Minden

Diskussion über Nachhaltigkeit am Campus

Carsten Korfesmeyer

Henning Wandel (von links) leitete die Diskussionsrunde, in der unter anderem Sebastian Garcia Dennemark, Astrid Burschel, Dawid Schimmel, Inna Sawatzki und Dr. Marie-Luise Meinhold über ethischen Welthandel sprachen. MT- - © Foto: Carsten Korfesmeyer
Henning Wandel (von links) leitete die Diskussionsrunde, in der unter anderem Sebastian Garcia Dennemark, Astrid Burschel, Dawid Schimmel, Inna Sawatzki und Dr. Marie-Luise Meinhold über ethischen Welthandel sprachen. MT- (© Foto: Carsten Korfesmeyer)

Minden (mt). Es dreht sich um die Vereinbarkeit von Wirtschaft und Umweltschutz. „Wir müssen unbedingt eine enkeltaugliche Zukunft gestalten“, sagt Katharina Walckhoff bei dem von ihr mitorganisierten Konvent am FH-Campus. Angesichts der Plastikmüllproblematik und des Klimawandels sei dies ein hochgestecktes Ziel, das aber erreicht werden müsse. Und wie ein ethischer Welthandel aussehen könnte, wird auf dem Podium lebhaft diskutiert.

In der von MT-Redakteur Henning Wandel moderierten Gesprächsrunde treten abwechselnd auch die Zuschauer nach vorne – und beziehen Position. Rasch zeigt sich, dass alle das selbe Ziel verfolgen, über den richtigen Weg dorthin jedoch unterschiedlicher Ansicht sind. „Wir müssen versuchen, mit weniger Ressourcen auszukommen“, sagt beispielsweise Dawid Schimmel, der in einem Chemieunternehmen tätig ist. Ökologie und Arbeitsplatzsicherung würden sich nicht gegenseitig ausschließen, wenn die Unternehmen lösungsorientiert an die Thematik herantreten.

Dass globales Denken und lokales Handeln angesagt sind, zeigt sich ebenfalls. Vor allem die Verpackungen stehen im Blick. Ein sogenannter „Unverpacktladen“ sei in Minden ein Schritt, den die Kommune mitgestalten könne. Auch Firmen tun ihrerseits etwas, um für mehr Transparenz zu sorgen. Astrid Burschel von der Firma Wago erzählt von dem 90-seitigen Umweltbericht, den ihr Unternehmen herausgebracht hat. Der schaffe Klarheit über Verbräuche und stärke auch die Motivation in der Belegschaft. „Weil sie wissen, dass ihre Firma verantwortungsbewusst ist“, sagt sie. Wago setze darüber hinaus auf gesunde Ernährung und fair gehandelte Produkte. In der firmeneineigenen Kantine würden entsprechende Gerichte auch seit einiger Zeit preislich gefördert.

Das kapitalistische Modell dürfe nicht zu Lasten der Umwelt erfolgen, sagt Dr. Marie-Luise Meinhold, die eine Versicherung nach den Prinzipien der Gemeinwohl-Ökonomie gegründet hat. Sie sieht bei der Zukunft des Welthandels nicht nur die Unternehmen in der Verantwortung. „Der Staat muss stark sein, damit er uns schützen kann“, sagt sie. Es gelte, die kapitalistische Ordnung in den Griff zu bekommen.

Firmen sollten freiwillig die Wege einer Optimierung beschreiten, meint Sebastian Garcia Dennemark. Der Ökonomik-Student sieht bei den Unternehmen eine Verantwortung und möchte die Konsumenten entlasten. Bei den Verpackungen gelte es neue Strukturen zu finden. Plastikmüll sollte gar nicht erst erzeugt werden. Die Verbraucher sollten damit an den Regalen gar nicht konfrontiert werden.

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MindenDiskussion über Nachhaltigkeit am CampusCarsten KorfesmeyerMinden (mt). Es dreht sich um die Vereinbarkeit von Wirtschaft und Umweltschutz. „Wir müssen unbedingt eine enkeltaugliche Zukunft gestalten“, sagt Katharina Walckhoff bei dem von ihr mitorganisierten Konvent am FH-Campus. Angesichts der Plastikmüllproblematik und des Klimawandels sei dies ein hochgestecktes Ziel, das aber erreicht werden müsse. Und wie ein ethischer Welthandel aussehen könnte, wird auf dem Podium lebhaft diskutiert. In der von MT-Redakteur Henning Wandel moderierten Gesprächsrunde treten abwechselnd auch die Zuschauer nach vorne – und beziehen Position. Rasch zeigt sich, dass alle das selbe Ziel verfolgen, über den richtigen Weg dorthin jedoch unterschiedlicher Ansicht sind. „Wir müssen versuchen, mit weniger Ressourcen auszukommen“, sagt beispielsweise Dawid Schimmel, der in einem Chemieunternehmen tätig ist. Ökologie und Arbeitsplatzsicherung würden sich nicht gegenseitig ausschließen, wenn die Unternehmen lösungsorientiert an die Thematik herantreten. Dass globales Denken und lokales Handeln angesagt sind, zeigt sich ebenfalls. Vor allem die Verpackungen stehen im Blick. Ein sogenannter „Unverpacktladen“ sei in Minden ein Schritt, den die Kommune mitgestalten könne. Auch Firmen tun ihrerseits etwas, um für mehr Transparenz zu sorgen. Astrid Burschel von der Firma Wago erzählt von dem 90-seitigen Umweltbericht, den ihr Unternehmen herausgebracht hat. Der schaffe Klarheit über Verbräuche und stärke auch die Motivation in der Belegschaft. „Weil sie wissen, dass ihre Firma verantwortungsbewusst ist“, sagt sie. Wago setze darüber hinaus auf gesunde Ernährung und fair gehandelte Produkte. In der firmeneineigenen Kantine würden entsprechende Gerichte auch seit einiger Zeit preislich gefördert. Das kapitalistische Modell dürfe nicht zu Lasten der Umwelt erfolgen, sagt Dr. Marie-Luise Meinhold, die eine Versicherung nach den Prinzipien der Gemeinwohl-Ökonomie gegründet hat. Sie sieht bei der Zukunft des Welthandels nicht nur die Unternehmen in der Verantwortung. „Der Staat muss stark sein, damit er uns schützen kann“, sagt sie. Es gelte, die kapitalistische Ordnung in den Griff zu bekommen. Firmen sollten freiwillig die Wege einer Optimierung beschreiten, meint Sebastian Garcia Dennemark. Der Ökonomik-Student sieht bei den Unternehmen eine Verantwortung und möchte die Konsumenten entlasten. Bei den Verpackungen gelte es neue Strukturen zu finden. Plastikmüll sollte gar nicht erst erzeugt werden. Die Verbraucher sollten damit an den Regalen gar nicht konfrontiert werden.