Minden

Warten auf den Neubau am Deichhof

Carsten Korfesmeyer

Die Verantwortlichen für das Deichhof-Projekt rechnen mit einer Bauphase von 20 bis 24 Monaten. Entwurf: Architekturstudio pm
Die Verantwortlichen für das Deichhof-Projekt rechnen mit einer Bauphase von 20 bis 24 Monaten. Entwurf: Architekturstudio pm

Minden (mt). Ute Kolbow will sich zeitlich nicht festlegen, spricht aber von einem zeitnahen Baubeginn. Auf gute Nachbarschaft setzt die Geschäftsführerin der RS Stiftungshaus Deichhof, die das Wohn- und Familienzentrum auf dem bisherigen Parkplatz errichten wird. „Wir wollen Ihnen heute mitteilen, wo wir mit den Planungen stehen“, sagt sie am Samstagvormittag im Kino „Die Birke“. Etwas mehr als 30 Anwohner hören zu, was demnächst vor deren eigener Haustür passiert.

Vier Geschosse und ein leicht zurückliegendes Staffelgeschoss wird das Gebäude hoch. Es hat eine Nutzfläche von 4.000 Quadratmetern, verfügt unter anderem über ein Mutter-Kind-Zentrum mit neun Appartements, acht Wohnungen unterschiedlicher Größe und soll rund zur Hälfte von vielfältigen Sozialen Diensten genutzt werden. Der Deichhof verändert sich und Kolbow spricht unter anderem von einer Aufwertung des Quartiers. „Aber was ist mit der Parksituation?“, fragt eine Anwohnerin. Die 16 Stellflächen, die in der Tiefgarage vorgesehen seien, hält sie aufgrund der vielen Büros für zu wenig. Die RS-Geschäftsführerin weist jedoch darauf hin, dass die Stellflächen mit der Stadt genau durchgerechnet wurden. „Wer zu uns will, muss dann eben ein paar Meter zu Fuß gehen“, sagt Kolbow, die weitere Parkplätze im Innenhof des Hauses ausschließt. Denn den sollen vor allem die Kinder und Betreuer der Großtagespflege nutzen können.

Zu weiteren größeren Nachfragen kommt es nicht, was auch an Architekt Oliver Zech und Bauleiter Pierre Putz liegen dürfte, die bereits von sich aus auf die Schwierigkeiten während der inzwischen rund zweijährigen Planungsphase hinweisen. So gibt es beispielsweise Probleme mit dem Untergrund. 104 Betonpfähle werden elf Meter tief gesetzt, um das Wohn- und Familienzentrum zu sichern. Das geschieht dank modernster Technik relativ vibrationsarm. „Die werden nicht rein gehämmert“, sagt Putz. Und damit während der Arbeiten kein Grundwasser eindringt, setzen die Verantwortlichen auf eine komplette Abdichtung der Grube. „Wir bauen in einer Art Wanne“, sagt Zech.

Dass ihr Vorhaben in der Innenstadt mit dem Bau eines durchschnittlichen Einfamilienhauses auf dem Lande keineswegs vergleichbar ist, sagen die Projektverantwortlichen in der etwas mehr als dreiviertelstündigen Veranstaltung mehrfach. Unter anderem sei es vorgeschrieben, dass Archäologen zuvor den Boden untersuchen. „Dass nichts gefunden wird, hatten wir an der Stelle allerdings erwartet“, sagt Zech. Ganz anders sieht die Sache hingegen aus, was die Suche nach Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg betrifft. 956 Bohrungen habe der Kampfmittelräumdienst aus Arnsberg auf dem 1.500 Quadratmeter großen Gelände vorgenommen. „Wir hatten 30 Verdachtsfälle“, sagt Putz. Jeder davon wurde von den Spezialisten aufwendig untersucht. Zurzeit laufen noch 15 Nachprüfungen. Erst wenn die abgearbeitet sind, könne es mit den Arbeiten losgehen.

„Ich gehe davon aus, dass wir die Baugenehmigung bald bekommen“, sagt Kolbow. Den Anwohnern verspricht sie eine möglichst störungsfreie Bauzeit – obwohl es bei einem Vorhaben dieser Größenordnung selbstverständlich auch mal laut werden wird. „Die Zufahrten zur Baustelle erfolgen weitgehend über den Marienwall, sagt die Geschäftsführerin der RS Stiftungshaus Deichhof GbR. Die Gesellschaft ist vor einiger Zeit aus der Rudloff-Stiftung und Strothmann-Stiftung hervorgegangen, die sich für soziale Zwecke einsetzen. Ute Kolbow ist Mitglied in beiden Vorständen.

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MindenWarten auf den Neubau am DeichhofCarsten KorfesmeyerMinden (mt). Ute Kolbow will sich zeitlich nicht festlegen, spricht aber von einem zeitnahen Baubeginn. Auf gute Nachbarschaft setzt die Geschäftsführerin der RS Stiftungshaus Deichhof, die das Wohn- und Familienzentrum auf dem bisherigen Parkplatz errichten wird. „Wir wollen Ihnen heute mitteilen, wo wir mit den Planungen stehen“, sagt sie am Samstagvormittag im Kino „Die Birke“. Etwas mehr als 30 Anwohner hören zu, was demnächst vor deren eigener Haustür passiert. Vier Geschosse und ein leicht zurückliegendes Staffelgeschoss wird das Gebäude hoch. Es hat eine Nutzfläche von 4.000 Quadratmetern, verfügt unter anderem über ein Mutter-Kind-Zentrum mit neun Appartements, acht Wohnungen unterschiedlicher Größe und soll rund zur Hälfte von vielfältigen Sozialen Diensten genutzt werden. Der Deichhof verändert sich und Kolbow spricht unter anderem von einer Aufwertung des Quartiers. „Aber was ist mit der Parksituation?“, fragt eine Anwohnerin. Die 16 Stellflächen, die in der Tiefgarage vorgesehen seien, hält sie aufgrund der vielen Büros für zu wenig. Die RS-Geschäftsführerin weist jedoch darauf hin, dass die Stellflächen mit der Stadt genau durchgerechnet wurden. „Wer zu uns will, muss dann eben ein paar Meter zu Fuß gehen“, sagt Kolbow, die weitere Parkplätze im Innenhof des Hauses ausschließt. Denn den sollen vor allem die Kinder und Betreuer der Großtagespflege nutzen können. Zu weiteren größeren Nachfragen kommt es nicht, was auch an Architekt Oliver Zech und Bauleiter Pierre Putz liegen dürfte, die bereits von sich aus auf die Schwierigkeiten während der inzwischen rund zweijährigen Planungsphase hinweisen. So gibt es beispielsweise Probleme mit dem Untergrund. 104 Betonpfähle werden elf Meter tief gesetzt, um das Wohn- und Familienzentrum zu sichern. Das geschieht dank modernster Technik relativ vibrationsarm. „Die werden nicht rein gehämmert“, sagt Putz. Und damit während der Arbeiten kein Grundwasser eindringt, setzen die Verantwortlichen auf eine komplette Abdichtung der Grube. „Wir bauen in einer Art Wanne“, sagt Zech. Dass ihr Vorhaben in der Innenstadt mit dem Bau eines durchschnittlichen Einfamilienhauses auf dem Lande keineswegs vergleichbar ist, sagen die Projektverantwortlichen in der etwas mehr als dreiviertelstündigen Veranstaltung mehrfach. Unter anderem sei es vorgeschrieben, dass Archäologen zuvor den Boden untersuchen. „Dass nichts gefunden wird, hatten wir an der Stelle allerdings erwartet“, sagt Zech. Ganz anders sieht die Sache hingegen aus, was die Suche nach Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg betrifft. 956 Bohrungen habe der Kampfmittelräumdienst aus Arnsberg auf dem 1.500 Quadratmeter großen Gelände vorgenommen. „Wir hatten 30 Verdachtsfälle“, sagt Putz. Jeder davon wurde von den Spezialisten aufwendig untersucht. Zurzeit laufen noch 15 Nachprüfungen. Erst wenn die abgearbeitet sind, könne es mit den Arbeiten losgehen. „Ich gehe davon aus, dass wir die Baugenehmigung bald bekommen“, sagt Kolbow. Den Anwohnern verspricht sie eine möglichst störungsfreie Bauzeit – obwohl es bei einem Vorhaben dieser Größenordnung selbstverständlich auch mal laut werden wird. „Die Zufahrten zur Baustelle erfolgen weitgehend über den Marienwall, sagt die Geschäftsführerin der RS Stiftungshaus Deichhof GbR. Die Gesellschaft ist vor einiger Zeit aus der Rudloff-Stiftung und Strothmann-Stiftung hervorgegangen, die sich für soziale Zwecke einsetzen. Ute Kolbow ist Mitglied in beiden Vorständen. Hier gibt es weitere Artikel zum Thema