EU-Parlamentarier Brok verabschiedet sich mit düsterer Analyse und mahnenden Appellen

Reinhard Günnewig

Elmar Brok (rechts) sprach ein Einladung des Mindener Sektionsleiters Klaus-Joachim Riechmann zu Risiken und CHancen der EU. - © Foto: Reinhard Günnewig
Elmar Brok (rechts) sprach ein Einladung des Mindener Sektionsleiters Klaus-Joachim Riechmann zu Risiken und CHancen der EU. (© Foto: Reinhard Günnewig)

Minden (gü). Schon viele Male war er Teilnehmer der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC), dem weltweit größten Treffen internationaler Spitzenpolitiker, Sicherheitsexperten, Militärs und Vertretern der Rüstungsindustrie. Doch die jüngste MSC-Tagung hat Elmar Brok beinahe ratlos und resigniert zurückgelassen. „Ich bin selten so depressiv heimgefahren“, sagte das dienstälteste Mitglied des Europäischen Parlaments in Minden als Gast des Wirtschaftsrates der CDU: „Es geht jeder gegen jeden, China gegen die USA, USA gegen Russland. Und Europa steht ziemlich alleine da.“ In einer fast einstündigen Analyse zog Brok, der mit Ablauf der Legislaturperiode in wenigen Monaten nach fast 40 Jahren die große europäische Bühne verlässt, ein illusionsloses Resümee der schwierigen Lage, der Risiken und Gefahren, aber auch der Erfolge, Chancen und Perspektiven des europäischen Projekts.