Minden/Wellington/Berlin

Klimastreiks auf der ganzen Welt: 700 Schüler demonstrieren in Minden

veröffentlicht

Minden/ Es ist eine Protestwelle für mehr Klimaschutz, und das rund um den Erdball: Hunderttausende Jugendliche demonstrieren an diesem Freitag in mehr als 100 Staaten unter dem Motto "Fridays for Future" für drastische Schritte gegen die Erderwärmung. Den Auftakt machten am Morgen Tausende Schüler in Neuseeland. Allein in dem Pazifikstaat waren gut 30 Demonstrationen geplant. Weltweit sind 1700 Kundgebungen und Schülerstreiks angekündigt, hierzulande rund 200.

Auch in Minden gingen die Schüler am Freitagmorgen auf die Straße. Start der Demonstration war um 11.30 Uhr auf dem Kleinen Domhof in Minden, die laut Schätzung der Polizei rund 500 Teilnehmer ziehen derzeit mit ihren Plakaten durch die Stadt. Per Lautsprecher stimmten sie zu Sprechchören an, darunter "Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut."

Symbolfigur der Protestwelle ist die 16-jährige schwedische Schülerin Greta Thunberg, die seit vielen Wochen freitags für den Kampf gegen den Klimawandel demonstriert, statt zur Schule zu gehen. Sie ist inzwischen zu einer Ikone für Klimaschützer rund um die Welt geworden.

Unterstützung bekommt die ursprünglich von jungen Leuten initiierte Bewegung auch aus anderen Generationen. So haben rund 20.000 Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz eine Stellungnahme unterzeichnet, um dem Anliegen der Klimabewegung Nachdruck zu verleihen. Auch Eltern stellen sich mit "Parents for Future" an die Seite der Jugendlichen. Sie bitten unter anderem darum, auf Schulverweise oder andere disziplinarischen Maßnahmen zu verzichten, wenn Schüler für Proteste dem Unterricht fernbleiben.

Nach Ansicht des CDU-Bundestagsabgeordneten Philipp Amthor sollten die Proteste erst nach dem Unterrichtsende beginnen. "Politisches Interesse der Schüler finde ich immer gut. Dem können sie aber auch in ihrer Freizeit nachgehen", sagte der 26-Jährige der "Heilbronner Stimme". "Bei der Wahl zwischen Unterricht und Klimademos in der Schulzeit entscheiden sich viele für Klimademos. Bei der Wahl zwischen Playstation und Klimademos am Nachmittag sieht es dann bei manchen aber schon anders aus."

Vergangene Woche hatte nach Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Schülerproteste begrüßt. Viele der Erwachsenen hätten noch nicht gemerkt, "dass es fünf vor zwölf ist", sagte Steinmeier in Neumünster zu Schülern einer "Fridays For Future"-Mahnwache. Es gehe nicht nur um Schutz des Klimas, sondern auch um den Schutz der Weltmeere. Er sagte: "Wir brauchen junge Menschen wie euch, die sich einmischen."

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Minden/Wellington/BerlinKlimastreiks auf der ganzen Welt: 700 Schüler demonstrieren in MindenMinden/Wellington/Berlin (dpa/mt). Es ist eine Protestwelle für mehr Klimaschutz, und das rund um den Erdball: Hunderttausende Jugendliche demonstrieren an diesem Freitag in mehr als 100 Staaten unter dem Motto "Fridays for Future" für drastische Schritte gegen die Erderwärmung. Den Auftakt machten am Morgen Tausende Schüler in Neuseeland. Allein in dem Pazifikstaat waren gut 30 Demonstrationen geplant. Weltweit sind 1700 Kundgebungen und Schülerstreiks angekündigt, hierzulande rund 200. Auch in Minden gingen die Schüler am Freitagmorgen auf die Straße. Start der Demonstration war um 11.30 Uhr auf dem Kleinen Domhof in Minden, die laut Schätzung der Polizei rund 500 Teilnehmer ziehen derzeit mit ihren Plakaten durch die Stadt. Per Lautsprecher stimmten sie zu Sprechchören an, darunter "Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut." Symbolfigur der Protestwelle ist die 16-jährige schwedische Schülerin Greta Thunberg, die seit vielen Wochen freitags für den Kampf gegen den Klimawandel demonstriert, statt zur Schule zu gehen. Sie ist inzwischen zu einer Ikone für Klimaschützer rund um die Welt geworden. Unterstützung bekommt die ursprünglich von jungen Leuten initiierte Bewegung auch aus anderen Generationen. So haben rund 20.000 Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz eine Stellungnahme unterzeichnet, um dem Anliegen der Klimabewegung Nachdruck zu verleihen. Auch Eltern stellen sich mit "Parents for Future" an die Seite der Jugendlichen. Sie bitten unter anderem darum, auf Schulverweise oder andere disziplinarischen Maßnahmen zu verzichten, wenn Schüler für Proteste dem Unterricht fernbleiben. Nach Ansicht des CDU-Bundestagsabgeordneten Philipp Amthor sollten die Proteste erst nach dem Unterrichtsende beginnen. "Politisches Interesse der Schüler finde ich immer gut. Dem können sie aber auch in ihrer Freizeit nachgehen", sagte der 26-Jährige der "Heilbronner Stimme". "Bei der Wahl zwischen Unterricht und Klimademos in der Schulzeit entscheiden sich viele für Klimademos. Bei der Wahl zwischen Playstation und Klimademos am Nachmittag sieht es dann bei manchen aber schon anders aus." Vergangene Woche hatte nach Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Schülerproteste begrüßt. Viele der Erwachsenen hätten noch nicht gemerkt, "dass es fünf vor zwölf ist", sagte Steinmeier in Neumünster zu Schülern einer "Fridays For Future"-Mahnwache. Es gehe nicht nur um Schutz des Klimas, sondern auch um den Schutz der Weltmeere. Er sagte: "Wir brauchen junge Menschen wie euch, die sich einmischen."