13 Quadratmeter für das Projekt "Essbare Stadt" Minden bepflanzt Suppengemüse macht den Anfang / Weitere Aktionen folgen Von Frederike Horstmann Minden (frh). Der Spatenstich ist gesetzt: 15 Mitglieder der Bürgerinitiative "Essbare Stadt" bepflanzten am Samstag gegen 12 Uhr auf dem Gelände des alten Pfarrhauses an der St. Simeoniskirche die ersten 13 Quadratmeter der Fläche. Salbei, Liebstöckel, Mangold, Wildkräuter und andere Zutaten sollen nun für eine gute Gemüsesuppe sorgen. Damit ist Minden offiziell die erste "Essbare Stadt" in Nordrhein-Westfalen. Rund um die selbst bewirtschafteten Beete werden zukünftig Pflanzen, Kräuter und Gemüsesorten gesät, gesetzt, gepflückt und getauscht. Durch gemeinsam zelebrierte Pflanzaktionen soll das Projekt die Kommunikation fördern.Die Idee für dieses Vorhaben hatten Stefan Schröder und Bettina Fuhg. Im rheinländischen Andernach hörte Schröder zum ersten Mal von dem vielversprechenden Motto: "Pflücken erlaubt statt Betreten verboten", das ihn sofort begeisterte."Wir haben dann immer mehr Menschen von der Aktion überzeugen können, und heute bepflanzen wir das erste Beet", berichtet Bettina Fuhg, während sie vorsichtig die Erde um eine Mangoldpflanze festdrückt. "Eine gute Gemüsesuppe kommt eben nicht aus der Tüte", stellt sie fest. Auf dem Beetabschnitt hinter ihr ist Gärtner und Florist Karl-Heinz Agostinacchio unermüdlich am Werk - die Frühlingssonne scheint ihm derweil auf den Strohhut. Schon bald werden hier unter anderem essbare Blumen wachsen.Das seit Februar aktive Team aus Gärtnern, Hobbygärtner und Landschaftsplanern möchte mit der Aktion zur Wertschätzung des Saatguts und der Stadt als grüner Lebensraum mit besonderem Klima beitragen. Mit klassischer Gitarrenmusik und Liedern wie "Talking about A Revolution" von Tracy Chapman unterstrich Julia Wochner die frühlingshafte Aufbruchsstimmung, die diese besondere Pflanz-Premiere prägte.Freies Saatgut für alleEin großes Transparent mit der Aufschrift: "Gegen EU-Pläne - Freies Saatgut für alle", drückte den Protest der Bürgerinitiative gegen die neue Saatgutverordnung aus, die die Verwendung nicht registrierter Saatgutarten verbietet. Gegen die Verordnung, die am 6. Mai verabschiedet werden soll, wurden bereits 200000 Unterschriften gesammelt.Begleitet wurde die Pflanzaktion am Samstag von einem WDR-Team und vielen interessierten Zuschauern. Als stellvertretender Bürgermeister besuchte Egon Stellbrink die Veranstaltung und signalisierte Aufgeschlossenheit und Unterstützung seitens der Stadt.Das Modell "Essbare Stadt" hat sich bislang in Andernach, Kassel, Heidelberg und Berlin Marzahn durchgesetzt. Im Laufe der nächsten Wochen ist die Bepflanzung weiterer sechs Pflanzkübel in der Innenstadt geplant.Die Bürgerinitiative trifft sich übrigens immer montags, 16 Uhr, im Atelier Fuhg-Design, Ritterstraße 13.

13 Quadratmeter für das Projekt "Essbare Stadt" Minden bepflanzt

Minden (frh). Der Spatenstich ist gesetzt: 15 Mitglieder der Bürgerinitiative "Essbare Stadt" bepflanzten am Samstag gegen 12 Uhr auf dem Gelände des alten Pfarrhauses an der St. Simeoniskirche die ersten 13 Quadratmeter der Fläche. Salbei, Liebstöckel, Mangold, Wildkräuter und andere Zutaten sollen nun für eine gute Gemüsesuppe sorgen. Damit ist Minden offiziell die erste "Essbare Stadt" in Nordrhein-Westfalen.

Suppengemüse macht den Anfang - © MINDEN
Suppengemüse macht den Anfang - © MINDEN

Rund um die selbst bewirtschafteten Beete werden zukünftig Pflanzen, Kräuter und Gemüsesorten gesät, gesetzt, gepflückt und getauscht. Durch gemeinsam zelebrierte Pflanzaktionen soll das Projekt die Kommunikation fördern.

Die Idee für dieses Vorhaben hatten Stefan Schröder und Bettina Fuhg. Im rheinländischen Andernach hörte Schröder zum ersten Mal von dem vielversprechenden Motto: "Pflücken erlaubt statt Betreten verboten", das ihn sofort begeisterte.

"Wir haben dann immer mehr Menschen von der Aktion überzeugen können, und heute bepflanzen wir das erste Beet", berichtet Bettina Fuhg, während sie vorsichtig die Erde um eine Mangoldpflanze festdrückt. "Eine gute Gemüsesuppe kommt eben nicht aus der Tüte", stellt sie fest. Auf dem Beetabschnitt hinter ihr ist Gärtner und Florist Karl-Heinz Agostinacchio unermüdlich am Werk - die Frühlingssonne scheint ihm derweil auf den Strohhut. Schon bald werden hier unter anderem essbare Blumen wachsen.

Das Medieninteresse war Bettina Fuhg und Stefan Schröder am Samstag zum Auftakt zur Pflanzaktion der Bürgerinitiative "Essbare Stadt" sicher. - © Foto: Frederike Horstmann
Das Medieninteresse war Bettina Fuhg und Stefan Schröder am Samstag zum Auftakt zur Pflanzaktion der Bürgerinitiative "Essbare Stadt" sicher. - © Foto: Frederike Horstmann

Das seit Februar aktive Team aus Gärtnern, Hobbygärtner und Landschaftsplanern möchte mit der Aktion zur Wertschätzung des Saatguts und der Stadt als grüner Lebensraum mit besonderem Klima beitragen. Mit klassischer Gitarrenmusik und Liedern wie "Talking about A Revolution" von Tracy Chapman unterstrich Julia Wochner die frühlingshafte Aufbruchsstimmung, die diese besondere Pflanz-Premiere prägte.

Freies Saatgut für alle

Ein großes Transparent mit der Aufschrift: "Gegen EU-Pläne - Freies Saatgut für alle", drückte den Protest der Bürgerinitiative gegen die neue Saatgutverordnung aus, die die Verwendung nicht registrierter Saatgutarten verbietet. Gegen die Verordnung, die am 6. Mai verabschiedet werden soll, wurden bereits 200000 Unterschriften gesammelt.

Begleitet wurde die Pflanzaktion am Samstag von einem WDR-Team und vielen interessierten Zuschauern. Als stellvertretender Bürgermeister besuchte Egon Stellbrink die Veranstaltung und signalisierte Aufgeschlossenheit und Unterstützung seitens der Stadt.

Das Modell "Essbare Stadt" hat sich bislang in Andernach, Kassel, Heidelberg und Berlin Marzahn durchgesetzt. Im Laufe der nächsten Wochen ist die Bepflanzung weiterer sechs Pflanzkübel in der Innenstadt geplant.

Die Bürgerinitiative trifft sich übrigens immer montags, 16 Uhr, im Atelier Fuhg-Design, Ritterstraße 13.

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