Lidl plant, den bisherigen Markt abzureißen und an der Stelle neu zu bauen. Mittelfristig soll das gesamte Fachmarktzentrum in der Stiftstraße modernisiert werden. MT- - © Foto: Carsten Korfesmeyer
Lidl plant, den bisherigen Markt abzureißen und an der Stelle neu zu bauen. Mittelfristig soll das gesamte Fachmarktzentrum in der Stiftstraße modernisiert werden. MT- (© Foto: Carsten Korfesmeyer)

Lidl bleibt, wo er ist

Carsten Korfesmeyer

Ein Markt auf dem früheren Seitz-Enzinger-Noll-Gelände ist für den Nahversorger vom Tisch. Das Unternehmen kauft den bisherigen Standort und baut dort neu. Anfang 2019 soll es losgehen.

Minden (mt). Lidl wechselt nicht die Straßenseite. Dafür will der Nahversorger seine Filiale in der Stiftstraße 51 - 53 im Laufe des nächsten Jahres abreißen, um auf dem Grundstück einen neuen Einkaufsmarkt zu bauen. „Der dann unsere modernen Kriterien und Standards erfüllt“, sagt Prokurist Matthias Sontheimer am Freitag auf MT-Anfrage. Eine Zweigstelle auf dem früheren Seitz-Enzinger-Noll-Gelände im Kreuzungsbereich Ringstraße/Stiftstraße ist somit kein Thema mehr. Baurechtliche Probleme hätten das Vorhaben an dieser Stelle ins Stocken gebracht. Deshalb habe man sich nach Alternativen umgesehen. Die Variante, den bisherigen Standort aufzuwerten, hat sich nach Worten Sontheimers mit der Zeit ergeben.

„Wir haben das gesamte Fachmarktzentrum erworben“, sagt der Mann, der bei Lidl zugleich Bereichsleiter der Immobilienabteilung ist. Lidl sei auf den Vermieter zugegangen, um mit ihm über einen Abriß und Neubau am bisherigen Standort zu sprechen. Im Zuge der Verhandlungen hätte sich für die Neckarsulmer die Möglichkeit aufgetan, das Gelände zu kaufen. Die Lidl-Pläne haben keine Auswirkungen für die weiteren Geschäfte, die sich im Fachmarktzentrum befinden. „Vorläufig“, sagt Sontheimer und kündigt an, mittelfristig das gesamte Areal zu modernisieren. Lidl selbst möchte den neuen Markt spätestens Ende kommenden Jahres eröffnen. Er soll wesentlich größer und architektonisch wertvoller werden als sein Vorgänger sowie über eine hochwertigere Ausstattung verfügen. Die bisherige Stiftstraßen-Filiale nennt der Prokurist „schon lange nicht mehr zeitgemäß“.

Einen Bauantrag hat das Unternehmen allerdings noch nicht eingereicht. Eine Bauvoranfrage ist nach Worten Sontheimers ebenfalls nicht gestellt worden, jedoch befinde man sich mit der Stadt in guten und konkreten Gesprächen. Freitagmorgen sei von Seiten des Unternehmens ein letztes Mal am Entwurf für den künftigen Bautyp gefeilt worden. Spätestens Anfang 2019 soll der Antrag eingereicht werden. Der Abriss des bisherigen Marktes geschehe kurzfristig. Die reine Bauphase beträgt nach Aussage des Prokuristen etwa sech Monate. Dass Lidl seine Märkte als Eigentümer betreibt, ist innerhalb des 1973 gegründeten Unternehmens gar nicht so ungewöhnlich. Rund die Hälfte der insgesamt 83 Filialen im Bereich von OWL gehören dem Nahversorger.

Unklar bleibt jetzt, was aus dem ehemaligen Seitz-Enzinger-Noll-Gelände wird, das im Sommer dem Erdboden gleichgemacht wurde. Von der Eigentümerfamilie ist am Freitag niemand telefonisch erreichbar. Mehrfach hatte Jörg Ruhs allerdings gegenüber dem MT davon gesprochen, das 10.000 Quadratmeter große Areal an die Neckarsulmer verpachten zu wollen (MT vom 9. August 2017 und 8. Februar 2018). Lidl hatte das hingegen nie bestätigt. Das Projekt sei noch in der Planungsphase, hieß es seinerzeit.

Im Jahr 2011 hatte die Familie Ruhs das Seitz-Enzinger-Noll-Gelände erworben, um auf der Industriebrache ein Großkino zu errichten. Das Vorhaben wurde jedoch nicht weiter verfolgt, obwohl es fertige Pläne in der Schublade geben soll. Rechtliche Probleme mit der Verkehrsführung standen dem Projekt zunächst entgegen, die seinerzeit jedoch hätten gelöst werden können. Die Stadt hatte ein Entgegenkommen signalisiert. Der entsprechende Bauantrag wurde jedoch nicht gestellt.

Der Autor ist erreichbar unter Telefon (05 71) 882 683 oder Carsten.Korfesmeyer@MT.de

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Lidl bleibt, wo er istEin Markt auf dem früheren Seitz-Enzinger-Noll-Gelände ist für den Nahversorger vom Tisch. Das Unternehmen kauft den bisherigen Standort und baut dort neu. Anfang 2019 soll es losgehen.Carsten KorfesmeyerMinden (mt). Lidl wechselt nicht die Straßenseite. Dafür will der Nahversorger seine Filiale in der Stiftstraße 51 - 53 im Laufe des nächsten Jahres abreißen, um auf dem Grundstück einen neuen Einkaufsmarkt zu bauen. „Der dann unsere modernen Kriterien und Standards erfüllt“, sagt Prokurist Matthias Sontheimer am Freitag auf MT-Anfrage. Eine Zweigstelle auf dem früheren Seitz-Enzinger-Noll-Gelände im Kreuzungsbereich Ringstraße/Stiftstraße ist somit kein Thema mehr. Baurechtliche Probleme hätten das Vorhaben an dieser Stelle ins Stocken gebracht. Deshalb habe man sich nach Alternativen umgesehen. Die Variante, den bisherigen Standort aufzuwerten, hat sich nach Worten Sontheimers mit der Zeit ergeben. „Wir haben das gesamte Fachmarktzentrum erworben“, sagt der Mann, der bei Lidl zugleich Bereichsleiter der Immobilienabteilung ist. Lidl sei auf den Vermieter zugegangen, um mit ihm über einen Abriß und Neubau am bisherigen Standort zu sprechen. Im Zuge der Verhandlungen hätte sich für die Neckarsulmer die Möglichkeit aufgetan, das Gelände zu kaufen. Die Lidl-Pläne haben keine Auswirkungen für die weiteren Geschäfte, die sich im Fachmarktzentrum befinden. „Vorläufig“, sagt Sontheimer und kündigt an, mittelfristig das gesamte Areal zu modernisieren. Lidl selbst möchte den neuen Markt spätestens Ende kommenden Jahres eröffnen. Er soll wesentlich größer und architektonisch wertvoller werden als sein Vorgänger sowie über eine hochwertigere Ausstattung verfügen. Die bisherige Stiftstraßen-Filiale nennt der Prokurist „schon lange nicht mehr zeitgemäß“. Einen Bauantrag hat das Unternehmen allerdings noch nicht eingereicht. Eine Bauvoranfrage ist nach Worten Sontheimers ebenfalls nicht gestellt worden, jedoch befinde man sich mit der Stadt in guten und konkreten Gesprächen. Freitagmorgen sei von Seiten des Unternehmens ein letztes Mal am Entwurf für den künftigen Bautyp gefeilt worden. Spätestens Anfang 2019 soll der Antrag eingereicht werden. Der Abriss des bisherigen Marktes geschehe kurzfristig. Die reine Bauphase beträgt nach Aussage des Prokuristen etwa sech Monate. Dass Lidl seine Märkte als Eigentümer betreibt, ist innerhalb des 1973 gegründeten Unternehmens gar nicht so ungewöhnlich. Rund die Hälfte der insgesamt 83 Filialen im Bereich von OWL gehören dem Nahversorger. Unklar bleibt jetzt, was aus dem ehemaligen Seitz-Enzinger-Noll-Gelände wird, das im Sommer dem Erdboden gleichgemacht wurde. Von der Eigentümerfamilie ist am Freitag niemand telefonisch erreichbar. Mehrfach hatte Jörg Ruhs allerdings gegenüber dem MT davon gesprochen, das 10.000 Quadratmeter große Areal an die Neckarsulmer verpachten zu wollen (MT vom 9. August 2017 und 8. Februar 2018). Lidl hatte das hingegen nie bestätigt. Das Projekt sei noch in der Planungsphase, hieß es seinerzeit. Im Jahr 2011 hatte die Familie Ruhs das Seitz-Enzinger-Noll-Gelände erworben, um auf der Industriebrache ein Großkino zu errichten. Das Vorhaben wurde jedoch nicht weiter verfolgt, obwohl es fertige Pläne in der Schublade geben soll. Rechtliche Probleme mit der Verkehrsführung standen dem Projekt zunächst entgegen, die seinerzeit jedoch hätten gelöst werden können. Die Stadt hatte ein Entgegenkommen signalisiert. Der entsprechende Bauantrag wurde jedoch nicht gestellt. Der Autor ist erreichbar unter Telefon (05 71) 882 683 oder Carsten.Korfesmeyer@MT.de