Plötzlich im Film: Die Spontaneität des Mindener Chors „in Sound“

Gisela Schwarze

Zwölf Sängerinnen aus dem Pop-Chor „in Sound Minden“ haben für den Film „In My Room“ das Schumann-Lied „Im wunderschönen Monat Mai“ unter der Leitung von Bejamins Sazewa einstudiert. - © Foto: Gisela Schwarze
Zwölf Sängerinnen aus dem Pop-Chor „in Sound Minden“ haben für den Film „In My Room“ das Schumann-Lied „Im wunderschönen Monat Mai“ unter der Leitung von Bejamins Sazewa einstudiert. (© Foto: Gisela Schwarze)

Minden/Vlotho (G.S.). Flexibilität und Spontaneität bewies der Mindener Chor „in Sound“, als es überraschend darum ging, als singende Filmakteure aufzutreten. Am vorigen Sonntag erhielt der Chorleiter Benjamin Sazewa eine entsprechende Anfrage, am Donnerstagabend standen zwölf Sängerinnen seines Chores vor der Filmkamera.

Dreharbeiten zum Arthaus-Film „In My Room“ gingen am Donnerstag in Vlotho zu Ende. Der Abgesang zu den Filmaufnahmen am letzten Abend in der Weserstadt erforderte einen Chor, der den Film mit zwei Strophen des Robert-Schumann-Liedes „Im wunderschönen Monat Mai“ bereicherte. Bei ihrer Suche stieß die Produktionsleiterin Fee Buck auf „in Sound Minden“.

Spontan reagierte der Chorleiter Benjamin Sazewa auf die Nachfrage aus der Filmgesellschaft Pandora und sagte zu. Die zwölf Sängerinnen, die im Film im Frauenchor der „Mutter“, einer Hauptrolle, mitsingen, fanden sich sehr schnell. „Am vorigen Sonntag erhielten wir die Nachricht, am Dienstag trafen wir uns, um das gewünschte Lied einmal zu proben“, sagt Benjamin Sazewa. „Wir sind gelistet im Chorverband Westfalen, die Wahl fiel bei der Recherche der Filmleute auf uns“, fügt er hinzu.

Eigentlich singe sein Pop-Chor gar nicht klassisch, aber diese besondere Situation sei eine Ausnahme, so der Chorleiter des über 60-köpfigen Ensembles. „Dass die Männer nicht gefragt waren, mussten unsere Sänger einfach akzeptieren. Sie taten ein wenig geknickt, fanden den Filmauftritt aber ebenso spannend wie wir und haben uns Erfolg gewünscht“, erzählt Christina Franke.

„Wir Sängerinnen waren nach der Einladung zum Filmdreh wie die Hühner, total aufgeregt, natürlich Feuer und Flamme,“, fügt Silke Langhorst hinzu. Am Drehort übten die zwölf „in Sound“- Chormitglieder an Ort und Stelle bis zu ihrem Einsatz immer wieder den mehrstimmigen Gesang aus dem Schumannschen Liederzyklus, den die Filmemacher der Produktionsfirma Pandora vorgegeben hatten.

Das 30-köpfige Team um den Regisseur Ulrich Köhler und den Hauptdarsteller Hans Löw arbeitete an seinem letzten Drehabend konzentriert und minutiös nach präziser Zeiteinteilung, schließlich sollten die Arbeiten in Vlotho am Donnerstagabend abgeschlossen sein. „Jetzt darf nicht einmal ich als Produktionsleiterin in die Nähe der Aufnahmen kommen“, beschrieb Fee Buck beim Endspurt der Dreharbeiten die langsam aufkommende Hektik.

Der zweite Vlothoer Filmteil von „In my room“ musste in den letzten Stunden des letzten Drehtags in der Weserstadt mit vereinten Kräften in den Kasten. Part eins in Vlotho wurde bereits im vorigen Jahr gefertigt.

Hauptdarsteller Hans Löw, der im Film als Armin in die Stadt kommt, um seine sterbende Großmutter am Ende ihres Lebens zu begleiten, ist nun in den kommenden Wochen bei Aufnahmen in Südtirol in weiteren Szenen zu „In my room“ gefragt. „Erst im Jahr 2018 wird der Film erscheinen und läuft in den Kinos“, blickt Fee Buck voraus.

„In Vlotho lief alles sehr gut. Eigentlich wollten wir nach unseren Dreharbeiten im vergangenen Sommer Vlotho nur noch einmal kurzfristig aufsuchen, doch wir haben den Kurzbesuch auf drei Wochen Filmdreh verlängert, weil wir zahlreiche noch gebrauchte Motive hier fanden“, so die Produktionsleiterin.

„Man wird Vlotho und seine schönen Seiten auf jeden Fall in dem Film erkennen“, versprach sie. Natürlich hoffe sie auch auf tolle Szenen mit dem Mindener Chor „in Sound“. Im Jahr 2018 sehen wir uns wieder, weil wir dann in einen Kinosaal in Bad Salzuflen alle zu einer Filmpremiere einladen, die uns hier aus der Region unterstützt haben.“

Minden ist in dem Film übrigens nicht nur mit dem Chor „in Sound“ dabei: Eine Szene auf der Weser spielt auf einem Partyboot der Mindener Schifffahrtsgesellschaft. Komparsen aus Vlotho und dem lippischen Dörentrup feiern ausgiebig auf dem schwimmenden Untersatz.

Vlotho und die vielen schönen Seiten der Stadt wird man im Film erkennen.

Copyright © Mindener Tageblatt 2020
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem Abo oder Tagespass möglich.

Plötzlich im Film: Die Spontaneität des Mindener Chors „in Sound“Gisela SchwarzeMinden/Vlotho (G.S.). Flexibilität und Spontaneität bewies der Mindener Chor „in Sound“, als es überraschend darum ging, als singende Filmakteure aufzutreten. Am vorigen Sonntag erhielt der Chorleiter Benjamin Sazewa eine entsprechende Anfrage, am Donnerstagabend standen zwölf Sängerinnen seines Chores vor der Filmkamera.Dreharbeiten zum Arthaus-Film „In My Room“ gingen am Donnerstag in Vlotho zu Ende. Der Abgesang zu den Filmaufnahmen am letzten Abend in der Weserstadt erforderte einen Chor, der den Film mit zwei Strophen des Robert-Schumann-Liedes „Im wunderschönen Monat Mai“ bereicherte. Bei ihrer Suche stieß die Produktionsleiterin Fee Buck auf „in Sound Minden“.Spontan reagierte der Chorleiter Benjamin Sazewa auf die Nachfrage aus der Filmgesellschaft Pandora und sagte zu. Die zwölf Sängerinnen, die im Film im Frauenchor der „Mutter“, einer Hauptrolle, mitsingen, fanden sich sehr schnell. „Am vorigen Sonntag erhielten wir die Nachricht, am Dienstag trafen wir uns, um das gewünschte Lied einmal zu proben“, sagt Benjamin Sazewa. „Wir sind gelistet im Chorverband Westfalen, die Wahl fiel bei der Recherche der Filmleute auf uns“, fügt er hinzu.Eigentlich singe sein Pop-Chor gar nicht klassisch, aber diese besondere Situation sei eine Ausnahme, so der Chorleiter des über 60-köpfigen Ensembles. „Dass die Männer nicht gefragt waren, mussten unsere Sänger einfach akzeptieren. Sie taten ein wenig geknickt, fanden den Filmauftritt aber ebenso spannend wie wir und haben uns Erfolg gewünscht“, erzählt Christina Franke.„Wir Sängerinnen waren nach der Einladung zum Filmdreh wie die Hühner, total aufgeregt, natürlich Feuer und Flamme,“, fügt Silke Langhorst hinzu. Am Drehort übten die zwölf „in Sound“- Chormitglieder an Ort und Stelle bis zu ihrem Einsatz immer wieder den mehrstimmigen Gesang aus dem Schumannschen Liederzyklus, den die Filmemacher der Produktionsfirma Pandora vorgegeben hatten.Das 30-köpfige Team um den Regisseur Ulrich Köhler und den Hauptdarsteller Hans Löw arbeitete an seinem letzten Drehabend konzentriert und minutiös nach präziser Zeiteinteilung, schließlich sollten die Arbeiten in Vlotho am Donnerstagabend abgeschlossen sein. „Jetzt darf nicht einmal ich als Produktionsleiterin in die Nähe der Aufnahmen kommen“, beschrieb Fee Buck beim Endspurt der Dreharbeiten die langsam aufkommende Hektik.Der zweite Vlothoer Filmteil von „In my room“ musste in den letzten Stunden des letzten Drehtags in der Weserstadt mit vereinten Kräften in den Kasten. Part eins in Vlotho wurde bereits im vorigen Jahr gefertigt.Hauptdarsteller Hans Löw, der im Film als Armin in die Stadt kommt, um seine sterbende Großmutter am Ende ihres Lebens zu begleiten, ist nun in den kommenden Wochen bei Aufnahmen in Südtirol in weiteren Szenen zu „In my room“ gefragt. „Erst im Jahr 2018 wird der Film erscheinen und läuft in den Kinos“, blickt Fee Buck voraus.„In Vlotho lief alles sehr gut. Eigentlich wollten wir nach unseren Dreharbeiten im vergangenen Sommer Vlotho nur noch einmal kurzfristig aufsuchen, doch wir haben den Kurzbesuch auf drei Wochen Filmdreh verlängert, weil wir zahlreiche noch gebrauchte Motive hier fanden“, so die Produktionsleiterin.„Man wird Vlotho und seine schönen Seiten auf jeden Fall in dem Film erkennen“, versprach sie. Natürlich hoffe sie auch auf tolle Szenen mit dem Mindener Chor „in Sound“. Im Jahr 2018 sehen wir uns wieder, weil wir dann in einen Kinosaal in Bad Salzuflen alle zu einer Filmpremiere einladen, die uns hier aus der Region unterstützt haben.“Minden ist in dem Film übrigens nicht nur mit dem Chor „in Sound“ dabei: Eine Szene auf der Weser spielt auf einem Partyboot der Mindener Schifffahrtsgesellschaft. Komparsen aus Vlotho und dem lippischen Dörentrup feiern ausgiebig auf dem schwimmenden Untersatz.Vlotho und die vielen schönen Seiten der Stadt wird man im Film erkennen.