Gewalt an Schulen ist Thema einer Fachtagung

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Minden (mt/GB). Gewalt an Schulen ist vielerorts ein Thema. Schule sollte aber ein sicherer Ort sein, denn eine von Gewalt geprägte Atmosphäre schürt Angst und bildet keinen guten Nährboden für erfolgreiches Lernen. Doch wie können Pädagoginnen und Pädagogen präventiv an das facettenreiche Thema Gewalt herangehen? Die Regionale Schulberatungsstelle für den Kreis Minden-Lübbecke organisierte kürzlich vor dem Hintergrund dieser Fragestellung den Fachtag „Gewalt an Schulen – Prävention und Intervention erfolgreich gestalten“.

Ziel des Fachtags war es, möglichst viele Facetten von schulischer Gewalt im Tagungsprogramm abzubilden. Gleichzeitig sollte eine Vernetzung der Schulen mit den lokalen außerschulischen Ansprechpartnern ermöglicht werden.

Unterstützt wurde der Fachtag vom Land Nordrhein-Westfalen, vertreten durch Rita Berens. Sie ist Hauptdezernentin der Grundschulen bei der Bezirksregierung Detmold, die auch für Schulpsychologie zuständig ist. Die Stadt Minden stellte das Tagungshaus bereit.

Kreisdirektorin und Schuldezernentin für den Kreis Minden-Lübbecke, Cornelia Schöder, begrüßte die rund 100 pädagogischen Fachkräfte aus den Schulen, die der Einladung in das Kinder- und Jugendkreativzentrum Anne Frank gefolgt waren. Vertreten waren Lehrkräfte, Schulsozialarbeiterinnen aus Grund- und weiterführenden Schulen aus Minden, Bad Oeynhausen, Porta Westfalica, Lübbecke, Espelkamp, Rahden, Petershagen, Preußisch Oldendorf und Hüllhorst. Unter den Gästen fanden sich viele Mitglieder der „Schulteams für Gewaltprävention und Krisenintervention“, die zuvor an einem Weiterbildungscurriculum in der Regionalen Schulberatungsstelle teilgenommen hatten.

Cornelia Schöder betonte in ihrem Grußwort: „Gewalt an Schulen ist kein alter Hut. Die Gewalt an Schulen hat sich verändert. Sie reicht vom verbalen Übergriff gegen Mitschüler und Lehrkräfte bis hin zur schweren Körperverletzung. Die Gewalt umfasst alltägliche Streitigkeiten, religiös oder politisch motivierte Konflikte, sexualisierte Übergriffe.“ Sie sei mal roh und offen, mal perfide und versteckt. Doch eines sei aller Gewalt gemeinsam: Sie erzeuge Leid. Und mache Kinder und Jugendliche, aber auch Lehrerinnen und Lehrer zu Leid-Tragenden. „Dies gilt es zu verhindern.“

Die Workshops und Vorträge näherten sich dem Thema aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln. Dr. Michael Kiefer von der Universität Osnabrück referierte zum Thema „Prävention von Extremismus an Schulen“, Josef Riederle vom Bildungsinstitut Kraftprotz beschäftigte sich mit ,„Was Jungen brauchen, um sozial zu sein“. Mit Karsten Wilke und Katharina Vorderbrügge waren zwei weitere Experten für den Umgang mit Rechtsextremismus in der Schule dabei. Finola Nieratschker von Wildwasser und Michael Drogand-Strud von „Mannigfaltig“ sprachen über das Thema sexualisierte Gewalt.

Birgit Thinnes vom Kommissariat für Kriminalprävention und Opferschutz in Minden berichtete über den „Tatort Schule“. Regina Reichart-Corbach, Leiterin der Beratungsstelle für Schul- und Familienfragen des Kreises, machte in ihrem Workshop „Das bestrafte Kind in der Schule“ deutlich, dass Strafen unerwünschte Nebenwirkungen hätten und zeigte, wie man ohne diese mit Kindern und Jugendlichen auskomme.

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Gewalt an Schulen ist Thema einer FachtagungMinden (mt/GB). Gewalt an Schulen ist vielerorts ein Thema. Schule sollte aber ein sicherer Ort sein, denn eine von Gewalt geprägte Atmosphäre schürt Angst und bildet keinen guten Nährboden für erfolgreiches Lernen. Doch wie können Pädagoginnen und Pädagogen präventiv an das facettenreiche Thema Gewalt herangehen? Die Regionale Schulberatungsstelle für den Kreis Minden-Lübbecke organisierte kürzlich vor dem Hintergrund dieser Fragestellung den Fachtag „Gewalt an Schulen – Prävention und Intervention erfolgreich gestalten“. Ziel des Fachtags war es, möglichst viele Facetten von schulischer Gewalt im Tagungsprogramm abzubilden. Gleichzeitig sollte eine Vernetzung der Schulen mit den lokalen außerschulischen Ansprechpartnern ermöglicht werden. Unterstützt wurde der Fachtag vom Land Nordrhein-Westfalen, vertreten durch Rita Berens. Sie ist Hauptdezernentin der Grundschulen bei der Bezirksregierung Detmold, die auch für Schulpsychologie zuständig ist. Die Stadt Minden stellte das Tagungshaus bereit. Kreisdirektorin und Schuldezernentin für den Kreis Minden-Lübbecke, Cornelia Schöder, begrüßte die rund 100 pädagogischen Fachkräfte aus den Schulen, die der Einladung in das Kinder- und Jugendkreativzentrum Anne Frank gefolgt waren. Vertreten waren Lehrkräfte, Schulsozialarbeiterinnen aus Grund- und weiterführenden Schulen aus Minden, Bad Oeynhausen, Porta Westfalica, Lübbecke, Espelkamp, Rahden, Petershagen, Preußisch Oldendorf und Hüllhorst. Unter den Gästen fanden sich viele Mitglieder der „Schulteams für Gewaltprävention und Krisenintervention“, die zuvor an einem Weiterbildungscurriculum in der Regionalen Schulberatungsstelle teilgenommen hatten. Cornelia Schöder betonte in ihrem Grußwort: „Gewalt an Schulen ist kein alter Hut. Die Gewalt an Schulen hat sich verändert. Sie reicht vom verbalen Übergriff gegen Mitschüler und Lehrkräfte bis hin zur schweren Körperverletzung. Die Gewalt umfasst alltägliche Streitigkeiten, religiös oder politisch motivierte Konflikte, sexualisierte Übergriffe.“ Sie sei mal roh und offen, mal perfide und versteckt. Doch eines sei aller Gewalt gemeinsam: Sie erzeuge Leid. Und mache Kinder und Jugendliche, aber auch Lehrerinnen und Lehrer zu Leid-Tragenden. „Dies gilt es zu verhindern.“ Die Workshops und Vorträge näherten sich dem Thema aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln. Dr. Michael Kiefer von der Universität Osnabrück referierte zum Thema „Prävention von Extremismus an Schulen“, Josef Riederle vom Bildungsinstitut Kraftprotz beschäftigte sich mit ,„Was Jungen brauchen, um sozial zu sein“. Mit Karsten Wilke und Katharina Vorderbrügge waren zwei weitere Experten für den Umgang mit Rechtsextremismus in der Schule dabei. Finola Nieratschker von Wildwasser und Michael Drogand-Strud von „Mannigfaltig“ sprachen über das Thema sexualisierte Gewalt. Birgit Thinnes vom Kommissariat für Kriminalprävention und Opferschutz in Minden berichtete über den „Tatort Schule“. Regina Reichart-Corbach, Leiterin der Beratungsstelle für Schul- und Familienfragen des Kreises, machte in ihrem Workshop „Das bestrafte Kind in der Schule“ deutlich, dass Strafen unerwünschte Nebenwirkungen hätten und zeigte, wie man ohne diese mit Kindern und Jugendlichen auskomme.