Minden

Probleme beim Wohnen: Mondpreise und Messie-Mieter

Monika Jäger

Wohnen ist in der Stadt Minden ein Thema, das viele Akteure an einen Tisch bringt – auch beim Forum zu „bezahlbarem Wohnraum“ in dieser Woche. Das MT widmet sich zurzeit diesem Komplex. MT- - © Foto: Jäger
Wohnen ist in der Stadt Minden ein Thema, das viele Akteure an einen Tisch bringt – auch beim Forum zu „bezahlbarem Wohnraum“ in dieser Woche. Das MT widmet sich zurzeit diesem Komplex. MT- (© Foto: Jäger)

Minden (mt). Wohnen kann ganz schön problematisch sein: Das ist der Eindruck nach der ersten Woche des MT-Bürgerrecherche–Projekts „Wem gehört Minden". Nach vielen Anrufen und Gesprächen zeichnet sich ab, dass es drei Gruppen gibt, die ganz verschiedene Sorgen und Nöte haben: Mieter, Vermieter und Wohnungssuchende.

Was Mieter wollen, klingt eigentlich nicht sehr anspruchsvoll: Verlässliche monatliche Belastungen (möglichst keine Mieterhöhungen, versteht sich), transparente Nebenkostenabrechnungen, keine Sonderzahlungen für Handwerkerleistungen, wenn doch sowieso schon ein Hausmeister mit finanziert wird. Wichtig ist ihnen auch, dass sie ihre Vermieter bei Problemen direkt erreichen können. Für einige, die sich in dieser Woche ans MT gewendet haben, ist das jedoch offenbar nicht der Fall. Im Bereich Königstor hat sich sogar eine kleine Initiative gebildet, um bestimmten Entwicklungen dort genauer nachzugehen. Hier steht eine große (nicht aus Minden kommende) Wohnungsgesellschaft im Zentrum der Kritik. Das MT wird hier in den kommenden Wochen gemeinsam mit dem Recherchezentrum Correctiv – das seine deutschlandweite Vernetzung dazu nutzen kann – genauer hinsehen.

Auch, was Vermieter sich wünschen, ist meist kein Hexenwerk: „anständige" Mieter, wie es einer im Gespräch mit dem MT nannte – solche, die Wohnungen nicht verwüstet hinterlassen, die sich in der Hausgemeinschaft in Sachen Müll, Kellernutzung oder Treppenreinigung arrangieren und die vor allem die Miete pünktlich zahlen. Denn viele der Mindener Vermieter sind Privatleute, die eine oder zwei Wohnungen am Markt haben, und nicht wenige bessern sich so ihre Rente auf. Nicht alle haben es mit ihren Mieter leicht – auch darüber wird das MT berichten.

Schließlich sind da jene, die eine Unterkunft suchen. Und das ist in Minden durchaus ein Problem. Denn auf dem Markt bewegt sich wenig. Eine junge Familie mit drei kleinen Kindern zum Beispiel sucht seit neun Monaten eine neue Unterkunft –-„alles, was uns angeboten wird, hat einfach nur Mondpreise."

Aber auch kleine Wohnungen gibt es viel zu wenige. Eine Lösung dafür ist nicht leicht, denn der Bau auch von Sozialwohnungen ist aus verschiedenen Gründen teuer. Mit dieser Thematik befassen sich auch seit längerem die Stadt Minden und das „Bündnis Wohnen für Minden."

Mit vielen Artikeln und Veranstaltungen beleuchtet das Mindener Tageblatt in den nächsten Wochen diesen Themenkomplex. Am kommenden Montag zum Beispiel sind Politiker, Verwaltungsspitzen und Aktive des Wohnungsmarkts zu einem Gespräch beim MT eingeladen.

Alle interessierten Leserinnen und Leser können beim MT-Stadtgespräch mitreden: Am Montag, 18. März, geht es ab 18 Uhr im Preußenmuseum rund um Wohnen in Minden und der Region. Wo lebt es sich besser? Kämpft jeder Ort für sich? Gibt es irgendwo keine Probleme? Das und mehr wird an diesem Abend zu besprechen sein. Der Eintritt ist frei.

Rund um die Uhr besteht die Möglichkeit, Teil der Bürgerrecherche zu werden und Infos über seinen Mietvertrag hochzuladen. Auf der Seite www.wem-gehoert-minden.de kann jeder auch eigene Erfahrungen eintragen. Diese Daten können nur zwei Projektredakteure einsehen – sie werden gegebenenfalls mit Einverständnis der Informanten für weitere Recherchen verwendet, ansonsten nicht veröffentlicht. Es gilt Informantenschutz.

Das Redaktionsteam ist auch am Sonntag, 31. März, vormittags, auf der Touristik- und Aktiv-Freizeit-Messe und freut sich auf Gespräche und Diskussionen mit den Lesern. Ende April beim „Hiller Markt" können die Besucher ebenfalls mit dem MT-Team über das Projekt sprechen. Zudem sind mehrere Aktionen in Minden und Porta Westfalica geplant.

Das Rechercheteam ist per Telefon oder E-Mail erreichbar:Stefan.Koch@MT.de, Telefon (05 71) 882 165; Sebastian.Radermacher@MT.de, Telefon (05 71) 882 201;Monika.Jaeger@MT.de, Telefon (05 71) 882 148;Nina.Koenemann@MT.de, Telefon (05 71) 882 618.Bei Correctiv zuständig ist justus.von.daniels@correctiv.org.

MT-Bürgerrecherche "Wem gehört Minden?"

Wem gehört Minden? Mit diesem Projekt wollen wir gemeinsam mit den Bürgern mehr Transparenz auf dem Wohnungsmarkt schaffen, und werden in den kommenden Wochen auch über interessante Beispiele berichten.

So geht's: Unter wem-gehoert-minden.de kann jeder der Redaktion mitteilen, wer der Eigentümer seiner Mietwohnung ist und welche Erfahrungen er mit dem Vermieter gemacht hat. Aus den gewonnen Daten setzen wir ein Bild zusammen und recherchieren auch, wenn sich Missstände zeigen.

Das Projekt ist eine Kooperation des Mindener Tageblattes mit Correctiv, dem ersten gemeinnützigen Recherchezentrum im deutschsprachigen Raum. Correctiv finanziert sich ausschließlich über Spenden von Bürgern und Stiftungen (correctiv.org).

www.wem-gehoert-minden.de

Copyright © Mindener Tageblatt 2019
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem Abo oder Tagespass möglich.

MindenProbleme beim Wohnen: Mondpreise und Messie-MieterMonika JägerMinden (mt). Wohnen kann ganz schön problematisch sein: Das ist der Eindruck nach der ersten Woche des MT-Bürgerrecherche–Projekts „Wem gehört Minden". Nach vielen Anrufen und Gesprächen zeichnet sich ab, dass es drei Gruppen gibt, die ganz verschiedene Sorgen und Nöte haben: Mieter, Vermieter und Wohnungssuchende. Was Mieter wollen, klingt eigentlich nicht sehr anspruchsvoll: Verlässliche monatliche Belastungen (möglichst keine Mieterhöhungen, versteht sich), transparente Nebenkostenabrechnungen, keine Sonderzahlungen für Handwerkerleistungen, wenn doch sowieso schon ein Hausmeister mit finanziert wird. Wichtig ist ihnen auch, dass sie ihre Vermieter bei Problemen direkt erreichen können. Für einige, die sich in dieser Woche ans MT gewendet haben, ist das jedoch offenbar nicht der Fall. Im Bereich Königstor hat sich sogar eine kleine Initiative gebildet, um bestimmten Entwicklungen dort genauer nachzugehen. Hier steht eine große (nicht aus Minden kommende) Wohnungsgesellschaft im Zentrum der Kritik. Das MT wird hier in den kommenden Wochen gemeinsam mit dem Recherchezentrum Correctiv – das seine deutschlandweite Vernetzung dazu nutzen kann – genauer hinsehen. Auch, was Vermieter sich wünschen, ist meist kein Hexenwerk: „anständige" Mieter, wie es einer im Gespräch mit dem MT nannte – solche, die Wohnungen nicht verwüstet hinterlassen, die sich in der Hausgemeinschaft in Sachen Müll, Kellernutzung oder Treppenreinigung arrangieren und die vor allem die Miete pünktlich zahlen. Denn viele der Mindener Vermieter sind Privatleute, die eine oder zwei Wohnungen am Markt haben, und nicht wenige bessern sich so ihre Rente auf. Nicht alle haben es mit ihren Mieter leicht – auch darüber wird das MT berichten. Schließlich sind da jene, die eine Unterkunft suchen. Und das ist in Minden durchaus ein Problem. Denn auf dem Markt bewegt sich wenig. Eine junge Familie mit drei kleinen Kindern zum Beispiel sucht seit neun Monaten eine neue Unterkunft –-„alles, was uns angeboten wird, hat einfach nur Mondpreise." Aber auch kleine Wohnungen gibt es viel zu wenige. Eine Lösung dafür ist nicht leicht, denn der Bau auch von Sozialwohnungen ist aus verschiedenen Gründen teuer. Mit dieser Thematik befassen sich auch seit längerem die Stadt Minden und das „Bündnis Wohnen für Minden." Mit vielen Artikeln und Veranstaltungen beleuchtet das Mindener Tageblatt in den nächsten Wochen diesen Themenkomplex. Am kommenden Montag zum Beispiel sind Politiker, Verwaltungsspitzen und Aktive des Wohnungsmarkts zu einem Gespräch beim MT eingeladen. Alle interessierten Leserinnen und Leser können beim MT-Stadtgespräch mitreden: Am Montag, 18. März, geht es ab 18 Uhr im Preußenmuseum rund um Wohnen in Minden und der Region. Wo lebt es sich besser? Kämpft jeder Ort für sich? Gibt es irgendwo keine Probleme? Das und mehr wird an diesem Abend zu besprechen sein. Der Eintritt ist frei. Rund um die Uhr besteht die Möglichkeit, Teil der Bürgerrecherche zu werden und Infos über seinen Mietvertrag hochzuladen. Auf der Seite www.wem-gehoert-minden.de kann jeder auch eigene Erfahrungen eintragen. Diese Daten können nur zwei Projektredakteure einsehen – sie werden gegebenenfalls mit Einverständnis der Informanten für weitere Recherchen verwendet, ansonsten nicht veröffentlicht. Es gilt Informantenschutz. Das Redaktionsteam ist auch am Sonntag, 31. März, vormittags, auf der Touristik- und Aktiv-Freizeit-Messe und freut sich auf Gespräche und Diskussionen mit den Lesern. Ende April beim „Hiller Markt" können die Besucher ebenfalls mit dem MT-Team über das Projekt sprechen. Zudem sind mehrere Aktionen in Minden und Porta Westfalica geplant. Das Rechercheteam ist per Telefon oder E-Mail erreichbar:Stefan.Koch@MT.de, Telefon (05 71) 882 165; Sebastian.Radermacher@MT.de, Telefon (05 71) 882 201;Monika.Jaeger@MT.de, Telefon (05 71) 882 148;Nina.Koenemann@MT.de, Telefon (05 71) 882 618.Bei Correctiv zuständig ist justus.von.daniels@correctiv.org. MT-Bürgerrecherche "Wem gehört Minden?" Wem gehört Minden? Mit diesem Projekt wollen wir gemeinsam mit den Bürgern mehr Transparenz auf dem Wohnungsmarkt schaffen, und werden in den kommenden Wochen auch über interessante Beispiele berichten. So geht's: Unter wem-gehoert-minden.de kann jeder der Redaktion mitteilen, wer der Eigentümer seiner Mietwohnung ist und welche Erfahrungen er mit dem Vermieter gemacht hat. Aus den gewonnen Daten setzen wir ein Bild zusammen und recherchieren auch, wenn sich Missstände zeigen. Das Projekt ist eine Kooperation des Mindener Tageblattes mit Correctiv, dem ersten gemeinnützigen Recherchezentrum im deutschsprachigen Raum. Correctiv finanziert sich ausschließlich über Spenden von Bürgern und Stiftungen (correctiv.org). www.wem-gehoert-minden.de