Minden

Probleme mit Abfuhr von Gelben Säcken

Sebastian Radermacher

An der Hohen Straße in der Oberen Altstadt liegen seit einigen Tagen zahlreiche Gelbe Säcke am Fahrbahnrand. MT- - © Foto: Sebastian Radermacher
An der Hohen Straße in der Oberen Altstadt liegen seit einigen Tagen zahlreiche Gelbe Säcke am Fahrbahnrand. MT- (© Foto: Sebastian Radermacher)
Mitarbeiter der Firma RMG vergangenen Freitag im Einsatz an der Obermarktstraße. MT- - © Foto: Schwemling
Mitarbeiter der Firma RMG vergangenen Freitag im Einsatz an der Obermarktstraße. MT- (© Foto: Schwemling)

Minden (mt). Neues Jahr, neuer Dienstleister – und zum Start einige Probleme und Ungereimtheiten. In Minden sind in der vergangenen Woche in mehreren Straßen die Gelben Säcke nicht abgeholt worden. Viele Bürger meldeten sich daraufhin in der MT-Redaktion und machten ihrem Ärger Luft.

Seit dem 1. Januar ist die Firma RMG Rohstoffmanagement GmbH aus Hessen für das Einsammeln des Verpackungsmülls im Kreis Minden-Lübbecke zuständig. Das Unternehmen, das im Ausschreibungsverfahren überraschend den Zuschlag erhalten und somit die Firma Tönsmeier nach mehr als 25 Jahren abgelöst hatte, sieht die Situation gelassen. „In einem neuen Abfuhrgebiet kann es anfänglich zu Reklamationen kommen“, sagt eine Sprecherin auf MT-Anfrage. „Diese werden sich erfahrungsgemäß nach den ersten Abholterminen auf ein Minimum reduzieren. ,Problembezirke' sind uns nicht bekannt.“ Sie versichert, dass Straßen ein zweites Mal angefahren werden, sollten Anwohner eine Reklamation „zeitnah“ melden. Die Bürger sind laut RMG angehalten, die Gelben Säcke am Vorabend oder am Abholungstag bis 6 Uhr bereitzustellen. Die Sprecherin stellt klar, dass es immer wieder zu Änderungen in der Abfuhrzeit kommen könne, zum Beispiel aus Verkehrsgründen.

Wie in den Leserrückmeldungen deutlich wird: Der Hauptkritikpunkt ist gar nicht mal die Tatsache, dass einige Straßen nicht angefahren wurden. Im Gegenteil: Es gibt auch genügend Bürger, die von einem reibungslosem Ablauf berichten. Zudem legen viele Wert darauf, dem Dienstleister eine Eingewöhnungszeit einzuräumen, damit sich Arbeitsabläufe einspielen können. „Da es ein neues Unternehmen ist, muss man am Anfang mit Problemen rechnen. Die kennen noch nicht die ideale Strecke und sich auch sonst nicht hier aus“, schreibt zum Beispiel eine Nutzerin auf Facebook. Ein Anwohner der Straße „Im Hohlweg“ reklamierte an der Hotline, dass Säcke liegengeblieben seien – einen Tag später seien sie abgeholt worden. „Zwar ärgerlich, aber schnell nachgebessert.“

Ein MT-Leser, der am Schwabenring wohnt, moniert hingegen die „mangelhafte Kommunikation“ des neuen Dienstleisters und den Umgangston am Kundentelefon: „Dort sagte man mir, dass am Schwabenring die Säcke abgeholt worden seien, obwohl dies bei mir nicht der Fall war. Als ich noch einmal nachfragte, wurde einfach aufgelegt. Das ist schlechter Service.“ Die RMG-Sprecherin teilt dazu auf Nachfrage mit: „Unser Servicecenter ist zum Sachverhalt geschult. Es sind keine derartigen Beschwerden bekannt.“

Für Kritik sorgt außerdem die Tatsache, dass RMG-Mitarbeiter an den Fahrzeugen keine Gelben Säcke aushändigen. Vor allem für ältere Menschen, die nicht mobil sind, würde dies viel Aufwand bedeuten, zu den Ausgabestellen zu gelangen. RMG verteidigt die Entscheidung. „Die Ausgabe der Gelben Säcke an den Fahrzeugen stellt ein Unfallrisiko dar.“ Anders als zuvor bei Tönsmeier können Bürger ihren Verpackungsmüll auch nicht persönlich zur RMG-Sammelstelle bringen, wo die Säcke zwischengelagert werden. Eine Begründung nennt die Sprecherin nicht. Immerhin: Auf dem Wertstoffhof Minderheide und dem Entsorgungszentrum Pohlsche Heide in Hille werden die Säcke weiterhin angenommen, sagt Stadtsprecherin Susann Lewerenz.

Für Verwirrung sorgte bei einigen Bürgern auch der Abfuhrkalender 2019, da sich in manchen Bezirken die Abholtage geändert haben. Lewerenz erklärt, dass in dem Kalender, der dem MT beilag, nur die Abholwochen und nicht die einzelnen Tage zu erkennen seien. Bürger, für die sich etwas geändert habe, seien durch einen personalisierten Abfuhrplan für ihre Straße separat informiert worden. Für alle anderen ändere sich nichts.

Die Städtischen Betriebe betonen, dass Bürger bei Problemen mit den Gelben Säcken die Hotline der Firma RMG anrufen sollten. Laut Horst Lehning, Leiter des Betriebshofes, habe die Abfuhr durch RMG bislang „sehr gut funktioniert“.

Der Autor ist erreichbar unter (05 71) 882 201 oder Sebastian.Radermacher@MT.de

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MindenProbleme mit Abfuhr von Gelben SäckenSebastian RadermacherMinden (mt). Neues Jahr, neuer Dienstleister – und zum Start einige Probleme und Ungereimtheiten. In Minden sind in der vergangenen Woche in mehreren Straßen die Gelben Säcke nicht abgeholt worden. Viele Bürger meldeten sich daraufhin in der MT-Redaktion und machten ihrem Ärger Luft. Seit dem 1. Januar ist die Firma RMG Rohstoffmanagement GmbH aus Hessen für das Einsammeln des Verpackungsmülls im Kreis Minden-Lübbecke zuständig. Das Unternehmen, das im Ausschreibungsverfahren überraschend den Zuschlag erhalten und somit die Firma Tönsmeier nach mehr als 25 Jahren abgelöst hatte, sieht die Situation gelassen. „In einem neuen Abfuhrgebiet kann es anfänglich zu Reklamationen kommen“, sagt eine Sprecherin auf MT-Anfrage. „Diese werden sich erfahrungsgemäß nach den ersten Abholterminen auf ein Minimum reduzieren. ,Problembezirke' sind uns nicht bekannt.“ Sie versichert, dass Straßen ein zweites Mal angefahren werden, sollten Anwohner eine Reklamation „zeitnah“ melden. Die Bürger sind laut RMG angehalten, die Gelben Säcke am Vorabend oder am Abholungstag bis 6 Uhr bereitzustellen. Die Sprecherin stellt klar, dass es immer wieder zu Änderungen in der Abfuhrzeit kommen könne, zum Beispiel aus Verkehrsgründen. Wie in den Leserrückmeldungen deutlich wird: Der Hauptkritikpunkt ist gar nicht mal die Tatsache, dass einige Straßen nicht angefahren wurden. Im Gegenteil: Es gibt auch genügend Bürger, die von einem reibungslosem Ablauf berichten. Zudem legen viele Wert darauf, dem Dienstleister eine Eingewöhnungszeit einzuräumen, damit sich Arbeitsabläufe einspielen können. „Da es ein neues Unternehmen ist, muss man am Anfang mit Problemen rechnen. Die kennen noch nicht die ideale Strecke und sich auch sonst nicht hier aus“, schreibt zum Beispiel eine Nutzerin auf Facebook. Ein Anwohner der Straße „Im Hohlweg“ reklamierte an der Hotline, dass Säcke liegengeblieben seien – einen Tag später seien sie abgeholt worden. „Zwar ärgerlich, aber schnell nachgebessert.“ Ein MT-Leser, der am Schwabenring wohnt, moniert hingegen die „mangelhafte Kommunikation“ des neuen Dienstleisters und den Umgangston am Kundentelefon: „Dort sagte man mir, dass am Schwabenring die Säcke abgeholt worden seien, obwohl dies bei mir nicht der Fall war. Als ich noch einmal nachfragte, wurde einfach aufgelegt. Das ist schlechter Service.“ Die RMG-Sprecherin teilt dazu auf Nachfrage mit: „Unser Servicecenter ist zum Sachverhalt geschult. Es sind keine derartigen Beschwerden bekannt.“ Für Kritik sorgt außerdem die Tatsache, dass RMG-Mitarbeiter an den Fahrzeugen keine Gelben Säcke aushändigen. Vor allem für ältere Menschen, die nicht mobil sind, würde dies viel Aufwand bedeuten, zu den Ausgabestellen zu gelangen. RMG verteidigt die Entscheidung. „Die Ausgabe der Gelben Säcke an den Fahrzeugen stellt ein Unfallrisiko dar.“ Anders als zuvor bei Tönsmeier können Bürger ihren Verpackungsmüll auch nicht persönlich zur RMG-Sammelstelle bringen, wo die Säcke zwischengelagert werden. Eine Begründung nennt die Sprecherin nicht. Immerhin: Auf dem Wertstoffhof Minderheide und dem Entsorgungszentrum Pohlsche Heide in Hille werden die Säcke weiterhin angenommen, sagt Stadtsprecherin Susann Lewerenz. Für Verwirrung sorgte bei einigen Bürgern auch der Abfuhrkalender 2019, da sich in manchen Bezirken die Abholtage geändert haben. Lewerenz erklärt, dass in dem Kalender, der dem MT beilag, nur die Abholwochen und nicht die einzelnen Tage zu erkennen seien. Bürger, für die sich etwas geändert habe, seien durch einen personalisierten Abfuhrplan für ihre Straße separat informiert worden. Für alle anderen ändere sich nichts. Die Städtischen Betriebe betonen, dass Bürger bei Problemen mit den Gelben Säcken die Hotline der Firma RMG anrufen sollten. Laut Horst Lehning, Leiter des Betriebshofes, habe die Abfuhr durch RMG bislang „sehr gut funktioniert“. Der Autor ist erreichbar unter (05 71) 882 201 oder Sebastian.Radermacher@MT.de