Meine Woche: Ob Thermomix oder A2: Einen Gang runter schalten

Thomas Lieske

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MT-Redakteur Thomas Lieske (© mt)

Das Gas auf Turbo – und ab geht die Post. Ja, ich gebe zu: In den nächsten Tagen zieht das neue Modell von Thermomix in meine Küche ein. Thermomix, das ist die Küchenmaschine, die quasi alles können soll: rühren, kochen, dampfgaren, Eis machen und neuerdings sogar anbraten. Ich bin gespannt. Am liebsten ist mir aber der Turbogang des Rührmessers. Vollgas – und ab geht die Post.

Das gilt für viele Autofahrer auch, wenn sie auf der A2 in Porta fahren. Wer die Verbindungsachse von Paris nach Moskau mit dem Turbogang entlang saust, hat keine Chance, all das zu sehen, was die Autobahn vor unserer Haustür eigentlich ausmacht. Welche Menschen täglich mit ihr zu tun haben. Wer sorgt dafür, dass auf dem Rasthof alles glatt läuft? Wer hilft, wenn jemand in Not gerät? Und wie kommen die Menschen, deren Garten direkt an die Autobahn grenzt, eigentlich damit zurecht?

Das MT wird in den kommenden Wochen an dieser Stelle bewusst einen Gang runterschalten: von Turbo auf langsamste Stufe. Vollgas heißt es dann höchstens in der Recherche. Die führt uns auch in dieser Woche an die Autobahn. Zum Beispiel auf den Autohof in Porta. Was läuft da eigentlich hinter den Kulissen? Wer sorgt dafür, dass die Trucker nach einem stressigen Tag auf der Autobahn am Abend ein sicheres Plätzchen bekommen? Und wer meistert die logistische Herausforderung, genug Verpflegung für täglich Tausende Rastsuchende bieten zu können?

Das Ergebnis der Autobahnrecherche ist in den nächsten Wochen im MT und auf MT.de zu lesen. Auch der Leser kann dann einen Gang runter schalten, rechts ranfahren und sich Zeit für das nehmen, was für viele längst selbstverständlich geworden und dadurch aus dem Blick geraten ist. Die A2 ist eben mehr als nur eine Straße, auf der (manchmal viel zu) schnell gefahren wird.

Einen Gang runter schalten muss jetzt übrigens auch Vorwerk. Denn mit seinem neuen Thermomix-Modell ist das Unternehmen „nur" fünf Jahre nach dem letzten Relaunch an den Markt gegangen. Für Vorwerk eine sehr kurze Zeitspanne. Von den Kunden, die sich gerade noch das „alte" Modell gekauft haben, hagelt es dafür Kritik. Das Autobahnprojekt des MT zeigt: Manchmal lohnt es sich, auch mal weniger Gas zu geben.

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Meine Woche: Ob Thermomix oder A2: Einen Gang runter schaltenThomas LieskeDas Gas auf Turbo – und ab geht die Post. Ja, ich gebe zu: In den nächsten Tagen zieht das neue Modell von Thermomix in meine Küche ein. Thermomix, das ist die Küchenmaschine, die quasi alles können soll: rühren, kochen, dampfgaren, Eis machen und neuerdings sogar anbraten. Ich bin gespannt. Am liebsten ist mir aber der Turbogang des Rührmessers. Vollgas – und ab geht die Post. Das gilt für viele Autofahrer auch, wenn sie auf der A2 in Porta fahren. Wer die Verbindungsachse von Paris nach Moskau mit dem Turbogang entlang saust, hat keine Chance, all das zu sehen, was die Autobahn vor unserer Haustür eigentlich ausmacht. Welche Menschen täglich mit ihr zu tun haben. Wer sorgt dafür, dass auf dem Rasthof alles glatt läuft? Wer hilft, wenn jemand in Not gerät? Und wie kommen die Menschen, deren Garten direkt an die Autobahn grenzt, eigentlich damit zurecht? Das MT wird in den kommenden Wochen an dieser Stelle bewusst einen Gang runterschalten: von Turbo auf langsamste Stufe. Vollgas heißt es dann höchstens in der Recherche. Die führt uns auch in dieser Woche an die Autobahn. Zum Beispiel auf den Autohof in Porta. Was läuft da eigentlich hinter den Kulissen? Wer sorgt dafür, dass die Trucker nach einem stressigen Tag auf der Autobahn am Abend ein sicheres Plätzchen bekommen? Und wer meistert die logistische Herausforderung, genug Verpflegung für täglich Tausende Rastsuchende bieten zu können? Das Ergebnis der Autobahnrecherche ist in den nächsten Wochen im MT und auf MT.de zu lesen. Auch der Leser kann dann einen Gang runter schalten, rechts ranfahren und sich Zeit für das nehmen, was für viele längst selbstverständlich geworden und dadurch aus dem Blick geraten ist. Die A2 ist eben mehr als nur eine Straße, auf der (manchmal viel zu) schnell gefahren wird. Einen Gang runter schalten muss jetzt übrigens auch Vorwerk. Denn mit seinem neuen Thermomix-Modell ist das Unternehmen „nur" fünf Jahre nach dem letzten Relaunch an den Markt gegangen. Für Vorwerk eine sehr kurze Zeitspanne. Von den Kunden, die sich gerade noch das „alte" Modell gekauft haben, hagelt es dafür Kritik. Das Autobahnprojekt des MT zeigt: Manchmal lohnt es sich, auch mal weniger Gas zu geben.