Berlin/Bielefeld/Minden

Auslandsumsätze ansässiger Unternehmen steigen um 2,9 Prozent

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Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum 2019 deutlich nach unten korrigiert. - © (c) dpa-infografik GmbH
Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum 2019 deutlich nach unten korrigiert. (© (c) dpa-infografik GmbH)

Berlin/Bielefeld/Minden (dpa/uli). Angesichts einer schwächeren Konjunktur in Deutschland nimmt Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) einen neuen Anlauf für steuerliche Entlastungen von Unternehmen. Die Bundesregierung rechnet in diesem Jahr nur noch mit einem Plus des Bruttoinlandsprodukts von 0,5 Prozent statt wie bisher mit 1,0 Prozent.

Altmaier sprach von einem „Weckruf“. Die Politik müsse nun darüber nachdenken, wie sie Wachstum anregen könne. Er plädierte für strukturelle Entlastungen bei Steuern, Abgaben und Bürokratie.

Auch bei der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld „trüben sich die Erwartungen ein“. Das sagte Oliver Höner, Vorsitzender des IHK-Außenwirtschaftsaus-schusses. Mit knapp 17 Milliarden Euro hätten die Auslandsumsätze des Verarbeitenden Gewerbes in Ostwestfalen im vergangenen Jahr einen neuen Spitzenwert erreicht und setzten den Wachstumskurs der vergangenen Jahre fort, hieß es weiter im aktuellen Exportbarometer der IHK.

Die Umsätze stiegen im Vergleich zu Vorjahr um 2,9 Prozent (2017: 16,5 Milliarden Euro), blieben aber hinter der Wachstumsquote von acht Prozent zurück. An der Befragung beteiligten sich 357 Unternehmen mit rund 75.500 Beschäftigten.

Den höchsten Auslandsumsatz erwirtschafteten nach der IHK-Mitteilung die Unternehmen im Kreis Gütersloh mit 7,9 Milliarden Euro (47 Prozent), gefolgt von Betrieben in Minden-Lübbecke mit 2,7 Milliarden Euro (16 Prozent) und Unternehmen im Kreis Herford (2,3 Milliarden Euro, 14 Prozent).

„International aktive Unternehmen sind erfolgreicher“, erläuterte Harald Grefe, stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführer, „über die Hälfte rechnen mit steigenden Gesamtumsätzen. Bei den rein national tätigen Firmen sind es knapp 37 Prozent.“

Altmaier schlug in Berlin zudem vor, geplante Vorhaben der Regierung aufzuschieben, welche die Wirtschaft belasteten. Es gehe darum, Unternehmen keine Steine in den Weg zu legen. Konkrete Maßnahmen nannte Altmaier nicht. Die Spitzenverbände der Wirtschaft äußern seit langem Kritik zum Beispiel an der geplanten Einschränkung sogenannter sachgrundloser Befristungen bei Jobs oder an der geplanten Mindestausbildungsvergütung.

Altmaier sagte, er wolle nach der Osterpause auf seine Kabinettskollegen zugehen. Es sei kein „Konjunkturprogramm“ notwendig, Firmen und Bürger brauchten aber Entlastungen. Dazu gehöre auch eine Entlastung bei den hohen Strompreisen, machte der CDU-Politiker deutlich. Hauptgrund für die schwächere Konjunkturprognose ist eine Abkühlung der Weltwirtschaft, auch vor dem Hintergrund von Handelskonflikten zwischen den USA und China oder den USA und der EU.

ostwestfalen.ihk.de/exportbarometer

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Berlin/Bielefeld/MindenAuslandsumsätze ansässiger Unternehmen steigen um 2,9 ProzentBerlin/Bielefeld/Minden (dpa/uli). Angesichts einer schwächeren Konjunktur in Deutschland nimmt Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) einen neuen Anlauf für steuerliche Entlastungen von Unternehmen. Die Bundesregierung rechnet in diesem Jahr nur noch mit einem Plus des Bruttoinlandsprodukts von 0,5 Prozent statt wie bisher mit 1,0 Prozent. Altmaier sprach von einem „Weckruf“. Die Politik müsse nun darüber nachdenken, wie sie Wachstum anregen könne. Er plädierte für strukturelle Entlastungen bei Steuern, Abgaben und Bürokratie. Auch bei der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld „trüben sich die Erwartungen ein“. Das sagte Oliver Höner, Vorsitzender des IHK-Außenwirtschaftsaus-schusses. Mit knapp 17 Milliarden Euro hätten die Auslandsumsätze des Verarbeitenden Gewerbes in Ostwestfalen im vergangenen Jahr einen neuen Spitzenwert erreicht und setzten den Wachstumskurs der vergangenen Jahre fort, hieß es weiter im aktuellen Exportbarometer der IHK. Die Umsätze stiegen im Vergleich zu Vorjahr um 2,9 Prozent (2017: 16,5 Milliarden Euro), blieben aber hinter der Wachstumsquote von acht Prozent zurück. An der Befragung beteiligten sich 357 Unternehmen mit rund 75.500 Beschäftigten. Den höchsten Auslandsumsatz erwirtschafteten nach der IHK-Mitteilung die Unternehmen im Kreis Gütersloh mit 7,9 Milliarden Euro (47 Prozent), gefolgt von Betrieben in Minden-Lübbecke mit 2,7 Milliarden Euro (16 Prozent) und Unternehmen im Kreis Herford (2,3 Milliarden Euro, 14 Prozent). „International aktive Unternehmen sind erfolgreicher“, erläuterte Harald Grefe, stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführer, „über die Hälfte rechnen mit steigenden Gesamtumsätzen. Bei den rein national tätigen Firmen sind es knapp 37 Prozent.“ Altmaier schlug in Berlin zudem vor, geplante Vorhaben der Regierung aufzuschieben, welche die Wirtschaft belasteten. Es gehe darum, Unternehmen keine Steine in den Weg zu legen. Konkrete Maßnahmen nannte Altmaier nicht. Die Spitzenverbände der Wirtschaft äußern seit langem Kritik zum Beispiel an der geplanten Einschränkung sogenannter sachgrundloser Befristungen bei Jobs oder an der geplanten Mindestausbildungsvergütung. Altmaier sagte, er wolle nach der Osterpause auf seine Kabinettskollegen zugehen. Es sei kein „Konjunkturprogramm“ notwendig, Firmen und Bürger brauchten aber Entlastungen. Dazu gehöre auch eine Entlastung bei den hohen Strompreisen, machte der CDU-Politiker deutlich. Hauptgrund für die schwächere Konjunkturprognose ist eine Abkühlung der Weltwirtschaft, auch vor dem Hintergrund von Handelskonflikten zwischen den USA und China oder den USA und der EU. ostwestfalen.ihk.de/exportbarometer