ Ähnliche Stimmen kommen von Wago, Harting und Gauselmann. Unter dem Dach des Arbeitgeberverbandes Minden-Lübbecke werden die Interessen der hiesigen Arbeitgeber gebündelt: Für 171 Mitgliedsunternehmen mit annähernd 28.000 Arbeitsplätzen sowie 1.700 Ausbildungsplätzen vertritt der AGV als Stimme der regionalen Wirtschaft die Positionen der Arbeitgeber in der Öffentlichkeit und setzt sich für eine Optimierung der Standortfaktoren ein.