Laptop vor dem Bauch, Messsonde im Anschlag: Jürgen Schmidt geht im Auftrag der Mindener Stadtwerke in diesen Tagen von Haus zu Haus und überprüft die unterirdischen Gasleitungen sowie die Hausanschlüsse. - © Foto: Mindener Stadtwerke
Laptop vor dem Bauch, Messsonde im Anschlag: Jürgen Schmidt geht im Auftrag der Mindener Stadtwerke in diesen Tagen von Haus zu Haus und überprüft die unterirdischen Gasleitungen sowie die Hausanschlüsse. (© Foto: Mindener Stadtwerke)

Minden

Laptop, Mess-Sonde, 200-Kilometer-Spaziergang: Jürgen Schmidt spürt Gas-Lecks in Minden auf

veröffentlicht

Minden (mt/rad). Die Mindener Stadtwerke überprüfen in diesen Tagen im Stadtgebiet die Gasleitungen. Jürgen Schmidt, der die Aufgaben seit Jahren für die Stadtwerke übernimmt, ist seit Anfang der Woche mit Laptop und Messsonde im südwestlichen Teil Mindens unterwegs.

Das hochempfindliche Messgerät spürt schon die geringsten Gasmengen auf, teilen die Stadtwerke mit. Dabei saugt das Gerät die Luft von der Erdoberfläche ab („Teppichsonde“) und pumpt sie in das Gasspürgerät. Falls ein Gasrohr undicht ist, schlägt das Messgerät Alarm und zeigt die genaue Gaskonzentration an. Die Leckage wird dann lokalisiert, um die Undichtigkeiten sofort zu beheben. Jürgen Schmidt läuft die rund 200 Kilometer lange Prüfstrecke zu Fuß ab. Dabei betritt er mitunter auch Privatgrundstücke, denn die Sicherungspflicht der Mindener Stadtwerke reicht bis zum Gas-Hausanschluss. Peter Tiemann, bei den Mindener Stadtwerken zuständiger Bereichsleiter für die Gas- und Wassernetze, erläutert: „Wir setzen Herrn Schmidt schon seit Jahren für diese Aufgabe ein. Er ist inzwischen ein bekanntes Gesicht. Das schafft das nötige Vertrauen. Aber er kann sich natürlich auch ausweisen.“

Entsprechend den geltenden Vorschriften muss das örtliche Gasnetz alle vier Jahre untersucht werden. Die Mindener Stadtwerke haben die Stadt entlang von Weser und Mittellandkanal in vier Quadranten unterteilt. Jürgen Schmidt prüft jedes Jahr einen der vier Bereiche – dann geht's wieder von vorne los.

Die Prüfung erfolgt direkt über den Erdgasleitungen. Dazu setzt Schmidt eine GPS-gestützte Technik ein, die wie beim Navigationsgerät im Auto funktioniert. Das Verfahren hat gleich mehrere Vorteile. So kann der Gasspür-Experte nämlich auf die neuesten digitalen Pläne zurückgreifen. Außerdem kann er die abgegangene Route genau dokumentieren. Prüfen kann er die Leitungen allerdings nur bei trockenem Wetter. Denn saugt das Messgerät von der Straße Feuchtigkeit mit ein, kann es zu Falschmessungen kommen.

Die Mindener Stadtwerke versorgen in und um Minden rund 13.000 Haushalte mit Strom und Gas. Sie beschäftigen derzeit 45 Mitarbeiter und erwirtschafteten 2017 einen Umsatz von 21 Millionen Euro. Das Unternehmen wurde 2013 gegründet und ist zu 100 Prozent in kommunalem Besitz. Eigentümer sind die Stadt Minden (51 Prozent) und die Stadtwerke Hameln (49). Geschäftsführer ist Matthias Partetzke.

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