Minden

Grundstückspreise in Minden ziehen stark an

Sebastian Radermacher

Seit Jahren boomt das Geschäft mit Immobilien - zum Leidwesen von Mietern und Wohnungskäufern. Foto: Julian Stratenschulte/dpa - © (c) Copyright 2019, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Seit Jahren boomt das Geschäft mit Immobilien - zum Leidwesen von Mietern und Wohnungskäufern. Foto: Julian Stratenschulte/dpa (© (c) Copyright 2019, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten)

Minden (mt). Wer in Minden ein Haus bauen oder kaufen möchte, muss für das entsprechende Grundstück immer tiefer in die Tasche greifen. „Der Trend ist eindeutig: Die Preise ziehen stark an", sagt Lars Bursian, Baubeigeordneter der Stadt Minden, auf MT-Anfrage. Vor allem das Interesse an Einfamilienhäusern sei gestiegen, aber auch Eigentumswohnungen stünden hoch im Kurs. Der Grundstücksmarktbericht der Stadt Minden für 2018 gibt einen Überblick über die Preisentwicklung.

Baulandpreise

Der sogenannte Bodenrichtwert gibt eine Orientierung über den Preis eines Grundstücks. Er ist ein Durchschnittswert, der sich aus einer Vielzahl von Flächenverkäufen ergibt und zur Wertermittlung von Immobilien herangezogen wird. In Minden liegen die aktuellen Richtwerte für baureife Wohnbauflächen, inklusive Erschließung (Kanal und Straße), zwischen 65 und 220 Euro pro Quadratmeter – je nach Lage im Stadtgebiet. Im Kernbereich der Innenstadt ergeben sich wesentlich höhere Werte: von 150 Euro pro Quadratmeter in der Oberen Altstadt bis hin zu 550 Euro in der Bäckerstraße oder am Scharn.

Im Durchschnitt kostete 2018 ein voll erschlossenes Grundstück in Minden 128,70 Euro pro Quadratmeter. Das waren knapp 20 Prozent mehr als noch 2017 (106,90 Euro) und satte 44 Prozent mehr als vor zehn Jahren (89,20 Euro). Während zum Beispiel in Stemmer aktuell 65 bis 105 Euro pro Quadratmeter fällig werden, kosten Grundstücke in Dützen im Schnitt 65 bis 120 Euro, in Bölhorst und Häverstädt bis zu 150 Euro. Niedriger sind die Preise in Leteln, Aminghausen und Päpinghausen: Dort liegen die aktuellen Bodenrichtwerte für Bauland zwischen 50 und 85 Euro pro Quadratmeter.

Kauffälle

Grundlage für die neuen Daten im Grundstücksmarktbericht sind 802 notariell beurkundete Kaufverträge aus dem vergangenen Jahr, die der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Stadt Minden ausgewertet hat. Im Vergleich zum Jahr zuvor (727) ist die Zahl der Kauffälle um 10,3 Prozent gestiegen.

Den größten Anteil nimmt der Bereich „bebaute Grundstücke" mit 442 Kaufabschlüssen (55 Prozent) ein, gefolgt von Wohnungs- und Teileigentum (27 Prozent) sowie unbebauten Flächen (15 Prozent). Einen nur sehr geringen Teil nehmen land- und forstwirtschaftliche Flächen (ein Prozent) sowie gewerbliche Grundstücke (zwei Prozent) ein. Der Gutachterausschuss ermittelt für jedes Jahr neue Bodenrichtwerte, sagt Benjamin Groß, Vorsitzender des Gremiums.

Übersichtskarte

Die aktuellen Bodenrichtwerte fürs Stadtgebiet können Interessierte im Internet unter www.boris.nrw.de einsehen. Dort sind auch sämtliche Informationen aus dem Mindener Grundstücksmarktbericht kostenlos abgebildet.

Weitere Entwicklung

Die Stadt Minden spürt den zunehmenden Druck auf dem Immobilienmarkt, denn die Nachfrage ist enorm – und momentan ist nicht abzusehen, dass sich an dem Trend zeitnah etwas ändern wird. „Es ist schwer vorherzusagen, wie sich der Markt in den nächsten Jahren entwickeln wird", sagt Lars Bursian. „Wir sind uns bewusst, dass die Nachfrage in Minden nach Eigentum hoch ist. Und wir versuchen, diese zu befriedigen." Fakt sei aber, dass nicht immer alle Interessenten zufriedengestellt werden könnten. Politik und Verwaltung seien dabei, neue Baugebiete in Minden auszuweisen, um entgegenzuwirken. Als Beispiele nennt der Beigeordnete Flächen an der ehemaligen Grundschule in Dützen, am Grundbach (Königstor), an der Roßbachstraße (Nordstadt) sowie auf der Rechten Weserseite am Riehekamp und an der Lahnstraße.

Der Autor ist erreichbar unter (0571) 882 201 oder Sebastian.Radermacher@MT.de

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MindenGrundstückspreise in Minden ziehen stark anSebastian RadermacherMinden (mt). Wer in Minden ein Haus bauen oder kaufen möchte, muss für das entsprechende Grundstück immer tiefer in die Tasche greifen. „Der Trend ist eindeutig: Die Preise ziehen stark an", sagt Lars Bursian, Baubeigeordneter der Stadt Minden, auf MT-Anfrage. Vor allem das Interesse an Einfamilienhäusern sei gestiegen, aber auch Eigentumswohnungen stünden hoch im Kurs. Der Grundstücksmarktbericht der Stadt Minden für 2018 gibt einen Überblick über die Preisentwicklung. Baulandpreise Der sogenannte Bodenrichtwert gibt eine Orientierung über den Preis eines Grundstücks. Er ist ein Durchschnittswert, der sich aus einer Vielzahl von Flächenverkäufen ergibt und zur Wertermittlung von Immobilien herangezogen wird. In Minden liegen die aktuellen Richtwerte für baureife Wohnbauflächen, inklusive Erschließung (Kanal und Straße), zwischen 65 und 220 Euro pro Quadratmeter – je nach Lage im Stadtgebiet. Im Kernbereich der Innenstadt ergeben sich wesentlich höhere Werte: von 150 Euro pro Quadratmeter in der Oberen Altstadt bis hin zu 550 Euro in der Bäckerstraße oder am Scharn. Im Durchschnitt kostete 2018 ein voll erschlossenes Grundstück in Minden 128,70 Euro pro Quadratmeter. Das waren knapp 20 Prozent mehr als noch 2017 (106,90 Euro) und satte 44 Prozent mehr als vor zehn Jahren (89,20 Euro). Während zum Beispiel in Stemmer aktuell 65 bis 105 Euro pro Quadratmeter fällig werden, kosten Grundstücke in Dützen im Schnitt 65 bis 120 Euro, in Bölhorst und Häverstädt bis zu 150 Euro. Niedriger sind die Preise in Leteln, Aminghausen und Päpinghausen: Dort liegen die aktuellen Bodenrichtwerte für Bauland zwischen 50 und 85 Euro pro Quadratmeter. Kauffälle Grundlage für die neuen Daten im Grundstücksmarktbericht sind 802 notariell beurkundete Kaufverträge aus dem vergangenen Jahr, die der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Stadt Minden ausgewertet hat. Im Vergleich zum Jahr zuvor (727) ist die Zahl der Kauffälle um 10,3 Prozent gestiegen. Den größten Anteil nimmt der Bereich „bebaute Grundstücke" mit 442 Kaufabschlüssen (55 Prozent) ein, gefolgt von Wohnungs- und Teileigentum (27 Prozent) sowie unbebauten Flächen (15 Prozent). Einen nur sehr geringen Teil nehmen land- und forstwirtschaftliche Flächen (ein Prozent) sowie gewerbliche Grundstücke (zwei Prozent) ein. Der Gutachterausschuss ermittelt für jedes Jahr neue Bodenrichtwerte, sagt Benjamin Groß, Vorsitzender des Gremiums. Übersichtskarte Die aktuellen Bodenrichtwerte fürs Stadtgebiet können Interessierte im Internet unter www.boris.nrw.de einsehen. Dort sind auch sämtliche Informationen aus dem Mindener Grundstücksmarktbericht kostenlos abgebildet. Weitere Entwicklung Die Stadt Minden spürt den zunehmenden Druck auf dem Immobilienmarkt, denn die Nachfrage ist enorm – und momentan ist nicht abzusehen, dass sich an dem Trend zeitnah etwas ändern wird. „Es ist schwer vorherzusagen, wie sich der Markt in den nächsten Jahren entwickeln wird", sagt Lars Bursian. „Wir sind uns bewusst, dass die Nachfrage in Minden nach Eigentum hoch ist. Und wir versuchen, diese zu befriedigen." Fakt sei aber, dass nicht immer alle Interessenten zufriedengestellt werden könnten. Politik und Verwaltung seien dabei, neue Baugebiete in Minden auszuweisen, um entgegenzuwirken. Als Beispiele nennt der Beigeordnete Flächen an der ehemaligen Grundschule in Dützen, am Grundbach (Königstor), an der Roßbachstraße (Nordstadt) sowie auf der Rechten Weserseite am Riehekamp und an der Lahnstraße. Der Autor ist erreichbar unter (0571) 882 201 oder Sebastian.Radermacher@MT.de