Keine Patentrezepte für die Freundschaft Wer lange nichts von seinen Lieben gehört hat, sollte anrufen: In dieser Woche ist ein Tag der Freundschaft gewidmet Von Justus Mackenbrock Minden (mt). Der 30. Juli war der Internationale Tag der Freundschaft. Aber was macht Freundschaft eigentlich aus? Mit einer kurzen Umfrage in der Innenstadt wurde der Frage nachgespürt. Obwohl keiner der Befragten mit vollem Namen erwähnt werden möchte, zeigen ihre Antworten, was Freundschaft für sie ist. „Freundschaft bedeutet, dass man für einander da ist“, sagt Tobias (25).Zwar sei sein Freundeskreis aus Uni-Zeiten heute aus beruflichen Gründen weit zerstreut, der Kontakt bleibe aber bestehen. Mit Facebook und Telefon sei das kein Problem. „Ein Treffen in Person ist mir immer noch am liebsten.“ Trotz neuer Medien trifft er sich nicht weniger mit seinen Freunden.Stefanie (36) hält die alten Freundschaften für die stärksten und kennt ihre beste Freundin seit der Schulzeit. Schon in der fünften Klasse ist ihre Freundschaft entstanden und die gemeinsamen Erfahrungen haben beide gleichermaßen geprägt. Die gemeinsamen Jahre brachten sie einander näher. „Ich bin jetzt die Patin ihres Sohnes.“Gerade in diesen unruhigen Zeiten hält Gero (77) Freundschaft für eines der wichtigsten Dinge überhaupt. Er wünscht sich „Frieden im Haus und Frieden in der Welt.“ Dafür sei Freundschaft unerlässlich.Ursprünglich stammt die Idee für einen solchen Tag aus Paraguay, wo bereits 1958 der „Cruzada Mundial de la Amistad“, also der weltweite Kreuzzug der Freundschaft stattfand. Der Internationale Tag der Freundschaft wurde zum ersten Mal 2011 von der UN-Vollversammlung ausgerufen. Es geht nicht nur um Freundschaften zwischen Personen, sondern auch zwischen Ländern und Kulturen.Auch in Minden beschäftigen sich Menschen beruflich mit Freundschaften. Markus Rassi Warai (38) ist Rechtsanwalt und seit 2007 Mediator sowie auch Streitschlichter. „Etwa drei von vier Personen verband im Vorfeld des Konfliktes ein freundschaftliches oder familiäres Verhältnis“, sagt er. Meistens seien Ehr- oder Vertrauensverletzungen das Problem. Ein Patentrezept zur „Freundschaftsrettung“ gibt es nicht, hilfreich sei es aber, wenn beide Parteien persönlichen Kontakt suchen.

Keine Patentrezepte für die Freundschaft

Minden (mt). Der 30. Juli war der Internationale Tag der Freundschaft. Aber was macht Freundschaft eigentlich aus? Mit einer kurzen Umfrage in der Innenstadt wurde der Frage nachgespürt.

Freunde können sich vertrauen und sind füreinander da. Und sie haben Spaß zusammen. - © Foto: MT-Archiv
Freunde können sich vertrauen und sind füreinander da. Und sie haben Spaß zusammen. - © Foto: MT-Archiv

Obwohl keiner der Befragten mit vollem Namen erwähnt werden möchte, zeigen ihre Antworten, was Freundschaft für sie ist. „Freundschaft bedeutet, dass man für einander da ist“, sagt Tobias (25).

Zwar sei sein Freundeskreis aus Uni-Zeiten heute aus beruflichen Gründen weit zerstreut, der Kontakt bleibe aber bestehen. Mit Facebook und Telefon sei das kein Problem. „Ein Treffen in Person ist mir immer noch am liebsten.“ Trotz neuer Medien trifft er sich nicht weniger mit seinen Freunden.

Stefanie (36) hält die alten Freundschaften für die stärksten und kennt ihre beste Freundin seit der Schulzeit. Schon in der fünften Klasse ist ihre Freundschaft entstanden und die gemeinsamen Erfahrungen haben beide gleichermaßen geprägt. Die gemeinsamen Jahre brachten sie einander näher. „Ich bin jetzt die Patin ihres Sohnes.“

Gerade in diesen unruhigen Zeiten hält Gero (77) Freundschaft für eines der wichtigsten Dinge überhaupt. Er wünscht sich „Frieden im Haus und Frieden in der Welt.“ Dafür sei Freundschaft unerlässlich.

Ursprünglich stammt die Idee für einen solchen Tag aus Paraguay, wo bereits 1958 der „Cruzada Mundial de la Amistad“, also der weltweite Kreuzzug der Freundschaft stattfand. Der Internationale Tag der Freundschaft wurde zum ersten Mal 2011 von der UN-Vollversammlung ausgerufen. Es geht nicht nur um Freundschaften zwischen Personen, sondern auch zwischen Ländern und Kulturen.

Auch in Minden beschäftigen sich Menschen beruflich mit Freundschaften. Markus Rassi Warai (38) ist Rechtsanwalt und seit 2007 Mediator sowie auch Streitschlichter. „Etwa drei von vier Personen verband im Vorfeld des Konfliktes ein freundschaftliches oder familiäres Verhältnis“, sagt er. Meistens seien Ehr- oder Vertrauensverletzungen das Problem. Ein Patentrezept zur „Freundschaftsrettung“ gibt es nicht, hilfreich sei es aber, wenn beide Parteien persönlichen Kontakt suchen.

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