Grafik: pr/awp (archwork planungs gmbh)
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Minden (mt)

Aufzug an Martinitreppe kostet mindestens 1,3 Millionen Euro

Monika Jäger

Grafik: pr/awp (archwork planungs gmbh)
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Minden (mt). 1,3 Millionen Euro mindestens wird ein Aufzug an der Martinitreppe kosten, sagte Bau-Beigeordneter Lars Bursian, und „das kann auch durchaus mehr werden". Er stellte den Stand der Planungen jetzt im Bauausschuss vor. Noch sind nicht alle Fragen dazu geklärt: „Wir sind noch mitten in der Entwurfsplanung." Die Idee, den unteren Teil der Stadt mit dem oberen zu verbinden, hatten der Mindener Geschäftsmann Alexander Lange und Architekt Gottfried Kasel gemeinsam vorgestellt: Neben dem neuen Geschäftshaus an der Ecke der Martinitreppe, das Lange gehört, würde der Aufzug künftig im hinteren Bereich zur Oberstadt führen, so der Vorschlag.

Seither arbeiten die Fachleute bei der Stadt an dem Thema. Es zeichnet sich ab, dass die Kabine groß genug für zehn Menschen sein sollte – was vor allem dann wichtig ist, wenn unten in der Stadt Veranstaltungen enden und viele Personen auf einmal nach oben möchten. Zwischen 6 und 22 Uhr täglich, an Tagen mit Veranstaltungen auch länger, wäre er in Betrieb. Nicht wirklich absehbar ist, wie oft und wie intensiv die Anlage zu reinigen wäre, und ob es Probleme mit Vandalismus geben wird. Die Betriebskosten schätzt die Stadt zurzeit auf mindestens 60.000 Euro im Jahr.

Die Stadt hat bereits einen Förderbescheid der Bezirksregierung Detmold erhalten, nach dem der Bau mit 80 Prozent der Kosten bezuschusst wird.

Bis dahin sind aber noch viele Fragen ungeklärt. Unter anderem ist die Stadt zurzeit in Grundstücksverhandlungen, damit die Nutzer, die oben aus dem Aufzug kommen, in beide Richtungen weitergehen können. Am einfachsten wäre nach links in Richtung Martinikirchhof. Doch dieser Weg führt über Privatgelände. Auch für den Weg rechts am Weserkolleg vorbei müssen noch Grundstücksfragen geklärt werden.

Für den Aufzug selbst wurden zwei Varianten erarbeitet – eine mit zwei Haltestationen unten an der Treppe und oben hinter dem Weserkolleg, eine mit drei Haltestationen, eine davon würde dann in das gerade frisch sanierte Geschäftshaus führen. Diesen Haltepunkt müssten dann aber dessen Besitzer bezahlen, gegebenenfalls könnten die dafür nötigen Installationen auch nachgerüstet werden, wenn die Mieter der oberen Etagen das irgendwann wünschen.

Auch der untere Bereich der Martinitreppe muss umgebaut werden, damit der Einstieg zum Aufzug barrierefrei erreichbar ist. Ob das so möglich ist, wie in den Planzeichnungen des Architekturbüros, wird sich erst noch zeigen müssen. Denn der Verlauf technischer Anlagen ist nicht an allen Stellen genau dokumentiert. Bursian: „Wir haben keine 100-Prozent-Daten, wie die Martinitreppe aussieht."

Mit Mehrheit beschlossen die Mitglieder des Bauausschusses, die Verwaltung zu beauftragen, ihre Grundstücksverhandlungen und die Entwurfsplanung weiter zu führen. Einen Zeitpunkt, wann der Aufzug in Betrieb gehen könnte, nannte Bursian nicht. Dieser hängt unter anderem auch davon ab, ob das Gesamtprojekt Treppenumbau und Fahrstuhlbau gemeinsam ausgeschrieben wird. Das müsste dann europaweit geschehen, und dann würde der Auftrag wohl nicht vor Herbst 2019 vergeben werden.

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Minden (mt)Aufzug an Martinitreppe kostet mindestens 1,3 Millionen EuroMonika JägerMinden (mt). 1,3 Millionen Euro mindestens wird ein Aufzug an der Martinitreppe kosten, sagte Bau-Beigeordneter Lars Bursian, und „das kann auch durchaus mehr werden". Er stellte den Stand der Planungen jetzt im Bauausschuss vor. Noch sind nicht alle Fragen dazu geklärt: „Wir sind noch mitten in der Entwurfsplanung." Die Idee, den unteren Teil der Stadt mit dem oberen zu verbinden, hatten der Mindener Geschäftsmann Alexander Lange und Architekt Gottfried Kasel gemeinsam vorgestellt: Neben dem neuen Geschäftshaus an der Ecke der Martinitreppe, das Lange gehört, würde der Aufzug künftig im hinteren Bereich zur Oberstadt führen, so der Vorschlag. Seither arbeiten die Fachleute bei der Stadt an dem Thema. Es zeichnet sich ab, dass die Kabine groß genug für zehn Menschen sein sollte – was vor allem dann wichtig ist, wenn unten in der Stadt Veranstaltungen enden und viele Personen auf einmal nach oben möchten. Zwischen 6 und 22 Uhr täglich, an Tagen mit Veranstaltungen auch länger, wäre er in Betrieb. Nicht wirklich absehbar ist, wie oft und wie intensiv die Anlage zu reinigen wäre, und ob es Probleme mit Vandalismus geben wird. Die Betriebskosten schätzt die Stadt zurzeit auf mindestens 60.000 Euro im Jahr. Die Stadt hat bereits einen Förderbescheid der Bezirksregierung Detmold erhalten, nach dem der Bau mit 80 Prozent der Kosten bezuschusst wird. Bis dahin sind aber noch viele Fragen ungeklärt. Unter anderem ist die Stadt zurzeit in Grundstücksverhandlungen, damit die Nutzer, die oben aus dem Aufzug kommen, in beide Richtungen weitergehen können. Am einfachsten wäre nach links in Richtung Martinikirchhof. Doch dieser Weg führt über Privatgelände. Auch für den Weg rechts am Weserkolleg vorbei müssen noch Grundstücksfragen geklärt werden. Für den Aufzug selbst wurden zwei Varianten erarbeitet – eine mit zwei Haltestationen unten an der Treppe und oben hinter dem Weserkolleg, eine mit drei Haltestationen, eine davon würde dann in das gerade frisch sanierte Geschäftshaus führen. Diesen Haltepunkt müssten dann aber dessen Besitzer bezahlen, gegebenenfalls könnten die dafür nötigen Installationen auch nachgerüstet werden, wenn die Mieter der oberen Etagen das irgendwann wünschen. Auch der untere Bereich der Martinitreppe muss umgebaut werden, damit der Einstieg zum Aufzug barrierefrei erreichbar ist. Ob das so möglich ist, wie in den Planzeichnungen des Architekturbüros, wird sich erst noch zeigen müssen. Denn der Verlauf technischer Anlagen ist nicht an allen Stellen genau dokumentiert. Bursian: „Wir haben keine 100-Prozent-Daten, wie die Martinitreppe aussieht." Mit Mehrheit beschlossen die Mitglieder des Bauausschusses, die Verwaltung zu beauftragen, ihre Grundstücksverhandlungen und die Entwurfsplanung weiter zu führen. Einen Zeitpunkt, wann der Aufzug in Betrieb gehen könnte, nannte Bursian nicht. Dieser hängt unter anderem auch davon ab, ob das Gesamtprojekt Treppenumbau und Fahrstuhlbau gemeinsam ausgeschrieben wird. Das müsste dann europaweit geschehen, und dann würde der Auftrag wohl nicht vor Herbst 2019 vergeben werden.