Minden

Unruhe vor Aufsichtsratswahl bei Edeka Minden

Henning Wandel

Bei der Edeka Minden-Hannover werden drei neue Aufsichtsräte gewählt.
Foto: Gambarini/dpa - © (c) Copyright 2012, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Bei der Edeka Minden-Hannover werden drei neue Aufsichtsräte gewählt.
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Minden (mt). Ein gutes halbes Jahr hat der Burgfrieden im Aufsichtsrat der Edeka Minden-Hannover gehalten – zumindest nach außen. Kurz vor der Generalversammlung am Dienstag zeigt sich jetzt, dass die Lager offenbar doch noch nicht zusammengefunden haben. Das erneute Zerwürfnis entzündet sich laut „Lebensmittelzeitung" an der Kandidatur von Florian Husmann für eine zweite Amtszeit im Aufsichtsgremium.

Husmann soll vor einem Jahr zu der Gruppe von Kaufleuten gehört haben, die den Sturz des langjährigen Aufsichtsratsvorsitzenden Jürgen Cramer im Mai vergangenen Jahres vorbereitet hatte. Damals hatte zunächst Ingo Kirchhoff den Vorsitz übernommen. Offiziell war von einem Generationswechsel die Rede: Kirchhoff war bei der Wahl 46, Cramer 63 Jahre alt.

Doch Kirchhoff blieb nur wenige Monate im Amt. Schon im Oktober folgte an der Spitze des Aufsichtsgremiums ein erneuter Wechsel: Stefan Ladage löste Kirchhoff ab, der nach einer neuen Verschiebung der Kräfteverhältnisse zurückgetreten war. Ebenso wie zuvor Jürgen Cramer blieb Kirchhoff aber weiter Mitglied des Aufsichtsrates. Der Mindener Jan Stepaniak, der bei der Wahl Kirchhoffs den stellvertretenden Vorsitz übernommen hatte, wurde einstimmig auf diesem Posten bestätigt. Auch der Hessisch Oldendorfer Ladage wurde einstimmig gewählt.

Bei Kirchhoffs Rückzug soll Husmann dessen letzter verbliebener Verbündeter gewesen sein. Stefan Ladage war anschließend mit dem Anspruch angetreten, zwischen den Lagern Brücken zu bauen. Vor der Versammlung, die am Dienstag um 14 Uhr in Magdeburg beginnt, äußerte er sich auf MT-Nachfrage nicht zu den Vorgängen.

Die „Lebensmittelzeitung" schreibt jetzt von einem „tiefen Riss durch die Kaufmannschaft" und berichtet von einem Brandbrief zweier Kaufleute aus der früheren Edeka Nordwest, die sich gegen Husmanns Wiederwahl aussprechen. Darunter mit Wilhelm Behrends auch ein ehrenamtliches Mitglied des Vorstands. Husmann, der ebenfalls aus dem Nordwesten stammt, reagiert demnach seinerseits mit einem Brief, in dem er die Frage aufwirft, ob „kritische Geister kalt gestellt" werden sollen.

Insgesamt werden drei Plätze im zehnköpfigen Aufsichtsrat besetzt. Während Jürgen Cramer mit Erreichen der Altersgrenze ausscheidet, läuft die dreijährige Amtszeit für Florian Husmann und Stefanie Brehm ab. Der Aufsichtsrat schlägt eine Wiederwahl Brehms und die Neuwahl von Thorsten Wucherpfennig und Marc Kuhlmann vor. Husmann hat laut „Lebensmittelzeitung" die Unterstützung einiger Kaufleute und steht ebenfalls zur Wahl. Die Abstimmung in Magdeburg gilt als offen.

Der Mindener Wez-Chef und ehrenamtlicher Vorstand der Edeka Minden, Karl Stefan Preuß, kommentiert die anstehenden Wahlen nicht. Er erwartet eine ordentliche Generalversammlung, bei der es hauptsächlich um den Rückblick auf ein erfolgreiches Jahr gehe. Auch die Edeka-Pressestelle nimmt zu den Vorgängen im Vorfeld der Generalversammlung nicht Stellung.

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MindenUnruhe vor Aufsichtsratswahl bei Edeka MindenHenning WandelMinden (mt). Ein gutes halbes Jahr hat der Burgfrieden im Aufsichtsrat der Edeka Minden-Hannover gehalten – zumindest nach außen. Kurz vor der Generalversammlung am Dienstag zeigt sich jetzt, dass die Lager offenbar doch noch nicht zusammengefunden haben. Das erneute Zerwürfnis entzündet sich laut „Lebensmittelzeitung" an der Kandidatur von Florian Husmann für eine zweite Amtszeit im Aufsichtsgremium. Husmann soll vor einem Jahr zu der Gruppe von Kaufleuten gehört haben, die den Sturz des langjährigen Aufsichtsratsvorsitzenden Jürgen Cramer im Mai vergangenen Jahres vorbereitet hatte. Damals hatte zunächst Ingo Kirchhoff den Vorsitz übernommen. Offiziell war von einem Generationswechsel die Rede: Kirchhoff war bei der Wahl 46, Cramer 63 Jahre alt. Doch Kirchhoff blieb nur wenige Monate im Amt. Schon im Oktober folgte an der Spitze des Aufsichtsgremiums ein erneuter Wechsel: Stefan Ladage löste Kirchhoff ab, der nach einer neuen Verschiebung der Kräfteverhältnisse zurückgetreten war. Ebenso wie zuvor Jürgen Cramer blieb Kirchhoff aber weiter Mitglied des Aufsichtsrates. Der Mindener Jan Stepaniak, der bei der Wahl Kirchhoffs den stellvertretenden Vorsitz übernommen hatte, wurde einstimmig auf diesem Posten bestätigt. Auch der Hessisch Oldendorfer Ladage wurde einstimmig gewählt. Bei Kirchhoffs Rückzug soll Husmann dessen letzter verbliebener Verbündeter gewesen sein. Stefan Ladage war anschließend mit dem Anspruch angetreten, zwischen den Lagern Brücken zu bauen. Vor der Versammlung, die am Dienstag um 14 Uhr in Magdeburg beginnt, äußerte er sich auf MT-Nachfrage nicht zu den Vorgängen. Die „Lebensmittelzeitung" schreibt jetzt von einem „tiefen Riss durch die Kaufmannschaft" und berichtet von einem Brandbrief zweier Kaufleute aus der früheren Edeka Nordwest, die sich gegen Husmanns Wiederwahl aussprechen. Darunter mit Wilhelm Behrends auch ein ehrenamtliches Mitglied des Vorstands. Husmann, der ebenfalls aus dem Nordwesten stammt, reagiert demnach seinerseits mit einem Brief, in dem er die Frage aufwirft, ob „kritische Geister kalt gestellt" werden sollen. Insgesamt werden drei Plätze im zehnköpfigen Aufsichtsrat besetzt. Während Jürgen Cramer mit Erreichen der Altersgrenze ausscheidet, läuft die dreijährige Amtszeit für Florian Husmann und Stefanie Brehm ab. Der Aufsichtsrat schlägt eine Wiederwahl Brehms und die Neuwahl von Thorsten Wucherpfennig und Marc Kuhlmann vor. Husmann hat laut „Lebensmittelzeitung" die Unterstützung einiger Kaufleute und steht ebenfalls zur Wahl. Die Abstimmung in Magdeburg gilt als offen. Der Mindener Wez-Chef und ehrenamtlicher Vorstand der Edeka Minden, Karl Stefan Preuß, kommentiert die anstehenden Wahlen nicht. Er erwartet eine ordentliche Generalversammlung, bei der es hauptsächlich um den Rückblick auf ein erfolgreiches Jahr gehe. Auch die Edeka-Pressestelle nimmt zu den Vorgängen im Vorfeld der Generalversammlung nicht Stellung. Lesen Sie zu diesem Thema auch"75 Millionen Euro für Büro-Komplex: Edeka baut neue Zentrale in Minden" "Edeka-Aufsichtsrat: Stefan Ladage soll Gremium wieder zusammenführen"