Minden

Wie hoch ist die Miete? Stadt sammelt Daten für neue Preisübersicht

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Stadtnahes Wohnen wird auch in Minden immer beliebter. Der Wohnungsmarkt ist umkämpft, die Nachfrage groß. ?Das dürfte sich auch im neuen Mietspiegel widerspiegeln. - © Stadt Minden/pr
Stadtnahes Wohnen wird auch in Minden immer beliebter. Der Wohnungsmarkt ist umkämpft, die Nachfrage groß. ?Das dürfte sich auch im neuen Mietspiegel widerspiegeln. (© Stadt Minden/pr)

Minden (mt/rad). Ist die vom Eigentümer geforderte Mieterhöhung angemessen? Ist die Miete für die inserierte Wohnung zu hoch angesetzt? Welche Summe müssen Mieter in den einzelnen Stadtteilen monatlich aufbringen? Diese Fragen zu beantworten, ist nicht einfach. Eine Orientierungshilfe sowohl für Mieter als auch für Vermieter ist ein qualifizierte Mietspiegel. Für eine aktualisierte Übersicht sammelt die Stadt Minden ab jetzt neue Mietpreisdaten. Zum 1. April 2020 wird der neue Mietspiegel in Kraft treten.

Die Aufstellung liegt dieses Mal federführend in der Hand der Stadt Minden, nachdem der Mietspiegel 2016 als Gemeinschaftswerk herausgegeben und 2018 von der Stadt Minden mit einem Verbraucherpreis-Index von plus 2,3 Prozent fortgeschrieben wurde. Die Träger des Gemeinschaftswerkes von 2016 sind auch in die Aufstellung für 2020 einbezogen, teilt die Pressestelle der Stadt mit. Neben der Statistikstelle der Stadt Minden sind das der Verein Haus und Grund Minden, der Mieterverein Minden und Umgebung, die Genossenschaft für Siedlungsbau (GSW) sowie die Wohnhaus Minden GmbH.

Der Mietspiegel bietet eine Übersicht über die ortsüblichen Vergleichsmieten für den nicht preisgebundenen Wohnraum. „Er dient als Richtlinie und gibt den Mietvertragsparteien eine Orientierungsmöglichkeit, um in eigener Verantwortung die Miethöhe zu vereinbaren, je nach Lage, Ausstattung und Zustand der Wohnung und des Gebäudes", nennt der Beigeordnete für Städtebau und Feuerschutz, Lars Bursian, den Hintergrund.

Zudem biete der Mietspiegel Kosten-Transparenz für Menschen, die Interesse haben, nach Minden zu ziehen Für den Mietspiegel 2016 wurden rund 3.200 Datensätze erfasst und ausgewertet. Sowohl Privatvermieter als auch große Wohnungsbaugesellschaften hatten Angaben zum Mietspiegel für 2016 geliefert. „Wir hoffen dieses Mal auf eine höhere Beteiligung", sagt Benjamin Groß, Leiter des Bereiches Vermessung und Geoservice bei der Stadt Minden. Je mehr Menschen bei der Befragung mitmachen, desto aussagekräftiger werden die Vergleichsmieten. Geoservice und Statistikstelle arbeiten derzeit an einem Online-Fragebogen, der voraussichtlich Ende Mai auf die Internetseite der Stadt Minden (www.minden.de) eingestellt wird.

Beteiligen können sich an der Erfassung, die bis Anfang August dauern soll, alle Mieter und Haus- beziehungsweise Wohnungseigentümer in Minden. Die Angaben sind anonym und freiwillig. Haus und Grund und der Mieterverein werden ihre Mitglieder wieder zur Beteiligung aufrufen, teilt die Stadt mit. Da in dem Internet-Fragebogen – ohne Nennung des Namens – auch Straße und Hausnummer sowie Geschoss der Wohnung abgefragt werden, können Dopplungen vermieden werden, erläutert Groß. Mieter beziehungsweise Eigentümer sollen neben der Kaltmiete in das Online-Dokument zunächst einmal den Typ (zum Beispiel Einfamilien- oder Mehrfamilienhaus), die Lage, das Baujahr, die Größe und die Zahl der Räume angeben. Außerdem sind sie aufgerufen, aufwertende Details in der Ausstattung, zum Beispiel einen Fahrstuhl, hochwertige Bodenbeläge, die Art der Heizung, Balkon/Terrasse, Isolierverglasung oder Wärmedämmung in dem Formular zu kennzeichnen. „Alle diesen Angaben werden elektronisch ausgewertet und fließen in den neuen Mietspiegel ein", sagt Groß.

Lars Bursian rechnet damit, dass aufgrund der Entwicklungen auf dem Markt in den vergangenen vier Jahren seit der letzten Erhebung die Mietpreise auch in Minden diesmal höher ausfallen werden. Bislang seien die Mieten in Minden im Vergleich mit ähnlich großen Städten der Region recht günstig gewesen. Entscheidend für den Preis sei neben dem Baujahr, dem Zustand und der Ausstattung auch die Lage.

Wem gehört Minden?

- Mit diesem Projekt wollen wir gemeinsam mit den Bürgern mehr Transparenz auf dem Wohnungsmarkt schaffen und werden auch über interessante Beispiele berichten.

- Unter wem-gehoert-minden.de kann jeder der Redaktion mitteilen, wer der Eigentümer seiner Mietwohnung ist und welche Erfahrungen er mit dem Ver-mieter gemacht hat. Aus den gewonnenen Daten setzen wir ein Bild zusammen und recherchieren, wo sich Missstände zeigen.

- Das Projekt ist eine Kooperation des Mindener Tageblattes mit Correctiv, dem ersten gemeinnützigen Recherchezentrum im deutschsprachigen Raum (correctiv.org).

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