Minden

Das Digitale ist beim Freiherr-vom-Stein-Berufskolleg längst Alltag: So viel Schule geht online

Carsten Korfesmeyer

NRW-Staatssekretär Mathias Richter (5.von links) besucht den Unterricht von Ann-Kathrin Eisenberg (links) und informiert sich mit Kirstin Korte, Michael Paul und Cornelia Schöder über das digitale Konzept. MT- - © Foto: Korfesmeyer
NRW-Staatssekretär Mathias Richter (5.von links) besucht den Unterricht von Ann-Kathrin Eisenberg (links) und informiert sich mit Kirstin Korte, Michael Paul und Cornelia Schöder über das digitale Konzept. MT- (© Foto: Korfesmeyer)

Minden (mt). Dem Staatssekretär aus dem NRW-Schulministerium gefällt, was er sieht. Mathias Richter (FDP) besucht am Donnerstagvormittag eine Unterrichtsstunde am Freiherr-vom-Stein-Berufskolleg, in der das Digitale allgegenwärtig ist. Jeder Schüler hat ein Tablet vor sich, in dem Texte oder Arbeitsblätter als Anlagen hinterlegt und abrufbar sind. Online zu lernen, falle ihnen leichter, erzählen die jungen Leute und auch von einer besseren Strukturierung ist die Rede. „Wir können uns gut austauschen“, sagt Lehrerin Ann-Kathrin Eisenberg. Sie habe sogar die Möglichkeit, die Hausaufgaben im Netz zu kontrollieren und jederzeit auch einen Überblick darüber, ob es bei ihren Schülern Lerndefizite gibt.

Das Digitale ist im gesamten Berufskolleg inzwischen so selbstverständlich wie der Pausengong. Dass Schüler und Lehrer dadurch gläserner werden, bestreiten die Verantwortlichen nicht. „Aber es bringt uns allen was“, sagt Schulleiter Michael Paul. Vor knapp fünf Jahren startete man den Prozess – und es sei spürbar, dass Schüler und Lehrer die Vernetzung im Schulalltag als eine Entlastung begreifen. Selbst die Skeptiker seien inzwischen von den Vorteilen der Digitalisierung überzeugt. „Denn wir sparen dadurch auch Zeit“, sagt er. Das Verteilen oder Einsammeln von Zetteln falle jetzt beispielsweise weitgehend weg. Im Unterricht fielen dafür zwar sonst nur wenige Minuten an, auf das Schuljahr gesehen seien das jedoch Stunden. „Die wir jetzt für Lerninhalte nutzen können.“

Online kommt am Berufskolleg gut an und auch der Gast aus Düsseldorf outet sich als Digital-Fan. Für die Menschen gehören Tablet, Smartphone und PC zum Alltag, so dass es selbstverständlich sei, diese auch in den Schulalltag einzubeziehen. „Ich denke schon, dass wir in NRW in dieser Richtung etwas Vorzeigbares haben“, sagt Richter. Und obwohl beim Besuch eigentlich niemand über Geld reden wollte, kam man am Thema Finanzierung nicht ganz vorbei. Im Gespräch nach dem Unterrichtsbesuch, an dem unter anderem auch Landrat Dr. Ralf Niermann (SPD), Landtagsabgeordnete Kirstin Korte (CDU) und Kreisdirektorin Cornelia Schöder teilnehmen, wird munter über den Digitalpakt, Kostenteilung und Fördermittel des Bundes diskutiert. Um die Möglichkeiten nutzen zu können, müssen die Netze optimal funktionieren. „Sonst verliert man den Spaß daran“, sagt Paul. Es gelte, mit der Entwicklung Schritt zu halten. Einig sind sich aber alle, dass die Schule der Zukunft digital ist.

Am Berufskolleg wird inzwischen auch das Organisatorische online geregelt. Dafür gibt es die Schulverwaltungssoftware, die über eine Cloud funktioniert. Krankmeldungen der Schüler flattern nur noch über das Netz ins Haus, über Unterrichtsausfälle oder Vertretungen wird darin ebenfalls informiert und streikt irgendwo eine Steckdose, erhält der Hausmeister seinen Reparaturauftrag per Mail. „Das ist alles viel unkomplizierter als früher“, sagt Paul.

Und doch ist das Netz nicht alles. „Es ist ein Werkzeug“, sagt Korte und das bestätigen auch die übrigen Gesprächsteilnehmer. Es sei toll, dass alle möglichen Informationen gespeichert und abrufbar sind. Nur ohne vernünftige pädagogische Konzepte und Personal, das es vermittelt, laufe auch im digitalen Zeitalter nichts. „Lernen muss man weiterhin“, sagt Paul.

Copyright © Mindener Tageblatt 2020
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem Abo oder Tagespass möglich.

MindenDas Digitale ist beim Freiherr-vom-Stein-Berufskolleg längst Alltag: So viel Schule geht onlineCarsten KorfesmeyerMinden (mt). Dem Staatssekretär aus dem NRW-Schulministerium gefällt, was er sieht. Mathias Richter (FDP) besucht am Donnerstagvormittag eine Unterrichtsstunde am Freiherr-vom-Stein-Berufskolleg, in der das Digitale allgegenwärtig ist. Jeder Schüler hat ein Tablet vor sich, in dem Texte oder Arbeitsblätter als Anlagen hinterlegt und abrufbar sind. Online zu lernen, falle ihnen leichter, erzählen die jungen Leute und auch von einer besseren Strukturierung ist die Rede. „Wir können uns gut austauschen“, sagt Lehrerin Ann-Kathrin Eisenberg. Sie habe sogar die Möglichkeit, die Hausaufgaben im Netz zu kontrollieren und jederzeit auch einen Überblick darüber, ob es bei ihren Schülern Lerndefizite gibt. Das Digitale ist im gesamten Berufskolleg inzwischen so selbstverständlich wie der Pausengong. Dass Schüler und Lehrer dadurch gläserner werden, bestreiten die Verantwortlichen nicht. „Aber es bringt uns allen was“, sagt Schulleiter Michael Paul. Vor knapp fünf Jahren startete man den Prozess – und es sei spürbar, dass Schüler und Lehrer die Vernetzung im Schulalltag als eine Entlastung begreifen. Selbst die Skeptiker seien inzwischen von den Vorteilen der Digitalisierung überzeugt. „Denn wir sparen dadurch auch Zeit“, sagt er. Das Verteilen oder Einsammeln von Zetteln falle jetzt beispielsweise weitgehend weg. Im Unterricht fielen dafür zwar sonst nur wenige Minuten an, auf das Schuljahr gesehen seien das jedoch Stunden. „Die wir jetzt für Lerninhalte nutzen können.“ Online kommt am Berufskolleg gut an und auch der Gast aus Düsseldorf outet sich als Digital-Fan. Für die Menschen gehören Tablet, Smartphone und PC zum Alltag, so dass es selbstverständlich sei, diese auch in den Schulalltag einzubeziehen. „Ich denke schon, dass wir in NRW in dieser Richtung etwas Vorzeigbares haben“, sagt Richter. Und obwohl beim Besuch eigentlich niemand über Geld reden wollte, kam man am Thema Finanzierung nicht ganz vorbei. Im Gespräch nach dem Unterrichtsbesuch, an dem unter anderem auch Landrat Dr. Ralf Niermann (SPD), Landtagsabgeordnete Kirstin Korte (CDU) und Kreisdirektorin Cornelia Schöder teilnehmen, wird munter über den Digitalpakt, Kostenteilung und Fördermittel des Bundes diskutiert. Um die Möglichkeiten nutzen zu können, müssen die Netze optimal funktionieren. „Sonst verliert man den Spaß daran“, sagt Paul. Es gelte, mit der Entwicklung Schritt zu halten. Einig sind sich aber alle, dass die Schule der Zukunft digital ist. Am Berufskolleg wird inzwischen auch das Organisatorische online geregelt. Dafür gibt es die Schulverwaltungssoftware, die über eine Cloud funktioniert. Krankmeldungen der Schüler flattern nur noch über das Netz ins Haus, über Unterrichtsausfälle oder Vertretungen wird darin ebenfalls informiert und streikt irgendwo eine Steckdose, erhält der Hausmeister seinen Reparaturauftrag per Mail. „Das ist alles viel unkomplizierter als früher“, sagt Paul. Und doch ist das Netz nicht alles. „Es ist ein Werkzeug“, sagt Korte und das bestätigen auch die übrigen Gesprächsteilnehmer. Es sei toll, dass alle möglichen Informationen gespeichert und abrufbar sind. Nur ohne vernünftige pädagogische Konzepte und Personal, das es vermittelt, laufe auch im digitalen Zeitalter nichts. „Lernen muss man weiterhin“, sagt Paul.