Minden

Geschlossene Tiefgarage macht sich bei Parkplatzsuche kaum bemerkbar

Monika Jäger

Noch gibt es in der Innenstadt genügend Parkplätze. Wenn die heiße Bauphase der Rathaussanierung beeginnt, kann das allerdings schnell anders werden. MT- - © Foto: Alex Lehn
Noch gibt es in der Innenstadt genügend Parkplätze. Wenn die heiße Bauphase der Rathaussanierung beeginnt, kann das allerdings schnell anders werden. MT- (© Foto: Alex Lehn)

Minden (mt). Wer mit Axel Berger spricht, merkt schnell: Aufregung lohnt nicht. Der Geschäftsführer der Mindener Parkhaus GmbH sagt klar: „Der Parkdruck hat sich nicht spürbar erhöht" – jedenfalls nicht für Kurzzeitparker. Und auch die Verträge mit Dauerparkern sind kaum mehr geworden.

Für die Parkhäuser Hellingstraße und Marienstraße gab es da zwar zunächst verstärkt Nachfragen, aber dann auch wieder Kündigungen. Insgesamt verzeichnet Berger mehr Fluktuation, aber unterm Strich kaum mehr Parkende. Und auch am Dreiecksplatz, wo Drei-Monats-Tickets gelöst werden können, sei keine große Zunahme festzustellen: „Wir werden nicht mit Dauerparkern überrannt". Wo die geblieben sind? Unerforscht.

Insgesamt wird in Minden sowieso eher weniger geparkt als früher. In der Statistik, die Berger seit 2002 fortschreibt, schlägt die Kurve nur in den Jahren 2005/2006 nach oben aus. „Seither hat sich die Zahl der Parkvorgänge nicht zum Positiven entwickelt."

Allerdings: Wer in Minden wann wo und wie lange parkt, darüber gibt es keine Gesamtsicht. Denn der Stadt fehlt ein aktuelles Parkraumkonzept. Das ist zurzeit unter anderem deswegen nicht besonders dringlich, da Minden genug Ausweichmöglichkeiten mit Kanzlers Weide hat und das Parkhaus am Marienwall noch bis etwa 2022 am Netz bleibt. Eigentlich hätte das längst zur Sanierung geschlossen werden sollen.

Themen für ein Gesamtkonzept gäbe es genug: Die überalterten Parkhäuser mit Buchten, die für moderne, breite Autos zu schmal sind und die einer Gesellschaft aus älter werdenden Autofahrern nicht genug Komfort und Sicherheit suggerieren, beispielsweise. Die Parkgebühren. Die Frage, wie viele Parkplätze und Parkhäuser Minden in den nächsten Jahren und Jahrzehnten wirklich brauchen wird – und vor allem wo.

Dahinter steht mehr: Erkenntnisse darüber zum Beispiel, wie sich der Individualverkehr weiter entwickelt: Wird es mehr E-Mobilität geben? Bleibt der Trend zur riesigen Familienkutsche? Kommen selbstfahrende Autos?

Ein Parkraumkonzept hängt darum eng an einem Verkehrskonzept, ebenso wie an einem Einzelhandelskonzept. Und auch das ist in Minden nicht mehr aktuell, die Fortschreibung schiebt die Stadt seit einigen Jahren vor sich her.

Darin wird es auch darum gehen müssen, nach welchen Kriterien welche Art von Geschäften wo angesiedelt werden kann und soll: Schwierige und auch kontrovers diskutierte Themen in einer Zeit, da die Besucherfrequenzen in den Innenstädten abnehmen und keiner bisher die Lösung gefunden hat, diese trotz des Internethandels zu unwiderstehlichen Shopping-Magneten zu machen. Was weiter gut läuft, seien die verkaufsoffenen Sonntage und das Weihnachtsgeschäft, sagt Berger, der auch Geschäftsführer des Mindener Einzelhandelsverbandes ist.

Auch wenn die Parkhaus-Schließungen an der Obermarktpassage keine aktuell in Zahlen belegbaren Folgen hatten, wird sich in den kommenden Monaten der Parkdruck erhöhen. Grund sind die Bauarbeiten am Mindener Rathaus. Demnächst werden auch die Tiefgarage unter dem Stadthaus und der Große Domhof zeitweise gesperrt. „Aktuell ist ein Teilschließung im 1. Bauabschnitt (2019 bis 2020) und eine Vollschließung im 2. Bauabschnitt zu erwarten", erklärt dazu Stadt-Pressesprecherin Katharina Heß. Die genauen Schließzeiten hingen vom Bauzeitenplan ab, der voraussichtlich im Juni feststehen werde.

Und mehr: „Der Parkplatz Großer Domhof wird während des gesamten Sanierungszeitraum bis Mitte 2022 stark eingeschränkt werden müssen". Wann genau, auch das wird die Stadtverwaltung erst im Juni festlegen. Der Parkplatz wird dann als Baustellenfläche genutzt.

Die Autorin ist erreichbar unter Monika.Jaeger@MT.de oder Telefon (0571) 882 148.

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MindenGeschlossene Tiefgarage macht sich bei Parkplatzsuche kaum bemerkbarMonika JägerMinden (mt). Wer mit Axel Berger spricht, merkt schnell: Aufregung lohnt nicht. Der Geschäftsführer der Mindener Parkhaus GmbH sagt klar: „Der Parkdruck hat sich nicht spürbar erhöht" – jedenfalls nicht für Kurzzeitparker. Und auch die Verträge mit Dauerparkern sind kaum mehr geworden. Für die Parkhäuser Hellingstraße und Marienstraße gab es da zwar zunächst verstärkt Nachfragen, aber dann auch wieder Kündigungen. Insgesamt verzeichnet Berger mehr Fluktuation, aber unterm Strich kaum mehr Parkende. Und auch am Dreiecksplatz, wo Drei-Monats-Tickets gelöst werden können, sei keine große Zunahme festzustellen: „Wir werden nicht mit Dauerparkern überrannt". Wo die geblieben sind? Unerforscht. Insgesamt wird in Minden sowieso eher weniger geparkt als früher. In der Statistik, die Berger seit 2002 fortschreibt, schlägt die Kurve nur in den Jahren 2005/2006 nach oben aus. „Seither hat sich die Zahl der Parkvorgänge nicht zum Positiven entwickelt." Allerdings: Wer in Minden wann wo und wie lange parkt, darüber gibt es keine Gesamtsicht. Denn der Stadt fehlt ein aktuelles Parkraumkonzept. Das ist zurzeit unter anderem deswegen nicht besonders dringlich, da Minden genug Ausweichmöglichkeiten mit Kanzlers Weide hat und das Parkhaus am Marienwall noch bis etwa 2022 am Netz bleibt. Eigentlich hätte das längst zur Sanierung geschlossen werden sollen. Themen für ein Gesamtkonzept gäbe es genug: Die überalterten Parkhäuser mit Buchten, die für moderne, breite Autos zu schmal sind und die einer Gesellschaft aus älter werdenden Autofahrern nicht genug Komfort und Sicherheit suggerieren, beispielsweise. Die Parkgebühren. Die Frage, wie viele Parkplätze und Parkhäuser Minden in den nächsten Jahren und Jahrzehnten wirklich brauchen wird – und vor allem wo. Dahinter steht mehr: Erkenntnisse darüber zum Beispiel, wie sich der Individualverkehr weiter entwickelt: Wird es mehr E-Mobilität geben? Bleibt der Trend zur riesigen Familienkutsche? Kommen selbstfahrende Autos? Ein Parkraumkonzept hängt darum eng an einem Verkehrskonzept, ebenso wie an einem Einzelhandelskonzept. Und auch das ist in Minden nicht mehr aktuell, die Fortschreibung schiebt die Stadt seit einigen Jahren vor sich her. Darin wird es auch darum gehen müssen, nach welchen Kriterien welche Art von Geschäften wo angesiedelt werden kann und soll: Schwierige und auch kontrovers diskutierte Themen in einer Zeit, da die Besucherfrequenzen in den Innenstädten abnehmen und keiner bisher die Lösung gefunden hat, diese trotz des Internethandels zu unwiderstehlichen Shopping-Magneten zu machen. Was weiter gut läuft, seien die verkaufsoffenen Sonntage und das Weihnachtsgeschäft, sagt Berger, der auch Geschäftsführer des Mindener Einzelhandelsverbandes ist. Auch wenn die Parkhaus-Schließungen an der Obermarktpassage keine aktuell in Zahlen belegbaren Folgen hatten, wird sich in den kommenden Monaten der Parkdruck erhöhen. Grund sind die Bauarbeiten am Mindener Rathaus. Demnächst werden auch die Tiefgarage unter dem Stadthaus und der Große Domhof zeitweise gesperrt. „Aktuell ist ein Teilschließung im 1. Bauabschnitt (2019 bis 2020) und eine Vollschließung im 2. Bauabschnitt zu erwarten", erklärt dazu Stadt-Pressesprecherin Katharina Heß. Die genauen Schließzeiten hingen vom Bauzeitenplan ab, der voraussichtlich im Juni feststehen werde. Und mehr: „Der Parkplatz Großer Domhof wird während des gesamten Sanierungszeitraum bis Mitte 2022 stark eingeschränkt werden müssen". Wann genau, auch das wird die Stadtverwaltung erst im Juni festlegen. Der Parkplatz wird dann als Baustellenfläche genutzt. Die Autorin ist erreichbar unter Monika.Jaeger@MT.de oder Telefon (0571) 882 148.