Nachwuchs rockt das Anne-Frank-Haus

Helge Hoffmeister

Der Auftritt der Band „Collector´s Edition“ aus Bielefeld war einer der Höhepunkte des Abends. - © Foto: Helge Hoffmeister
Der Auftritt der Band „Collector´s Edition“ aus Bielefeld war einer der Höhepunkte des Abends. (© Foto: Helge Hoffmeister)

Minden (hof). Für einen Abend stand das Anne-Frank-Haus in Minden ganz im Zeichen des Rocks. Beim 32. Rock Nachwuchs Festival des Freizeitmitarbeiterclubs (FMC) traten neun Bands aus der Umgebung mit verschiedenen Stilrichtungen des Rock auf und begeisterten ein bunt durchmischtes Publikum von jung bis alt.

Den Anfang machte „Käthe Beat It“, eine fünfköpfige Mädchen-Band von der Käthe-Kollwitz-Schule unter der Leitung von Lutz Heller. Dank tatkräftiger Unterstützung des Publikums konnte die Gruppe eine gewisse anfängliche Nervosität nach kurzer Zeit überwinden. Dann stimmte die Band das Publikum mit Liedern aus dem Bereich Rockpop, zum Beispiel „Halt dich an mir fest“ von Revolverheld und „What is love“ von Haddaway, auf den Abend ein.

Weiter ging es mit dem gut eingespielten Team von „The RED Circle“ aus Vlotho. Mit kraftvollen, selbst geschriebenen Liedern wie „Out of the forest“ oder „Drummer girl“ überzeugten sie das Publikum – und wurden mit der ersten Forderung nach einer Zugabe an diesem Abend belohnt. Besonders hervor tat sich Gitarrist Denis Köpke, der mit viel Energie die gesamte Bühne ausnutzte.

Die Band „Frozen Friday“ stellte neben eigenen Liedern auch Versionen von Hits wie Adeles „Hello“ oder Ed Sheerans „Castle on the hill“ vor, denen Leadsänger Melvin Brandhorst mit rauer Stimme das Gefühl von echter Rockmusik verlieh.

Ein Höhepunkt des Abends war der Auftritt von „Resistance of the weak“, deren Fans bereits während der Umbauphase begeistert jubelten. Mit einer gelungenen Mischung aus hartem Rock, Klassikern wie „We´re not gonna take it“ von Twisted Sister sowie ruhigeren Liedern zog die Band aus Hüllhorst den gefüllten Saal rasch auf ihre Seite. Vor der Bühne tanzten die Musikfans ausgelassen, Leadsängers sprang in die Arme seiner Fans.

Abwechslung brachten die beiden Rapper Nyk. O und Kev, die sich selbstironisch als „Rapper auf einem Rockfestival“ vorstellten. Vor einem überschaubaren Publikum präsentierten sie verschiedene selbst geschriebene, mitunter sehr anspruchsvolle Raps, die jedoch das auf Rock eingeschworene Publikum nur bedingt überzeugen konnten.

„Bunch of panic“ aus Herford schaffte es trotz eines krankheitsbedingten Ausfalls einer Sängerin hingegen schnell, die Zuschauer zum Mitklatschen zu animieren. Anfängliche Nervosität und Starrheit wurden durch eine ausdrucksstarke Stimme und musikalische Leistung ausgeglichen. Die Band überzeugte unter anderem mit Liedern von „Fall Out Boy“ und „Linkin Park“.

Für einen weiteren Höhepunkt sorgte die aus Bielefeld angereiste Formation „Collector´s Edition“, die mit Leidenschaft und einer starken Ausstrahlung die Rockfans mitriss. Ideen wie das Einfrieren der Band mitten im Lied und die langsame Reaktivierung passend zum Beat sorgten für begeisterten Sonderapplaus.

Deutlich spürbar war auch der Spaß, den die Band auf der Bühne hatte. Schlagzeuger Sören Trinkies stach durch eine hervorragende Ausstrahlung heraus – und lies sich auch nicht durch ein beschädigtes „Basepedal“ aus dem Konzept bringen. Auch die Zugabe mit dem Lied „Californication“ von den „Red Hot Chili Peppers“ traf genau den Nerv des Publikums.

„Queen of smoke“ spielte einen lauten Mix aus Metal, Punk und Powerrock. Der verbliebene harte Kern der Rockfans tanzte ausgelassen und ließ sich von dem dynamischen Auftritt der vier Musiker mitreißen.

Der letzte Auftritt des Abends gehörte „Troy the Clown“, deren Mitglieder mit erfrischend neuen Elementen wie energiegeladenen „Screaming-Vocals“ eine aufwendige Show auf die Beine stellten. Trotz der zu später Stunde nur noch wenigen Zuhörer sorgte die Band dafür, dass die gute Stimmung im Saal erhalten blieb. Dies lag vor allem auch an der häufigen Interaktion der Band mit dem Publikum.

„Das Besondere an dem Rock Nachwuchs Festival ist der Austausch zwischen den Bands und dass es auch noch jungen Bands die Möglichkeit gibt, einmal auf einer tollen Bühne aufzutreten“, sagte Karsten Geier, der das Festival seit vier Jahren organisiert. Außerdem könnten die jungen Künstler auf diese Weise erste Kontakte knüpfen.

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Nachwuchs rockt das Anne-Frank-HausHelge HoffmeisterMinden (hof). Für einen Abend stand das Anne-Frank-Haus in Minden ganz im Zeichen des Rocks. Beim 32. Rock Nachwuchs Festival des Freizeitmitarbeiterclubs (FMC) traten neun Bands aus der Umgebung mit verschiedenen Stilrichtungen des Rock auf und begeisterten ein bunt durchmischtes Publikum von jung bis alt. Den Anfang machte „Käthe Beat It“, eine fünfköpfige Mädchen-Band von der Käthe-Kollwitz-Schule unter der Leitung von Lutz Heller. Dank tatkräftiger Unterstützung des Publikums konnte die Gruppe eine gewisse anfängliche Nervosität nach kurzer Zeit überwinden. Dann stimmte die Band das Publikum mit Liedern aus dem Bereich Rockpop, zum Beispiel „Halt dich an mir fest“ von Revolverheld und „What is love“ von Haddaway, auf den Abend ein. Weiter ging es mit dem gut eingespielten Team von „The RED Circle“ aus Vlotho. Mit kraftvollen, selbst geschriebenen Liedern wie „Out of the forest“ oder „Drummer girl“ überzeugten sie das Publikum – und wurden mit der ersten Forderung nach einer Zugabe an diesem Abend belohnt. Besonders hervor tat sich Gitarrist Denis Köpke, der mit viel Energie die gesamte Bühne ausnutzte. Die Band „Frozen Friday“ stellte neben eigenen Liedern auch Versionen von Hits wie Adeles „Hello“ oder Ed Sheerans „Castle on the hill“ vor, denen Leadsänger Melvin Brandhorst mit rauer Stimme das Gefühl von echter Rockmusik verlieh. Ein Höhepunkt des Abends war der Auftritt von „Resistance of the weak“, deren Fans bereits während der Umbauphase begeistert jubelten. Mit einer gelungenen Mischung aus hartem Rock, Klassikern wie „We´re not gonna take it“ von Twisted Sister sowie ruhigeren Liedern zog die Band aus Hüllhorst den gefüllten Saal rasch auf ihre Seite. Vor der Bühne tanzten die Musikfans ausgelassen, Leadsängers sprang in die Arme seiner Fans. Abwechslung brachten die beiden Rapper Nyk. O und Kev, die sich selbstironisch als „Rapper auf einem Rockfestival“ vorstellten. Vor einem überschaubaren Publikum präsentierten sie verschiedene selbst geschriebene, mitunter sehr anspruchsvolle Raps, die jedoch das auf Rock eingeschworene Publikum nur bedingt überzeugen konnten. „Bunch of panic“ aus Herford schaffte es trotz eines krankheitsbedingten Ausfalls einer Sängerin hingegen schnell, die Zuschauer zum Mitklatschen zu animieren. Anfängliche Nervosität und Starrheit wurden durch eine ausdrucksstarke Stimme und musikalische Leistung ausgeglichen. Die Band überzeugte unter anderem mit Liedern von „Fall Out Boy“ und „Linkin Park“. Für einen weiteren Höhepunkt sorgte die aus Bielefeld angereiste Formation „Collector´s Edition“, die mit Leidenschaft und einer starken Ausstrahlung die Rockfans mitriss. Ideen wie das Einfrieren der Band mitten im Lied und die langsame Reaktivierung passend zum Beat sorgten für begeisterten Sonderapplaus. Deutlich spürbar war auch der Spaß, den die Band auf der Bühne hatte. Schlagzeuger Sören Trinkies stach durch eine hervorragende Ausstrahlung heraus – und lies sich auch nicht durch ein beschädigtes „Basepedal“ aus dem Konzept bringen. Auch die Zugabe mit dem Lied „Californication“ von den „Red Hot Chili Peppers“ traf genau den Nerv des Publikums. „Queen of smoke“ spielte einen lauten Mix aus Metal, Punk und Powerrock. Der verbliebene harte Kern der Rockfans tanzte ausgelassen und ließ sich von dem dynamischen Auftritt der vier Musiker mitreißen. Der letzte Auftritt des Abends gehörte „Troy the Clown“, deren Mitglieder mit erfrischend neuen Elementen wie energiegeladenen „Screaming-Vocals“ eine aufwendige Show auf die Beine stellten. Trotz der zu später Stunde nur noch wenigen Zuhörer sorgte die Band dafür, dass die gute Stimmung im Saal erhalten blieb. Dies lag vor allem auch an der häufigen Interaktion der Band mit dem Publikum. „Das Besondere an dem Rock Nachwuchs Festival ist der Austausch zwischen den Bands und dass es auch noch jungen Bands die Möglichkeit gibt, einmal auf einer tollen Bühne aufzutreten“, sagte Karsten Geier, der das Festival seit vier Jahren organisiert. Außerdem könnten die jungen Künstler auf diese Weise erste Kontakte knüpfen.