12.000 Krokusse eingelocht - Weserfreunde verwandeln Weserpromenade in eine „Blaue Meile“ Kerstin Rickert Minden. Sie habe auf ein bisschen mehr Resonanz gehofft, sagt eine der Frauen. In gebückter Haltung hockt sie auf dem Grünstreifen und bugsiert eine Blumenzwiebel nach der anderen in die Erde. Außer ihr sind noch vier weitere Frauen am vergangenen Samstag zu der Pflanzaktion des Vereins Weserfreunde an der Weserpromenade gekommen. Vereinsmitglied Detlef Sönnichsen hat seine beiden Enkel mitgebracht. Die könnten sich zwar nach eigenen Angaben etwas Schöneres vorstellen, als den Samstagvormittag mit Opa pflanzend im Glacis zu verbringen – packen aber trotzdem mit an. „Viele Hände, schnelles Ende“, so hatte sich auch Detlef Sönnichsen das gewünscht. Dass daraus offensichtlich nichts wird, trägt er mit Fassung. „In drei Stunden sind wir damit durch“, sagt der Weserfreund optimistisch. Dabei greift er auch auf Erfahrungswerte zurück. Denn es ist nicht die erste Pflanzaktion des Vereins, der sich vorgenommen hat, das Grün an der Weserpromenade in ein Blütenmeer zu verwandeln. In eine „Blaue Meile“ sozusagen, die im Frühjahr zum Spaziergang an der Weser einladen soll. Auf die kleine Gruppe wartet einiges an Arbeit: 12.000 Krokusknollen will sie entlang der Weserpromenade zwischen Weser- und Glacisbrücke in die Erde bringen. Sönnichsen hat vorgearbeitet und den rund 600 Meter langen Pflanzstreifen mithilfe eines Laubbläsers von Blättern befreit. In regelmäßigen Abständen stehen kleine Papiertüten mit den zwiebelähnlichen kleinen Knollen bereit, so dass sie von den Helfern an Ort und Stelle verteilt und in den Boden gesetzt werden können. Mit mitgebrachten Handschaufeln, Pikierstäben und rückenschonenden Zwiebelpflanzern, die ein Arbeiten im Stehen ermöglichen, macht sich die Gruppe an die Arbeit. Sönnichsen setzt auf Werkzeug aus der Natur. Mit einem kurzen, dicken Ästchen buddelt er Loch für Loch wenige Zentimeter in die Erde, jedes gerade einmal so groß, dass eine Knolle hineinpasst. Ist sie eingelocht, kommt Erde darüber und wird festgeklopft. Das Ganze wiederholt jeder aus der Gärtnertruppe im Schnitt bis zu 2.000 Mal. Blasen an den Händen und Muskelkater sind da programmiert. Aber die Helfer haben ein Ziel vor Augen. „Minden ein bisschen schöner zu machen“, formuliert es Sönnichsen. Bereits vor fünf Jahren hatten die Weserfreunde damit begonnen, dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen. Ende 2015 wurde das Projekt konkret, und die ersten 3.000 Blaustern-Zwiebeln wanderten entlang der Weserpromenade in die Erde. Ein Jahr später kamen noch einmal 12.000 Zwiebeln der kleinen Frühblüher hinzu, die sich seitdem immer weiter ausbreiten und den Glacisbereich zwischen den beiden Brücken von Frühjahr zu Frühjahr in einem intensiveren Blau erstrahlen lassen. Die verwendete Sorte Scilla bifolia hat aber neben dem Vorteil, dass sie gut unter Büschen und Bäumen wächst, auch Nachteile. Zum einen bleibt sie mit fünf bis 20 Zentimetern Wuchshöhe recht klein. Zum anderen liegt ihre Hauptblütezeit im April und damit in einer Zeit, in der das Gras auf dem Grünstreifen bereits so hoch stehen kann, dass die zierlichen Blaustern-Blüten es schwer haben, sich durchzusetzen. Für ihre neuerliche Pflanzaktion haben die Weserfreunde deshalb Elfenkrokusse der Sorte Barr’s Purple tommasianus gewählt. Diese Sorte blüht sehr üppig und bringt bereits ab Februar kräftige Blüten in leuchtendem Purpurviolett hervor. Somit eigneten sich die Krokusse auch sehr gut, um die Blühzeit der „Blauen Meile“ an der Weserpromenade vorzuziehen und zu verlängern, erklärt Sönnichsen. Bei der Wahl der Sorte habe sich der Verein, der auch die Kosten für die 12.000 Knollen trägt, beraten lassen. Die Pflanzaktion sei außerdem im Vorfeld mit den Städtischen Betrieben Minden (SBM) abgestimmt worden. „Dass die uns machen lassen, ist toll“, findet Sönnichsen. Nun muss nur noch die Natur ihren Teil dazu beitragen, damit aus den Knollen im Frühjahr eine blühende Augenweide wird.

12.000 Krokusse eingelocht - Weserfreunde verwandeln Weserpromenade in eine „Blaue Meile“

„Viele Hände, schnelles Ende“ – dieser Wunsch der Weserfreunde für die Pflanzaktion ging nicht in Erfüllung. Foto: Kerstin Rickert © Kerstin Rickert

Minden. Sie habe auf ein bisschen mehr Resonanz gehofft, sagt eine der Frauen. In gebückter Haltung hockt sie auf dem Grünstreifen und bugsiert eine Blumenzwiebel nach der anderen in die Erde. Außer ihr sind noch vier weitere Frauen am vergangenen Samstag zu der Pflanzaktion des Vereins Weserfreunde an der Weserpromenade gekommen. Vereinsmitglied Detlef Sönnichsen hat seine beiden Enkel mitgebracht. Die könnten sich zwar nach eigenen Angaben etwas Schöneres vorstellen, als den Samstagvormittag mit Opa pflanzend im Glacis zu verbringen – packen aber trotzdem mit an.

„Viele Hände, schnelles Ende“, so hatte sich auch Detlef Sönnichsen das gewünscht. Dass daraus offensichtlich nichts wird, trägt er mit Fassung. „In drei Stunden sind wir damit durch“, sagt der Weserfreund optimistisch. Dabei greift er auch auf Erfahrungswerte zurück. Denn es ist nicht die erste Pflanzaktion des Vereins, der sich vorgenommen hat, das Grün an der Weserpromenade in ein Blütenmeer zu verwandeln. In eine „Blaue Meile“ sozusagen, die im Frühjahr zum Spaziergang an der Weser einladen soll.

Auf die kleine Gruppe wartet einiges an Arbeit: 12.000 Krokusknollen will sie entlang der Weserpromenade zwischen Weser- und Glacisbrücke in die Erde bringen. Sönnichsen hat vorgearbeitet und den rund 600 Meter langen Pflanzstreifen mithilfe eines Laubbläsers von Blättern befreit. In regelmäßigen Abständen stehen kleine Papiertüten mit den zwiebelähnlichen kleinen Knollen bereit, so dass sie von den Helfern an Ort und Stelle verteilt und in den Boden gesetzt werden können. Mit mitgebrachten Handschaufeln, Pikierstäben und rückenschonenden Zwiebelpflanzern, die ein Arbeiten im Stehen ermöglichen, macht sich die Gruppe an die Arbeit.

Sönnichsen setzt auf Werkzeug aus der Natur. Mit einem kurzen, dicken Ästchen buddelt er Loch für Loch wenige Zentimeter in die Erde, jedes gerade einmal so groß, dass eine Knolle hineinpasst. Ist sie eingelocht, kommt Erde darüber und wird festgeklopft. Das Ganze wiederholt jeder aus der Gärtnertruppe im Schnitt bis zu 2.000 Mal. Blasen an den Händen und Muskelkater sind da programmiert. Aber die Helfer haben ein Ziel vor Augen. „Minden ein bisschen schöner zu machen“, formuliert es Sönnichsen.

Bereits vor fünf Jahren hatten die Weserfreunde damit begonnen, dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen. Ende 2015 wurde das Projekt konkret, und die ersten 3.000 Blaustern-Zwiebeln wanderten entlang der Weserpromenade in die Erde. Ein Jahr später kamen noch einmal 12.000 Zwiebeln der kleinen Frühblüher hinzu, die sich seitdem immer weiter ausbreiten und den Glacisbereich zwischen den beiden Brücken von Frühjahr zu Frühjahr in einem intensiveren Blau erstrahlen lassen.

Die verwendete Sorte Scilla bifolia hat aber neben dem Vorteil, dass sie gut unter Büschen und Bäumen wächst, auch Nachteile. Zum einen bleibt sie mit fünf bis 20 Zentimetern Wuchshöhe recht klein. Zum anderen liegt ihre Hauptblütezeit im April und damit in einer Zeit, in der das Gras auf dem Grünstreifen bereits so hoch stehen kann, dass die zierlichen Blaustern-Blüten es schwer haben, sich durchzusetzen.

Für ihre neuerliche Pflanzaktion haben die Weserfreunde deshalb Elfenkrokusse der Sorte Barr’s Purple tommasianus gewählt. Diese Sorte blüht sehr üppig und bringt bereits ab Februar kräftige Blüten in leuchtendem Purpurviolett hervor. Somit eigneten sich die Krokusse auch sehr gut, um die Blühzeit der „Blauen Meile“ an der Weserpromenade vorzuziehen und zu verlängern, erklärt Sönnichsen.

Bei der Wahl der Sorte habe sich der Verein, der auch die Kosten für die 12.000 Knollen trägt, beraten lassen. Die Pflanzaktion sei außerdem im Vorfeld mit den Städtischen Betrieben Minden (SBM) abgestimmt worden. „Dass die uns machen lassen, ist toll“, findet Sönnichsen. Nun muss nur noch die Natur ihren Teil dazu beitragen, damit aus den Knollen im Frühjahr eine blühende Augenweide wird.

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