Stiftungsratsvorsitzender will Verhandlungen zur Übernahme des Preußen-Museums fortsetzen „LWL bleibt die beste Option“ Von Ursula Koch Minden (mt). Lange Gesichter bei der Fördergesellschaft des Preußen-Museums Minden am Mittwochabend. Die Nachricht, dass der Kulturausschuss des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe die Beratung über die Übernahme des Museums am Vormittag schlicht von der Tagesordnung abgesetzt hatte, war für diesen Kreis schwer verdaulich. „Keiner will es richtig haben“, fasste Volker Böttcher, Vorsitzender der Fördergesellschaft seinen Eindruck zusammen. Seit dem 2. Januar sei das Haus nun schon geschlossen. „So ein Museum ist letztlich nichts.“ Dabei seien in beide Standorte 60 Millionen Euro öffentlicher Mittel investiert worden. Daraus entstehe die Verpflichtung, daraus etwas Sinnvolles zu machen, mahnt er.Härtel rechnet mit Beschluss im Herbst„Das war heute ein schwarzer Tag für das Preußen-Museum. Es ist katastrophal, dass dieses Museum für ein weiteres Jahr geschlossen ist“, findet der CDU-Politiker Friedrich Klanke deutliche Worte. Die Vertagung sei destruktiv, greift er die Ampelkoalition an. Die hatte Birgit Härtel (SPD) zuvor verteidigt: „Für die Übernahme brauchen wir eine Mehrheit, die haben wir heute nicht bekommen.“ Sie habe in vielen Gesprächen mit Fraktionskollegen ihr Bestes gegeben, um für das Preußen-Museum zu werben. Der LWL sei zuständig für die Kultur im Land und darum sei es dort genau richtig angesiedelt. Es sei allerdings nicht klug gewesen, das Thema inmitten des Wahlkampfes überhaupt auf die Tagesordnung zu setzen. Sie ist überzeugt, dass die Entscheidung im September fallen wird.Peter Kienzle, Geschäftsführer der Stiftung Preußen-Museum, stellte noch einmal klar, dass die Argumentation der FDP für die Verschiebung ein Vorwand sei. Das Land habe längst alle Fragen schriftlich beantwortet. Zur Vermietung von Räumen sei klargestellt, dass bei einer museumsaffinen Nutzung keine Fördergelder zurückgezahlt werden müssten. Allerdings sei der Liegenschaftsbetrieb des LWL zu dem Schluss gekommen, dass Fremd-Vermietungen wirtschaftlich nicht sinnvoll, weil mit Aussicht auf relativ geringe Mieterlöse zunächst wieder investiert werden müsste. Als gute Einnahmequelle für das Museum hätten sich allerdings die Parkplätze und der Ständersaal bewährt. In der Summe bringe das knapp 40?000 Euro jährlich in die Kasse. Dennoch erwarte die Stiftung für dieses Jahr ein Defizit von 100?000 Euro. Darum dränge für die Stiftung die Zeit.Trotz des Rückschlags hält Hans-Christian Otto nach wie vor die Übernahme durch den LWL für die richtige und beste Option. Er habe zweieinhalb Jahre Verhandlungen mit Höhen und Tiefen erlebt. Die Tatsache, dass der Landschaftsverband Rheinland den Standort Wesel übernehmen werde, wertet er als Teilerfolg auch für Minden, weil das Museum am Niederrhein der kostenträchtigere Standort sei. „Das Ziel der Stiftung ist es, beide Standorte zu erhalten.“ Er weist darauf hin, dass der Kulturausschuss die Übernahme auch hätte ablehnen können. Er nehme dieses Zwischenergebnis als Ansporn, um in der nächsten Legislaturperiode eine gute Lösung zu finden.Die Fördergesellschaft will zeigen, dass das Preußen-Museum Minden noch lebt. Darum wird sie das Personal zur Verfügung stellen, damit das Haus zum Internationalen Museumstag am 18. Mai öffnen kann.

Stiftungsratsvorsitzender will Verhandlungen zur Übernahme des Preußen-Museums fortsetzen

Minden (mt). Lange Gesichter bei der Fördergesellschaft des Preußen-Museums Minden am Mittwochabend. Die Nachricht, dass der Kulturausschuss des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe die Beratung über die Übernahme des Museums am Vormittag schlicht von der Tagesordnung abgesetzt hatte, war für diesen Kreis schwer verdaulich.

Fürsprecher für das Preußen-Museum Minden: Birgit Härtel (SPD), Hans-Christian Otto (Stiftungsratsvorsitzender), Volker Böttcher (Vorsitzender der Fördergesellschaft) und Friedrich Klanke (CDU, von links). - © MT-Foto: Ursula Koch
Fürsprecher für das Preußen-Museum Minden: Birgit Härtel (SPD), Hans-Christian Otto (Stiftungsratsvorsitzender), Volker Böttcher (Vorsitzender der Fördergesellschaft) und Friedrich Klanke (CDU, von links). - © MT-Foto: Ursula Koch

„Keiner will es richtig haben“, fasste Volker Böttcher, Vorsitzender der Fördergesellschaft seinen Eindruck zusammen. Seit dem 2. Januar sei das Haus nun schon geschlossen. „So ein Museum ist letztlich nichts.“ Dabei seien in beide Standorte 60 Millionen Euro öffentlicher Mittel investiert worden. Daraus entstehe die Verpflichtung, daraus etwas Sinnvolles zu machen, mahnt er.

Härtel rechnet mit Beschluss im Herbst
„Das war heute ein schwarzer Tag für das Preußen-Museum. Es ist katastrophal, dass dieses Museum für ein weiteres Jahr geschlossen ist“, findet der CDU-Politiker Friedrich Klanke deutliche Worte. Die Vertagung sei destruktiv, greift er die Ampelkoalition an. Die hatte Birgit Härtel (SPD) zuvor verteidigt: „Für die Übernahme brauchen wir eine Mehrheit, die haben wir heute nicht bekommen.“ Sie habe in vielen Gesprächen mit Fraktionskollegen ihr Bestes gegeben, um für das Preußen-Museum zu werben. Der LWL sei zuständig für die Kultur im Land und darum sei es dort genau richtig angesiedelt. Es sei allerdings nicht klug gewesen, das Thema inmitten des Wahlkampfes überhaupt auf die Tagesordnung zu setzen. Sie ist überzeugt, dass die Entscheidung im September fallen wird.

Peter Kienzle, Geschäftsführer der Stiftung Preußen-Museum, stellte noch einmal klar, dass die Argumentation der FDP für die Verschiebung ein Vorwand sei. Das Land habe längst alle Fragen schriftlich beantwortet. Zur Vermietung von Räumen sei klargestellt, dass bei einer museumsaffinen Nutzung keine Fördergelder zurückgezahlt werden müssten. Allerdings sei der Liegenschaftsbetrieb des LWL zu dem Schluss gekommen, dass Fremd-Vermietungen wirtschaftlich nicht sinnvoll, weil mit Aussicht auf relativ geringe Mieterlöse zunächst wieder investiert werden müsste. Als gute Einnahmequelle für das Museum hätten sich allerdings die Parkplätze und der Ständersaal bewährt. In der Summe bringe das knapp 40?000 Euro jährlich in die Kasse. Dennoch erwarte die Stiftung für dieses Jahr ein Defizit von 100?000 Euro. Darum dränge für die Stiftung die Zeit.

Trotz des Rückschlags hält Hans-Christian Otto nach wie vor die Übernahme durch den LWL für die richtige und beste Option. Er habe zweieinhalb Jahre Verhandlungen mit Höhen und Tiefen erlebt. Die Tatsache, dass der Landschaftsverband Rheinland den Standort Wesel übernehmen werde, wertet er als Teilerfolg auch für Minden, weil das Museum am Niederrhein der kostenträchtigere Standort sei. „Das Ziel der Stiftung ist es, beide Standorte zu erhalten.“ Er weist darauf hin, dass der Kulturausschuss die Übernahme auch hätte ablehnen können. Er nehme dieses Zwischenergebnis als Ansporn, um in der nächsten Legislaturperiode eine gute Lösung zu finden.

Die Fördergesellschaft will zeigen, dass das Preußen-Museum Minden noch lebt. Darum wird sie das Personal zur Verfügung stellen, damit das Haus zum Internationalen Museumstag am 18. Mai öffnen kann.

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