In dem Mordprozess wird dem 57-Jährigen vorgeworfen, aus Rache an der Gesellschaft, eine Fußgängerin überfahren und getötet zu haben. - © Friso Gentsch/dpa
In dem Mordprozess wird dem 57-Jährigen vorgeworfen, aus Rache an der Gesellschaft, eine Fußgängerin überfahren und getötet zu haben. (© Friso Gentsch/dpa)

Tödliche Auto-Attacke: Täter zu zehn Jahren Haft verurteilt

Nadine Conti

Minden (mt). Der Mindener Amokfahrer, der im Dezember eine Spaziergängerin absichtlich tot gefahren hat, ist wegen Mordes zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. In die Justizvollzugsanstalt muss er trotzdem nicht. Das Landgericht Bielefeld verfügte eine ersatzweise Unterbringung im Maßregelvollzug der Psychiatrie, die unbefristet gilt. Das Gericht übertraf mit diesem Urteil die Forderung der Staatsanwaltschaft um eineinhalb Jahre. Die hatte noch am Donnerstagmorgen ein Strafmaß von acht Jahren und sechs Monaten gefordert, da man von verminderter Schuldfähigkeit ausgehen müsse.

Das Urteil ist in erster Linie symbolisch. Der schwer krebskranke Angeklagte hat nach Prognosen der Mediziner nur noch eine sehr geringe Lebenserwartung. Nach derzeitigen Prognosen der Mediziner wird er in Kürze sterben. Die Verteidigung hatte daher, und weil der Angeklagte "im Wahn und gemäß seiner eigenen Logik handelte" eine Verurteilung wegen Totschlags gefordert.

In dem Verfahren am Landgericht Bielefeld hatte der 57-jährige Angeklagte eingeräumt, im Dezember 2017 eine ihm unbekannte Fußgängerin (53) in Minden überfahren und lebensgefährlich verletzt zu haben. Dies soll aus Wut- und Rachegefühlen gegen Unbekannte geschehen sein. Das Gericht hatte bereits zum Prozessauftakt angekündigt, dass neben einer möglichen Haftstrafe auch die Einweisung in die Psychiatrie möglich sei.

In seinem ausführlichen Geständnis hatte der frühpensionierte Lehrer berichtet, wie er angeblich jahrelang von der sogenannten Strahlenmafia verfolgt wurde. Als Folge der Bestrahlung seines Körpers sei er schwer krebskrank geworden und warte jetzt auf den Tod. Wer genau hinter dieser Strahlenmafia stecken soll, konnte der Mindener nicht sagen. Kurz vor der Tat war er nach eigener Schilderung stundenlang umher gefahren und hatte dabei mögliche andere Opfer wie Schüler an einer Bushaltestelle verschont. Die Fußgängerin war an den Folgen der schweren Verletzungen gestorben.

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Tödliche Auto-Attacke: Täter zu zehn Jahren Haft verurteiltNadine ContiMinden (mt). Der Mindener Amokfahrer, der im Dezember eine Spaziergängerin absichtlich tot gefahren hat, ist wegen Mordes zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. In die Justizvollzugsanstalt muss er trotzdem nicht. Das Landgericht Bielefeld verfügte eine ersatzweise Unterbringung im Maßregelvollzug der Psychiatrie, die unbefristet gilt. Das Gericht übertraf mit diesem Urteil die Forderung der Staatsanwaltschaft um eineinhalb Jahre. Die hatte noch am Donnerstagmorgen ein Strafmaß von acht Jahren und sechs Monaten gefordert, da man von verminderter Schuldfähigkeit ausgehen müsse. Das Urteil ist in erster Linie symbolisch. Der schwer krebskranke Angeklagte hat nach Prognosen der Mediziner nur noch eine sehr geringe Lebenserwartung. Nach derzeitigen Prognosen der Mediziner wird er in Kürze sterben. Die Verteidigung hatte daher, und weil der Angeklagte "im Wahn und gemäß seiner eigenen Logik handelte" eine Verurteilung wegen Totschlags gefordert. In dem Verfahren am Landgericht Bielefeld hatte der 57-jährige Angeklagte eingeräumt, im Dezember 2017 eine ihm unbekannte Fußgängerin (53) in Minden überfahren und lebensgefährlich verletzt zu haben. Dies soll aus Wut- und Rachegefühlen gegen Unbekannte geschehen sein. Das Gericht hatte bereits zum Prozessauftakt angekündigt, dass neben einer möglichen Haftstrafe auch die Einweisung in die Psychiatrie möglich sei. In seinem ausführlichen Geständnis hatte der frühpensionierte Lehrer berichtet, wie er angeblich jahrelang von der sogenannten Strahlenmafia verfolgt wurde. Als Folge der Bestrahlung seines Körpers sei er schwer krebskrank geworden und warte jetzt auf den Tod. Wer genau hinter dieser Strahlenmafia stecken soll, konnte der Mindener nicht sagen. Kurz vor der Tat war er nach eigener Schilderung stundenlang umher gefahren und hatte dabei mögliche andere Opfer wie Schüler an einer Bushaltestelle verschont. Die Fußgängerin war an den Folgen der schweren Verletzungen gestorben. Weitere Artikel zum Thema finden Sie hier.