Fußgängerin absichtlich umgefahren: Prozess um Mind Control-Fall beginnt Minden/Bielefeld (mt/dpa). Ein 57-jähriger Autofahrer soll aus allgemeinen Wut- und Rachegefühlen am 7. Dezember eine 53-jährige Mindenerin am "Weg in die Hanebek" absichtlich umgefahren haben. Sechs Monate nach der Tat muss er sich ab Freitag vor dem Landgericht Bielefeld wegen Mordes verantworten. Die Frau war Wochen nach dem Unfall im März 2018 an den Folgen ihrer schweren Verletzungen gestorben. Durch die Wucht des Aufpralls war sie 30 Meter durch die Luft geschleudert worden. Einen Tag nach dem Unfall vom 8. Dezember 2017 hatte die Polizei noch wegen Unfallflucht ermittelt. Trotz der schweren Verletzungen der Frau hatte der Autofahrer das Opfer auf einem Acker liegen gelassen und war geflohen. Zeugen hatten das Auto allerdings gut beschreiben können. Rund um die Unfallstelle fand die Polizei auch Lacksplitter. Noch am selben Abend meldete die Polizei dann einen Fahndungserfolg. Sie hatte das Auto in einer Garage in Minden gefunden. Später gab der Mindener zu, die Spaziergängerin mit Absicht umgefahren zu haben. Der Mann sieht sich als ein Opfer von „Mind Control" (Gedankenkontrolle) und wollte sich an der Gesellschaft rächen, sagt er. Laut Anklage der Staatsanwaltschaft soll der Mann unter einer von ihm so empfundenen Homophobie (Schwulenfeindlichkeit) der deutschen Gesellschaft gelitten haben. Außerdem habe ihn die «Strahlenmafia» verfolgt. In seinem Kampf dagegen hätten ihn die Behörden nach seiner Auffassung nicht genügend unterstützt. Mit dem Tod eines beliebigen Menschen habe er sich an der Gesellschaft rächen wollen. Bis zum 12. Juli sind fünf Verhandlungstage angesetzt. Hier finden Sie alle Artikel zu diesem Thema

Fußgängerin absichtlich umgefahren: Prozess um Mind Control-Fall beginnt

Nach dem schweren Unfall suchten Beamte der Polizei im Dezember am "Weg in die Hanebek" noch einmal nach möglichen Spuren. MT- © Foto: Alex Lehn (Archiv)

Minden/Bielefeld (mt/dpa). Ein 57-jähriger Autofahrer soll aus allgemeinen Wut- und Rachegefühlen am 7. Dezember eine 53-jährige Mindenerin am "Weg in die Hanebek" absichtlich umgefahren haben. Sechs Monate nach der Tat muss er sich ab Freitag vor dem Landgericht Bielefeld wegen Mordes verantworten.

Die Frau war Wochen nach dem Unfall im März 2018 an den Folgen ihrer schweren Verletzungen gestorben. Durch die Wucht des Aufpralls war sie 30 Meter durch die Luft geschleudert worden.

Einen Tag nach dem Unfall vom 8. Dezember 2017 hatte die Polizei noch wegen Unfallflucht ermittelt. Trotz der schweren Verletzungen der Frau hatte der Autofahrer das Opfer auf einem Acker liegen gelassen und war geflohen. Zeugen hatten das Auto allerdings gut beschreiben können. Rund um die Unfallstelle fand die Polizei auch Lacksplitter. Noch am selben Abend meldete die Polizei dann einen Fahndungserfolg. Sie hatte das Auto in einer Garage in Minden gefunden.

Später gab der Mindener zu, die Spaziergängerin mit Absicht umgefahren zu haben. Der Mann sieht sich als ein Opfer von „Mind Control" (Gedankenkontrolle) und wollte sich an der Gesellschaft rächen, sagt er. Laut Anklage der Staatsanwaltschaft soll der Mann unter einer von ihm so empfundenen Homophobie (Schwulenfeindlichkeit) der deutschen Gesellschaft gelitten haben. Außerdem habe ihn die «Strahlenmafia» verfolgt. In seinem Kampf dagegen hätten ihn die Behörden nach seiner Auffassung nicht genügend unterstützt. Mit dem Tod eines beliebigen Menschen habe er sich an der Gesellschaft rächen wollen.

Bis zum 12. Juli sind fünf Verhandlungstage angesetzt.

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