Mark Behrens veröffentlicht neues Buch

Ursula Koch

Mark Behrens erzählt in seinem neuen Buch von Fabelwesen. - © Foto: pr
Mark Behrens erzählt in seinem neuen Buch von Fabelwesen. (© Foto: pr)

Minden (mt). Der Besuch einer Monet-Ausstellung kann lebensbedrohlich sein. Jedenfalls dann, wenn Damen zu gut ins Bild passen und die Fantasie des kunstsinnigen Mannes anregen. So erzählt es der Mindener Autor Mark Behrens in seinem neuen Buch „Chimären und andere Seltsamkeiten“, in denen er den Lesern Kurzgeschichten und Gedichte im Wechsel präsentiert. Jeder Text ist in sich abgeschlossen, steht für sich allein und doch lassen sich aus der Kombination Bezüge herauslesen, die dem Buch einen geheimnisvollen Subtext mitgeben.

Das Buch besteht aus zwei Teilen: „Das wandelbare Ich“ ist der erste, fantastischere, spielerischere Teil überschrieben. „Der bittere Ernst“ folgt im zweiten Teil, der Folgen und Abgründe aus der menschlichen Natur zum Thema hat.

Auf höchst spitzfindige Weise unterscheidet er in einer der Geschichten Chimären (Mischwesen der griechischen Mythologie) von Schimären (Trugbildern). Verweise auf Literaten wie Charles Baudelaire oder Edgar Allan Poe finden sich in den Texten des studierten Literaturwissenschaftlers, der über die Baudelaire-Übersetzungen des Mindener Verlegerpaares Margarete und Max Bruns promovierte und darüber im Pop-Verlag auch ein Buch veröffentlichte. „Zwei Seiten“ hieß sein Debütroman, der 2013 ebenfalls bei Pop erschienen war. Behrens ist seit 2009 Mitglied in der europäischen Autorenvereinigung „Die Kogge“ und im VS (Schriftstellerverband).

Behrens ist ein scharfer, genauer Beobachter. In der Erzählung „Die verlorene Zeit“ stellt er raffiniert den Alltag eines Wehrpflichtigen in Deutschland dem eines Bundeswehrsoldaten beim Einsatz in Somalia gegenüber und kommt zu einem sehr differenzierten Urteil über diesen Einsatz.

Ebenso präzise setzt er die Sprache in seinen Gedichten ein. In „Alzheimer“ heißt es: „Du ziehst aus aus Deinem Denken“. Von „Sprachlos eins“ zu „Sprachlos zwei“ spannt er den Bogen von der Shoah zu wieder aufkeimendem Antisemitismus. Lesenswert.

Texte aus dem Buch stellt Mark Behrens heute um 19.30 Uhr bei einer Lesung im Ameise Kulturhügel mit den Autoren-Kollegen Christa Eschmann und Marcus Neuert vor.

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Mark Behrens veröffentlicht neues BuchUrsula KochMinden (mt). Der Besuch einer Monet-Ausstellung kann lebensbedrohlich sein. Jedenfalls dann, wenn Damen zu gut ins Bild passen und die Fantasie des kunstsinnigen Mannes anregen. So erzählt es der Mindener Autor Mark Behrens in seinem neuen Buch „Chimären und andere Seltsamkeiten“, in denen er den Lesern Kurzgeschichten und Gedichte im Wechsel präsentiert. Jeder Text ist in sich abgeschlossen, steht für sich allein und doch lassen sich aus der Kombination Bezüge herauslesen, die dem Buch einen geheimnisvollen Subtext mitgeben. Das Buch besteht aus zwei Teilen: „Das wandelbare Ich“ ist der erste, fantastischere, spielerischere Teil überschrieben. „Der bittere Ernst“ folgt im zweiten Teil, der Folgen und Abgründe aus der menschlichen Natur zum Thema hat. Auf höchst spitzfindige Weise unterscheidet er in einer der Geschichten Chimären (Mischwesen der griechischen Mythologie) von Schimären (Trugbildern). Verweise auf Literaten wie Charles Baudelaire oder Edgar Allan Poe finden sich in den Texten des studierten Literaturwissenschaftlers, der über die Baudelaire-Übersetzungen des Mindener Verlegerpaares Margarete und Max Bruns promovierte und darüber im Pop-Verlag auch ein Buch veröffentlichte. „Zwei Seiten“ hieß sein Debütroman, der 2013 ebenfalls bei Pop erschienen war. Behrens ist seit 2009 Mitglied in der europäischen Autorenvereinigung „Die Kogge“ und im VS (Schriftstellerverband). Behrens ist ein scharfer, genauer Beobachter. In der Erzählung „Die verlorene Zeit“ stellt er raffiniert den Alltag eines Wehrpflichtigen in Deutschland dem eines Bundeswehrsoldaten beim Einsatz in Somalia gegenüber und kommt zu einem sehr differenzierten Urteil über diesen Einsatz. Ebenso präzise setzt er die Sprache in seinen Gedichten ein. In „Alzheimer“ heißt es: „Du ziehst aus aus Deinem Denken“. Von „Sprachlos eins“ zu „Sprachlos zwei“ spannt er den Bogen von der Shoah zu wieder aufkeimendem Antisemitismus. Lesenswert. Texte aus dem Buch stellt Mark Behrens heute um 19.30 Uhr bei einer Lesung im Ameise Kulturhügel mit den Autoren-Kollegen Christa Eschmann und Marcus Neuert vor.