Kommentar zu den Unruhen bei den Mühlenkreiskliniken: Nichts gelernt

Benjamin Piel

Die Mühlenkreiskliniken (MKK) haben nichts dazugelernt. Was muss noch passieren, damit sie endlich beginnen, so zu kommunizieren, wie das angemessen wäre? Da kündigt die Klinikleitung dem prominentesten Chefarzt fristlos und samt Hausverbot. Und wie erfährt die Mehrzahl der Mitarbeiter davon? Aus dem MT. Autsch. Weil man offenbar dachte, dass die Öffentlichkeit schon nichts erfahren werde und es mit der Bekanntgabe auch noch zu Beginn der Woche reiche. Weitsichtige Transparenz gegenüber den eigenen Leuten? Fehlanzeige.

Und der nächste Fall von verfehlter Kommunikation liegt schon auf dem Tisch. Ein arabischer Arzt weigert sich nach Aussage gleich zweier MKK-Mitarbeiter, mit Frauen im OP zu arbeiten. Ein Unding. Doch wie reagieren die Kliniken? Statt dazu zu stehen, dass da etwas gewaltig schiefgelaufen ist und den Mitarbeitern, die Meldung machten, dankbar zu sein, streiten die MKK alles ab. Dass die Mitarbeiter, die den Missstand öffentlich gemacht haben, ihre Namen nicht nennen wollen, weil sie Angst vor Repressalien haben, ist da nur zu verständlich.

Und das alles, nachdem es beim geplatzten Umstrukturierungsprozess im vergangenen Jahr genau an einem besonders gemangelt hatte: der Kommunikation. Schon damals war der Wagen gegen die Wand gebrettert, weil die Kliniken ihre Botschaft nicht zu vermitteln verstanden hatten. Es ist bezeichnend, dass sich daran nichts geändert hat. Jeder darf Fehler machen. Aber nicht dreimal denselben.

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Kommentar zu den Unruhen bei den Mühlenkreiskliniken: Nichts gelerntBenjamin PielDie Mühlenkreiskliniken (MKK) haben nichts dazugelernt. Was muss noch passieren, damit sie endlich beginnen, so zu kommunizieren, wie das angemessen wäre? Da kündigt die Klinikleitung dem prominentesten Chefarzt fristlos und samt Hausverbot. Und wie erfährt die Mehrzahl der Mitarbeiter davon? Aus dem MT. Autsch. Weil man offenbar dachte, dass die Öffentlichkeit schon nichts erfahren werde und es mit der Bekanntgabe auch noch zu Beginn der Woche reiche. Weitsichtige Transparenz gegenüber den eigenen Leuten? Fehlanzeige. Und der nächste Fall von verfehlter Kommunikation liegt schon auf dem Tisch. Ein arabischer Arzt weigert sich nach Aussage gleich zweier MKK-Mitarbeiter, mit Frauen im OP zu arbeiten. Ein Unding. Doch wie reagieren die Kliniken? Statt dazu zu stehen, dass da etwas gewaltig schiefgelaufen ist und den Mitarbeitern, die Meldung machten, dankbar zu sein, streiten die MKK alles ab. Dass die Mitarbeiter, die den Missstand öffentlich gemacht haben, ihre Namen nicht nennen wollen, weil sie Angst vor Repressalien haben, ist da nur zu verständlich. Und das alles, nachdem es beim geplatzten Umstrukturierungsprozess im vergangenen Jahr genau an einem besonders gemangelt hatte: der Kommunikation. Schon damals war der Wagen gegen die Wand gebrettert, weil die Kliniken ihre Botschaft nicht zu vermitteln verstanden hatten. Es ist bezeichnend, dass sich daran nichts geändert hat. Jeder darf Fehler machen. Aber nicht dreimal denselben.