Der Weserauentunnel in Richtung Porta Westfalica war gesperrt. MT- - © Foto: Sebastian Radermacher
Der Weserauentunnel in Richtung Porta Westfalica war gesperrt. MT- (© Foto: Sebastian Radermacher)

Update: Weserauentunnel nach Unfall wieder freigegeben - Donnerstag erneute Sperrung

Sebastian Radermacher

Minden (mt). Der 41-jährige Mindener hat den Container seines Lastwagens mit Papiermüll beladen und macht sich auf den Weg zurück zur Entsorgungsfirma nach Löhne. Als er am Dienstag gegen 10.35 Uhr in den Weserauentunnel Richtung Porta Westfalica fährt, wird seine Fahrt jedoch abrupt gestoppt. Es gibt einen ohrenbetäubenden Knall, der Mann schreckt zusammen, tritt auf die Bremse und bringt sein Fahrzeug nach einigen Metern in einer Nothaltebucht zum Stehen.

Kurz vor der Einfahrt in den Tunnel hatte sich bei Tempo 60 die Ladeklappe seines Containers geöffnet, war nach oben geschnellt und hatte an der Decke des Tunnels eine Abdeckung sowie darunter liegende Leitungen herausgerissen. „Ich habe einen richtigen Schock bekommen“, erzählt der Mann wenig später, als die Polizei auf einem Parkplatz am Ausgang des Tunnels seine Personalien und den Unfallhergang aufnimmt.

Update: Weserauentunnel nach Unfall wieder freigegeben - Donnerstag erneute Sperrung

Als sein Lkw in der Nothaltebucht steht, rennt der 41-Jährige zurück zur Tunneleinfahrt, um sich den Schaden anzusehen. „Und ich habe versucht, die anderen Fahrer so gut es geht zu warnen“, sagt er. Nicht alle nachfolgenden Fahrzeuge kamen ohne Schaden durch den Tunnel. Wie eine Polizeibeamtin vor Ort berichtet, sind sechs Lastwagen durch die herunterhängenden Teile an der Einfahrt beschädigt worden. „An zwei Lkw sind die Windschutzscheiben zersplittert“, erzählt der 41-jährige Mindener.

Warum sich plötzlich die massive Klappe des Containers, die mit einer Hakenkonstruktion befestigt wird, geöffnet hat, kann sich der Mann nicht erklären. Er habe vor Beginn der Fahrt noch kontrolliert, ob alles ordnungsgemäß verschlossen war. „Und das war definitiv der Fall – die Klappe war zu“, versichert er.

Die Polizei sperrt nach dem Unfall sofort beide Fahrspuren des Weserauentunnels in Richtung Porta Westfalica, um weiteren Schaden zu verhindern. Zusätzlich zur Polizei postieren sich auch zwei Feldjäger der Bundeswehr in der „Birne“ und leiten den Verkehr ab – Autofahrer müssen sich eine alternative Route suchen. Es bilden sich längere Staus. Vor allem auf der Ringstraße, wo es bereits ab Höhe der Rodenbecker Straße zeitweise nur noch im Schneckentempo vorwärtsgeht.

Ein Techniker des für die B 61 zuständigen Landesbetriebs Straßen NRW begutachtet wenig später den Schaden. Ergebnis: Die Klappe des Containers hat eine digitale Funkleitung beschädigt, über die im Notfall Feuerwehr und Polizei alarmiert werden. „Ein sehr wichtiger Bestandteil des Tunnels“, wie Sven Johanning, Sprecher von Straßen NRW, auf MT-Anfrage betont. Außerdem seien ein Verteilerkasten und die Stromleitung beschädigt worden. Die Kabel werden zunächst provisorisch abgetrennt beziehungsweise befestigt, damit der Verkehr schnellstmöglich wieder durch den Tunnel fließen kann. Um 14 Uhr können beide Fahrspuren freigegeben werden.

Um die Reparatur sollen sich in den nächsten Tagen zwei Fachfirmen kümmern. Der erste Einsatz, bei dem die gekappte Stromverbindung wieder hergestellt werden soll, ist laut Johanning für Donnerstag vorgesehen. Von 9 bis etwa 15 Uhr müssen daher beide Fahrspuren in Richtung Porta erneut gesperrt werden. In der Gegenrichtung werde der Tunnel aber ohne Einschränkung befahrbar sein, berichtet der Sprecher von Straßen NRW.

Wann der Tunnel für Reparaturarbeiten ein weiteres Mal gesperrt werden muss, stehe noch nicht fest. Ebenso wenig, wie hoch der Sachschaden ist. Dazu könne man erst nach der Instandsetzung etwas sagen, da noch nicht klar sei, wie umfangreich die Reparatur werde, sagt Johanning.

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Update: Weserauentunnel nach Unfall wieder freigegeben - Donnerstag erneute SperrungSebastian RadermacherMinden (mt). Der 41-jährige Mindener hat den Container seines Lastwagens mit Papiermüll beladen und macht sich auf den Weg zurück zur Entsorgungsfirma nach Löhne. Als er am Dienstag gegen 10.35 Uhr in den Weserauentunnel Richtung Porta Westfalica fährt, wird seine Fahrt jedoch abrupt gestoppt. Es gibt einen ohrenbetäubenden Knall, der Mann schreckt zusammen, tritt auf die Bremse und bringt sein Fahrzeug nach einigen Metern in einer Nothaltebucht zum Stehen. Kurz vor der Einfahrt in den Tunnel hatte sich bei Tempo 60 die Ladeklappe seines Containers geöffnet, war nach oben geschnellt und hatte an der Decke des Tunnels eine Abdeckung sowie darunter liegende Leitungen herausgerissen. „Ich habe einen richtigen Schock bekommen“, erzählt der Mann wenig später, als die Polizei auf einem Parkplatz am Ausgang des Tunnels seine Personalien und den Unfallhergang aufnimmt. Als sein Lkw in der Nothaltebucht steht, rennt der 41-Jährige zurück zur Tunneleinfahrt, um sich den Schaden anzusehen. „Und ich habe versucht, die anderen Fahrer so gut es geht zu warnen“, sagt er. Nicht alle nachfolgenden Fahrzeuge kamen ohne Schaden durch den Tunnel. Wie eine Polizeibeamtin vor Ort berichtet, sind sechs Lastwagen durch die herunterhängenden Teile an der Einfahrt beschädigt worden. „An zwei Lkw sind die Windschutzscheiben zersplittert“, erzählt der 41-jährige Mindener. Warum sich plötzlich die massive Klappe des Containers, die mit einer Hakenkonstruktion befestigt wird, geöffnet hat, kann sich der Mann nicht erklären. Er habe vor Beginn der Fahrt noch kontrolliert, ob alles ordnungsgemäß verschlossen war. „Und das war definitiv der Fall – die Klappe war zu“, versichert er. Die Polizei sperrt nach dem Unfall sofort beide Fahrspuren des Weserauentunnels in Richtung Porta Westfalica, um weiteren Schaden zu verhindern. Zusätzlich zur Polizei postieren sich auch zwei Feldjäger der Bundeswehr in der „Birne“ und leiten den Verkehr ab – Autofahrer müssen sich eine alternative Route suchen. Es bilden sich längere Staus. Vor allem auf der Ringstraße, wo es bereits ab Höhe der Rodenbecker Straße zeitweise nur noch im Schneckentempo vorwärtsgeht. Ein Techniker des für die B 61 zuständigen Landesbetriebs Straßen NRW begutachtet wenig später den Schaden. Ergebnis: Die Klappe des Containers hat eine digitale Funkleitung beschädigt, über die im Notfall Feuerwehr und Polizei alarmiert werden. „Ein sehr wichtiger Bestandteil des Tunnels“, wie Sven Johanning, Sprecher von Straßen NRW, auf MT-Anfrage betont. Außerdem seien ein Verteilerkasten und die Stromleitung beschädigt worden. Die Kabel werden zunächst provisorisch abgetrennt beziehungsweise befestigt, damit der Verkehr schnellstmöglich wieder durch den Tunnel fließen kann. Um 14 Uhr können beide Fahrspuren freigegeben werden. Um die Reparatur sollen sich in den nächsten Tagen zwei Fachfirmen kümmern. Der erste Einsatz, bei dem die gekappte Stromverbindung wieder hergestellt werden soll, ist laut Johanning für Donnerstag vorgesehen. Von 9 bis etwa 15 Uhr müssen daher beide Fahrspuren in Richtung Porta erneut gesperrt werden. In der Gegenrichtung werde der Tunnel aber ohne Einschränkung befahrbar sein, berichtet der Sprecher von Straßen NRW. Wann der Tunnel für Reparaturarbeiten ein weiteres Mal gesperrt werden muss, stehe noch nicht fest. Ebenso wenig, wie hoch der Sachschaden ist. Dazu könne man erst nach der Instandsetzung etwas sagen, da noch nicht klar sei, wie umfangreich die Reparatur werde, sagt Johanning.