Thomas Röckemann wird attackiert und wehrt sich. Foto: Roland Weihrauch/dpa - © Roland Weihrauch
Thomas Röckemann wird attackiert und wehrt sich. Foto: Roland Weihrauch/dpa (© Roland Weihrauch)

Minden/Düsseldorf

AfD-Chatprotokolle aufgetaucht: Röckemann wird attackiert

veröffentlicht

Minden/Düsseldorf (hgd). Der Streit in der NRW-AfD geht in eine neue Runde. Das berichtet der „Westdeutsche Rundfunk“. Dem Sender liegen interne Chat-Protokolle vor, die auf eine Spaltung an der Spitze der Landespartei schließen lassen. Zuerst hatte der „Stern“ über die Chats berichtet. In den Protokollen geht es an vielen Stellen um das Verhältnis zwischen den sogenannten „Gemäßigten“ in der AfD und dem ganz rechten Flügel.

Helmut Seifen, der mit dem Mindener Landtagsabgeordneten Thomas Röckenmann die Landespartei führt, beschwert sich in dem Chat darüber, dass es mit Christian Blex ein Vorstandsmitglied gebe, das bei Neuaufnahmen „jeden Nazifreund aufnehmen will.“

Auch über seinen Co-Sprecher Röckemann äußert sich Seifen. Er spricht von einem „zweiten Sprecher“, der „jede Maßnahme gegen disziplinlose Vollpfosten verhindert.“ Auch der Fraktionssprecher der Partei, Michael Schwarzer, sowie weitere Abgeordnete aus dem Bundes- und Landtag, zählen zu den Chat-Teilnehmern.

Röckemann forderte per Pressemitteilung personelle Konsequenzen: „Als Ehrenmann müsste Herr Seifen zurücktreten“. Außerdem erklärt er: "Es gibt keine ‚Nazis‘ in der AfD – ob groß, ob klein. Dafür sorgen rigide Aufnahmekriterien, die in der deutschen Parteienlandschaft einzigartig sind. " Weiter heißt es: "Daher ist die Behauptung, ich hielte quasi eine schützende Hand über ‚kleine AfD-Nazis‘ meiner Ansicht nach nicht nur klar ehrabschneidend, sondern auch parteischädigend."

Der Vorgang ist nicht der erste große Streit im Landesvorstand. Bereits Ende Oktober wurde ein Text für eine Vorstandssitzung öffentlich. In diesem forderte Seifen seinen Kollegen auf, die Aktivitäten des äußerst rechten Flügels in NRW einzustellen. Röckemann reagierte damals scharf und warf Seifen einen „spalterischen Ungeist“ vor.

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Minden/DüsseldorfAfD-Chatprotokolle aufgetaucht: Röckemann wird attackiertMinden/Düsseldorf (hgd). Der Streit in der NRW-AfD geht in eine neue Runde. Das berichtet der „Westdeutsche Rundfunk“. Dem Sender liegen interne Chat-Protokolle vor, die auf eine Spaltung an der Spitze der Landespartei schließen lassen. Zuerst hatte der „Stern“ über die Chats berichtet. In den Protokollen geht es an vielen Stellen um das Verhältnis zwischen den sogenannten „Gemäßigten“ in der AfD und dem ganz rechten Flügel. Helmut Seifen, der mit dem Mindener Landtagsabgeordneten Thomas Röckenmann die Landespartei führt, beschwert sich in dem Chat darüber, dass es mit Christian Blex ein Vorstandsmitglied gebe, das bei Neuaufnahmen „jeden Nazifreund aufnehmen will.“ Auch über seinen Co-Sprecher Röckemann äußert sich Seifen. Er spricht von einem „zweiten Sprecher“, der „jede Maßnahme gegen disziplinlose Vollpfosten verhindert.“ Auch der Fraktionssprecher der Partei, Michael Schwarzer, sowie weitere Abgeordnete aus dem Bundes- und Landtag, zählen zu den Chat-Teilnehmern. Röckemann forderte per Pressemitteilung personelle Konsequenzen: „Als Ehrenmann müsste Herr Seifen zurücktreten“. Außerdem erklärt er: "Es gibt keine ‚Nazis‘ in der AfD – ob groß, ob klein. Dafür sorgen rigide Aufnahmekriterien, die in der deutschen Parteienlandschaft einzigartig sind. " Weiter heißt es: "Daher ist die Behauptung, ich hielte quasi eine schützende Hand über ‚kleine AfD-Nazis‘ meiner Ansicht nach nicht nur klar ehrabschneidend, sondern auch parteischädigend." Der Vorgang ist nicht der erste große Streit im Landesvorstand. Bereits Ende Oktober wurde ein Text für eine Vorstandssitzung öffentlich. In diesem forderte Seifen seinen Kollegen auf, die Aktivitäten des äußerst rechten Flügels in NRW einzustellen. Röckemann reagierte damals scharf und warf Seifen einen „spalterischen Ungeist“ vor.