Krohne Pressure Solutions: Entwicklungsschmiede wird zu Fertigungsstandort Henning Wandel Minden (mt). Mit Druck kann Udo Galinski umgehen - und vor allem damit, ihn zu messen. Das war schon so, als er vor 20 Jahren Kavlico nach Minden geholt hat. Jetzt kehrt der Diplom-Ingenieur als Berater und Gesellschafter der Krohne Pressure Solutions GmbH an seine alte Wirkungsstätte in Meißen zurück. Nach neun Jahren war der Sitz im benachbarten Bad Oeynhausen zu eng geworden, für die Wachstumspläne, die Galinski gemeinsam mit seiner Tochter, der Geschäftsführerin Anja-Christina Horstmann verfolgt, gab es dort keine Perspektive mehr.Aktuell beschäftigt Krohne in Minden 40 Mitarbeiter. Am neuen Standort ist Platz für mehr als doppelt so viele. Wie schnell das Tochterunternehmen des Duisburger Krohne-Konzerns im Gewerbepark Meißen wachsen soll, ist noch offen, weder Galinski noch Horstmann wollen sich festlegen. Die Richtung ist aber klar: Die Suche nach neuen Mitarbeitern läuft bereits auf Hochtouren.Dabei bewegt sich Krohne in einem umkämpften Markt. Drei Viertel der Mitarbeiter seien Ingenieure oder Techniker, sagt Galinski. Die Anforderungsprofile erstrecken sich von der Feinmechanik über Elektronik bis hin zu Software-Lösungen. Im Konzernverbund sei der Stadtort Minden nicht nur Entwicklungs- und Produktionsstandort, sondern auch „Center of Excellence“ für den Bereich Differenzdruckmessung - entsprechend hoch sind die Ansprüche.Im Gespräch ist Galinski ganz Ingenieur. Als Spezialist für Durchflussmessungen biete der Krohne-Konzern ein großes Spektrum der verschiedenen Messverfahren an. Nur das auf der Differenzmethode basierende Verfahren war so etwas wie ein blinder Fleck. Der Mindener Ableger war für die Duisburger Gruppe damit so etwas wie das fehlende Puzzleteil. Die Methode stellt besondere Anforderungen. Erfasst werden Druckunterschiede im Bereich von zehn Millibar. Da die Technik aber besonders in der Prozessindustrie und damit zum Teil in großen Anlagen eingesetzt wird, muss die Konstruktion trotz aller Sensibilität auch extrem überlastbar sein, bis hin zum 10 000-fachen.Die Entwicklung und der Bau solcher Messkapseln verlangt höchste Präzision: „Das geht nur mit super ausgebildeten Fachkräften“, sagt Galinski. Und die sind rar. Neben der Suche auf dem Arbeitsmarkt setzt Krohne daher auch auf eine enge Zusammenarbeit mit dem Campus Minden der FH Bielefeld. Als Anbieter für den Praxisteil im Rahmen eines Dualen Studiums sorgt das noch junge Unternehmen so für den eigenen Nachwuchs.Der Umfang der Entwicklung sei ursprünglich nicht absehbar gewesen, sagt Galinski. Geplant war ein Entwicklungsstandort für die elementare Messzelle. Sie ist das Herzstück des sogenannten Differenzdruck-Messumformers. Die übrigen Komponenten sollten von Krohne in Duisburg entwickelt und auch dort montiert werden. Doch jede Messstelle ist ein maßgeschneidertes Unikat, die Übernahme der Entwicklung und Fertigung des kompletten Gerätes war also eine logische Folge. Und weil der Teilbereich Differenzdruckmessung damit in Minden in einer Hand liegt, müssen auch die Fachleute für die Unterstützung des weltweiten Krohne-Vertriebs hier gefunden werden.Platz für das Wachstumsprojekt gibt es reichlich. Und für Udo Galinski ist die Rückkehr nach Minden ein Stück weit auch eine Herzensangelegenheit. „Das Gebäude habe ich für Kavlico bauen lassen“, erinnert sich der Ingenieur. Nach dem Tod von Fred Kavli im Jahr 2013 war es im Besitz der Kavli-Stiftung. Mit dem Kauf durch Krohne schließt sich jetzt ein Kreis.

Krohne Pressure Solutions: Entwicklungsschmiede wird zu Fertigungsstandort

Neue Kapazitäten im Gewerbepark Meißen: Anja-Christina Horstmann und Udo Galinski wollen Krohne am neuen Standort deutlich ausbauen. © MT-Foto: Henning Wandel

Minden (mt). Mit Druck kann Udo Galinski umgehen - und vor allem damit, ihn zu messen. Das war schon so, als er vor 20 Jahren Kavlico nach Minden geholt hat. Jetzt kehrt der Diplom-Ingenieur als Berater und Gesellschafter der Krohne Pressure Solutions GmbH an seine alte Wirkungsstätte in Meißen zurück. Nach neun Jahren war der Sitz im benachbarten Bad Oeynhausen zu eng geworden, für die Wachstumspläne, die Galinski gemeinsam mit seiner Tochter, der Geschäftsführerin Anja-Christina Horstmann verfolgt, gab es dort keine Perspektive mehr.

Aktuell beschäftigt Krohne in Minden 40 Mitarbeiter. Am neuen Standort ist Platz für mehr als doppelt so viele. Wie schnell das Tochterunternehmen des Duisburger Krohne-Konzerns im Gewerbepark Meißen wachsen soll, ist noch offen, weder Galinski noch Horstmann wollen sich festlegen. Die Richtung ist aber klar: Die Suche nach neuen Mitarbeitern läuft bereits auf Hochtouren.

Dabei bewegt sich Krohne in einem umkämpften Markt. Drei Viertel der Mitarbeiter seien Ingenieure oder Techniker, sagt Galinski. Die Anforderungsprofile erstrecken sich von der Feinmechanik über Elektronik bis hin zu Software-Lösungen. Im Konzernverbund sei der Stadtort Minden nicht nur Entwicklungs- und Produktionsstandort, sondern auch „Center of Excellence“ für den Bereich Differenzdruckmessung - entsprechend hoch sind die Ansprüche.

Im Gespräch ist Galinski ganz Ingenieur. Als Spezialist für Durchflussmessungen biete der Krohne-Konzern ein großes Spektrum der verschiedenen Messverfahren an. Nur das auf der Differenzmethode basierende Verfahren war so etwas wie ein blinder Fleck. Der Mindener Ableger war für die Duisburger Gruppe damit so etwas wie das fehlende Puzzleteil. Die Methode stellt besondere Anforderungen. Erfasst werden Druckunterschiede im Bereich von zehn Millibar. Da die Technik aber besonders in der Prozessindustrie und damit zum Teil in großen Anlagen eingesetzt wird, muss die Konstruktion trotz aller Sensibilität auch extrem überlastbar sein, bis hin zum 10 000-fachen.

Die Entwicklung und der Bau solcher Messkapseln verlangt höchste Präzision: „Das geht nur mit super ausgebildeten Fachkräften“, sagt Galinski. Und die sind rar. Neben der Suche auf dem Arbeitsmarkt setzt Krohne daher auch auf eine enge Zusammenarbeit mit dem Campus Minden der FH Bielefeld. Als Anbieter für den Praxisteil im Rahmen eines Dualen Studiums sorgt das noch junge Unternehmen so für den eigenen Nachwuchs.

Der Umfang der Entwicklung sei ursprünglich nicht absehbar gewesen, sagt Galinski. Geplant war ein Entwicklungsstandort für die elementare Messzelle. Sie ist das Herzstück des sogenannten Differenzdruck-Messumformers. Die übrigen Komponenten sollten von Krohne in Duisburg entwickelt und auch dort montiert werden. Doch jede Messstelle ist ein maßgeschneidertes Unikat, die Übernahme der Entwicklung und Fertigung des kompletten Gerätes war also eine logische Folge. Und weil der Teilbereich Differenzdruckmessung damit in Minden in einer Hand liegt, müssen auch die Fachleute für die Unterstützung des weltweiten Krohne-Vertriebs hier gefunden werden.

Platz für das Wachstumsprojekt gibt es reichlich. Und für Udo Galinski ist die Rückkehr nach Minden ein Stück weit auch eine Herzensangelegenheit. „Das Gebäude habe ich für Kavlico bauen lassen“, erinnert sich der Ingenieur. Nach dem Tod von Fred Kavli im Jahr 2013 war es im Besitz der Kavli-Stiftung. Mit dem Kauf durch Krohne schließt sich jetzt ein Kreis.

Copyright © Mindener Tageblatt 2020
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Minden