BRUNS

CDU will Edith von Wrisberg im Stiftungsrat Preußen-Museum Minden ersetzen

veröffentlicht

Nicht mehr „auf Augenhöhe“?

Minden (mob). Weitgehend im Vorfeld abgestimmt war bereits die personelle Besetzung externer Gremien. Besonders auffallend dabei war die Diskussion um die Mitgliedschaft im Stiftungsrat Preußen-Museum und den Verwaltungsrat der Sparkasse Minden-Lübbecke.

Edith von Wrisberg will im Stiftungsrat bleiben. - © Foto: pr
Edith von Wrisberg will im Stiftungsrat bleiben. (© Foto: pr)

Zum Stiftungsrat hatte die CDU vorgeschlagen, dass Sabine Fecht Vertreterin des ordentlichen Mitglieds, Museumsleiter Philipp Koch, wird. Bisher hatte Edith von Wrisberg (MI) als stellvertretende Vorsitzende des Kulturausschusses dieses Amt wahrgenommen.

Da die SPD nun aber diese Position nicht mehr wie bisher an die MI abtritt, sondern sie mit Ulrieke Schulze selbst besetze, sei von Wrisberg nicht mehr „auf Augenhöhe“ mit den Vertretern des Landschaftsverbandes, mit denen zurzeit um die Zukunft der Mindener Einrichtung gerungen werden müsse. So jedenfalls die Argumentation von Lutz Abruszat (CDU): „Die Augenhöhe könnte das entscheidende Kriterium sein, um Einfluss auszuüben“.

Edith von Wrisberg hielt dagegen: „Ich bin seit Langem in dem Gremium: Sie wissen alle, wie schwierig es war, die Häuser in Minden und Wesel zu trennen und Minden auf einen guten Weg zu bringen. Wir sind jetzt in der Einfahrt zur Zielgeraden. Ich denke, dass wir in einem dreiviertel Jahr die Endphase haben, und ich möchte gerne die Endphase begleiten. Ich fände es ungeschickt, jetzt da noch eine Änderung vorzunehmen.“

Harald Steinmetz (MI) unterstütze seine langjährige Fraktionskollegin: „Wer sich mit Edith von Wrisberg unterhält, der weiß: mit ihr ist man immer auf Augenhöhe. Es macht keinen Sinn, kurz vor dem Ziel die Pferde zu wechseln.“ Bernd Müller (SPD) assistierte: „Frau von Wrisberg hat langjährige Erfahrung, da müsste die CDU jetzt die Größe haben und dann eben dieses halbe Jahr auf die Stellvertretung im Stiftungsrat verzichten.

Ulrich Stadtmann (CDU) hielt dagegen: „Es wäre für die SPD auch kein Problem gewesen, auf den stellvertretenden Kulturausschuss zu verzichten.“ Sabine Fecht, designierte Posten-Inhaberin, zog schließlich zurück und machte damit den Weg für von Wrisberg frei. Der Rat dankte dieses Verhalten der CDU-Politikerin mit Applaus.

Bei der Besetzung der zwölf Sitze in der Verbandsversammlung der Sparkasse Minden-Lübbecke waren sich die kleinen Fraktionen MI, Linke und AfD nicht darüber einig geworden, wer die nach dem Verwaltungsvorschlag verbleibenden zwei Sitze nehmen würde. Harald Steinmetz (MI) wies darauf hin, dass die Linke die ursprünglich zwischen MI, Linker und AfD getroffene Vereinbarung nicht mehr akzeptieren wollte. Nach Stadt. Vorschlag hätte die SPD fünf Sitze, die CDU drei, Grüne, DLF, MI und Linke je einen Sitz gehabt.

Nach geheimer Abstimmung bekam die SPD nur noch vier Sitze (21 Stimmen, 23 Sitze hat die SPD im Rat, ein Mitglied fehlte im Rat) und alle kleinen sind nun mit einem Sitz vertreten. Interessanterweise erhielt die Linke dabei eine Stimme mehr, als sie Sitze im Rat hat. Alle anderen Fraktionen im Mindener Stadtrat bekamen genau die Stimmenzahl, die auch der Zahl ihrer Sitze entspricht.

Schlappe für die SPD, wie manche vermuteten, oder ausgeklügeltes Spiel, um allen Fraktionen einen Sitz zu verschaffen? Künftiges Abstimmungsverhalten im Rat wird das zeigen.

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BRUNSCDU will Edith von Wrisberg im Stiftungsrat Preußen-Museum Minden ersetzenNicht mehr „auf Augenhöhe“?Minden (mob). Weitgehend im Vorfeld abgestimmt war bereits die personelle Besetzung externer Gremien. Besonders auffallend dabei war die Diskussion um die Mitgliedschaft im Stiftungsrat Preußen-Museum und den Verwaltungsrat der Sparkasse Minden-Lübbecke.Zum Stiftungsrat hatte die CDU vorgeschlagen, dass Sabine Fecht Vertreterin des ordentlichen Mitglieds, Museumsleiter Philipp Koch, wird. Bisher hatte Edith von Wrisberg (MI) als stellvertretende Vorsitzende des Kulturausschusses dieses Amt wahrgenommen.Da die SPD nun aber diese Position nicht mehr wie bisher an die MI abtritt, sondern sie mit Ulrieke Schulze selbst besetze, sei von Wrisberg nicht mehr „auf Augenhöhe“ mit den Vertretern des Landschaftsverbandes, mit denen zurzeit um die Zukunft der Mindener Einrichtung gerungen werden müsse. So jedenfalls die Argumentation von Lutz Abruszat (CDU): „Die Augenhöhe könnte das entscheidende Kriterium sein, um Einfluss auszuüben“.Edith von Wrisberg hielt dagegen: „Ich bin seit Langem in dem Gremium: Sie wissen alle, wie schwierig es war, die Häuser in Minden und Wesel zu trennen und Minden auf einen guten Weg zu bringen. Wir sind jetzt in der Einfahrt zur Zielgeraden. Ich denke, dass wir in einem dreiviertel Jahr die Endphase haben, und ich möchte gerne die Endphase begleiten. Ich fände es ungeschickt, jetzt da noch eine Änderung vorzunehmen.“Harald Steinmetz (MI) unterstütze seine langjährige Fraktionskollegin: „Wer sich mit Edith von Wrisberg unterhält, der weiß: mit ihr ist man immer auf Augenhöhe. Es macht keinen Sinn, kurz vor dem Ziel die Pferde zu wechseln.“ Bernd Müller (SPD) assistierte: „Frau von Wrisberg hat langjährige Erfahrung, da müsste die CDU jetzt die Größe haben und dann eben dieses halbe Jahr auf die Stellvertretung im Stiftungsrat verzichten.Ulrich Stadtmann (CDU) hielt dagegen: „Es wäre für die SPD auch kein Problem gewesen, auf den stellvertretenden Kulturausschuss zu verzichten.“ Sabine Fecht, designierte Posten-Inhaberin, zog schließlich zurück und machte damit den Weg für von Wrisberg frei. Der Rat dankte dieses Verhalten der CDU-Politikerin mit Applaus.Bei der Besetzung der zwölf Sitze in der Verbandsversammlung der Sparkasse Minden-Lübbecke waren sich die kleinen Fraktionen MI, Linke und AfD nicht darüber einig geworden, wer die nach dem Verwaltungsvorschlag verbleibenden zwei Sitze nehmen würde. Harald Steinmetz (MI) wies darauf hin, dass die Linke die ursprünglich zwischen MI, Linker und AfD getroffene Vereinbarung nicht mehr akzeptieren wollte. Nach Stadt. Vorschlag hätte die SPD fünf Sitze, die CDU drei, Grüne, DLF, MI und Linke je einen Sitz gehabt.Nach geheimer Abstimmung bekam die SPD nur noch vier Sitze (21 Stimmen, 23 Sitze hat die SPD im Rat, ein Mitglied fehlte im Rat) und alle kleinen sind nun mit einem Sitz vertreten. Interessanterweise erhielt die Linke dabei eine Stimme mehr, als sie Sitze im Rat hat. Alle anderen Fraktionen im Mindener Stadtrat bekamen genau die Stimmenzahl, die auch der Zahl ihrer Sitze entspricht.Schlappe für die SPD, wie manche vermuteten, oder ausgeklügeltes Spiel, um allen Fraktionen einen Sitz zu verschaffen? Künftiges Abstimmungsverhalten im Rat wird das zeigen.