Streifenwagen geleiteten den Hochzeitskonvoi an der Abfahrt Bielefeld-Ost von der A2. - © dpa
Streifenwagen geleiteten den Hochzeitskonvoi an der Abfahrt Bielefeld-Ost von der A2. (© dpa)

Minden/Bielefeld/Stadthagen/Porta Westfalica

Hochzeitskonvoi löst Polizeieinsatz aus - kein Einzelfall in NRW

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Minden/Bielefeld/Stadthagen/Porta Westfalica (dpa/mt/hgd/ire). Ein Hochzeitskonvoi hat am Ostersamstag einen Einsatz der Polizei Minden-Lübbecke und der Polizei Bielefeld ausgelöst. Ein Zeuge hatte am frühen Nachmittag die Beamten in Minden per Notruf verständigt und über diverse Verkehrsverstöße berichtet, teilt die Polizei Minden-Lübbecke mit. Das war kein Einzelfall. Insgesamt ist die Polizei über Ostern in Nordrhein-Westfalen zu 38 Einsätzen wegen ausufernder Hochzeitsfeiern gerufen worden.

Dem Mann sei am Samstag um 13.20 Uhr bereits auf der B 65 im benachbarten Bückeburg die aus etwa 15 bis 20 Fahrzeugen umfassende Kolonne aufgefallen. Einige Autofahrer seien in Schlangenlinien gefahren, so dass ein Überholen nicht möglich gewesen sei.

Zudem ist der Konvoi laut Polizei mehrfach mit sehr unterschiedlichen Geschwindigkeiten gefahren, wobei an einigen der Autos die Warnblinkanlage eingeschaltet waren. Die Fahrer und Passagiere sollen aus einzelnen Fahrzeugen heraus türkische Fahnen gezeigt haben.

Zum Zeitpunkt des Anrufes befand sich der Korso bereits auf der B 482 in Porta Westfalica-Hausberge und fuhr auf die Autobahn 2 in Richtung Bielefeld. Zuvor soll der Fahrer eines Sportwagens an der Kreuzung B 482/Findelstraße mit hoher Geschwindigkeit über Sperrflächen gefahren sein und mitten auf der Kreuzung angehalten haben. Streifenwagen leiteten den Konvoi schließlich an der Anschlussstelle Bielefeld-Ost ab und stoppten die Fahrer. Während der Kontrolle gab die Hochzeitsgesellschaft an, dass man auf dem Weg sei, die Braut abzuholen. Danach wolle man zur eigentlichen Feier nach Stadthagen fahren.

Den Beteiligten wurde das Fahren in größeren Gruppen untersagt. Die Personen stammten überwiegend aus Städten in Niedersachsen, vereinzelt aber auch aus Nordrhein-Westfalen. Die Polizei Minden hat die Ermittlungen übernommen. Dabei soll geklärt werden, ob neben den Verkehrsverstößen möglicherweise auch Verkehrsstraftaten begangen wurden. Seit Wochen bewegen ausufernde Hochzeitsfeiern samt Autoblockaden oder Luftschüssen Nordrhein-Westfalen.

Inzwischen lässt sich das Innenministerium alle Zwischenfälle melden. Bei Gladbeck sollen rund 50 Fahrzeuge die Autobahn 52 blockiert haben. Laut Zeugen fackelten Hochzeitsgäste dabei Pyrotechnik ab und beleidigten Fahrer, die wegen ihnen im Stau standen. In Köln zählte die Polizei 50 Zweite-Reihe-Parker bei einer Hochzeit.

Das NRW-Innenministerium will nach Angaben eines Sprechers herausfinden, ob es sich wirklich um ein „neues Phänomen handelt" und „wie groß das Problem wirklich ist". Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte sich bereits vergangene Woche in die Debatte eingemischt und gewarnt: „Autobahnen und Innenstädte sind keine privaten Festsäle." Reul sagte weiter: „Wenn Hochzeitsgesellschaften sich und andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr bringen, werden die Toleranzgrenzen unserer Gesellschaft klar überschritten." Als Anlass nannte sein Ministerium vergangene Woche explizit „Feiernde mit Migrationshintergrund".

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Minden/Bielefeld/Stadthagen/Porta WestfalicaHochzeitskonvoi löst Polizeieinsatz aus - kein Einzelfall in NRWMinden/Bielefeld/Stadthagen/Porta Westfalica (dpa/mt/hgd/ire). Ein Hochzeitskonvoi hat am Ostersamstag einen Einsatz der Polizei Minden-Lübbecke und der Polizei Bielefeld ausgelöst. Ein Zeuge hatte am frühen Nachmittag die Beamten in Minden per Notruf verständigt und über diverse Verkehrsverstöße berichtet, teilt die Polizei Minden-Lübbecke mit. Das war kein Einzelfall. Insgesamt ist die Polizei über Ostern in Nordrhein-Westfalen zu 38 Einsätzen wegen ausufernder Hochzeitsfeiern gerufen worden. Dem Mann sei am Samstag um 13.20 Uhr bereits auf der B 65 im benachbarten Bückeburg die aus etwa 15 bis 20 Fahrzeugen umfassende Kolonne aufgefallen. Einige Autofahrer seien in Schlangenlinien gefahren, so dass ein Überholen nicht möglich gewesen sei. Zudem ist der Konvoi laut Polizei mehrfach mit sehr unterschiedlichen Geschwindigkeiten gefahren, wobei an einigen der Autos die Warnblinkanlage eingeschaltet waren. Die Fahrer und Passagiere sollen aus einzelnen Fahrzeugen heraus türkische Fahnen gezeigt haben. Zum Zeitpunkt des Anrufes befand sich der Korso bereits auf der B 482 in Porta Westfalica-Hausberge und fuhr auf die Autobahn 2 in Richtung Bielefeld. Zuvor soll der Fahrer eines Sportwagens an der Kreuzung B 482/Findelstraße mit hoher Geschwindigkeit über Sperrflächen gefahren sein und mitten auf der Kreuzung angehalten haben. Streifenwagen leiteten den Konvoi schließlich an der Anschlussstelle Bielefeld-Ost ab und stoppten die Fahrer. Während der Kontrolle gab die Hochzeitsgesellschaft an, dass man auf dem Weg sei, die Braut abzuholen. Danach wolle man zur eigentlichen Feier nach Stadthagen fahren. Den Beteiligten wurde das Fahren in größeren Gruppen untersagt. Die Personen stammten überwiegend aus Städten in Niedersachsen, vereinzelt aber auch aus Nordrhein-Westfalen. Die Polizei Minden hat die Ermittlungen übernommen. Dabei soll geklärt werden, ob neben den Verkehrsverstößen möglicherweise auch Verkehrsstraftaten begangen wurden. Seit Wochen bewegen ausufernde Hochzeitsfeiern samt Autoblockaden oder Luftschüssen Nordrhein-Westfalen. Inzwischen lässt sich das Innenministerium alle Zwischenfälle melden. Bei Gladbeck sollen rund 50 Fahrzeuge die Autobahn 52 blockiert haben. Laut Zeugen fackelten Hochzeitsgäste dabei Pyrotechnik ab und beleidigten Fahrer, die wegen ihnen im Stau standen. In Köln zählte die Polizei 50 Zweite-Reihe-Parker bei einer Hochzeit. Das NRW-Innenministerium will nach Angaben eines Sprechers herausfinden, ob es sich wirklich um ein „neues Phänomen handelt" und „wie groß das Problem wirklich ist". Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte sich bereits vergangene Woche in die Debatte eingemischt und gewarnt: „Autobahnen und Innenstädte sind keine privaten Festsäle." Reul sagte weiter: „Wenn Hochzeitsgesellschaften sich und andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr bringen, werden die Toleranzgrenzen unserer Gesellschaft klar überschritten." Als Anlass nannte sein Ministerium vergangene Woche explizit „Feiernde mit Migrationshintergrund".