Nachwuchs büffelt im alten Stall Campus MTZ will Anlaufstelle für Handwerker und Ingenieure werden / Marktlücke nutzen Von Nadine Conti und Carsten Korfesmeyer Minden (nec/cko). Energieeffizienz ist ein Schlagwort, bei dem sich nicht wenigen in der Baubranche die Nackenhaare aufstellen. Der Markt entwickelt sich rasant und unübersichtlich, eine schwer verständliche Regulierung jagt die nächste - es ist nicht leicht, da Schritt zu halten, vor allem für kleine bis mittelständische Unternehmen, die es sich nicht leisten können, ständig einen Mitarbeiter für Fortbildungen freizustellen. In genau diese Marktlücke will das Campus Mindener Technologie-Zentrum (MTZ) vorstoßen.Fortbildungen in hauseigener AkademieEine hauseigene Akademie soll künftig regelmäßig Fortbildungen anbieten. Und nicht nur das: MTZ-Gründer Uwe Schreiner will auch Beratungsleistungen bündeln. "Es gibt viele kleine Einzelmaßnahmen, Förderprogramme und Projekte, aber kaum unabhängige Beratung aus einer Hand", sagt er. Der zertifizierte Energieberater ist mit seinem eigenen Ingenieurbüro schon lange im Geschäft.Mit Professor Johannes Weinig von der Fachhochschule Bielefeld und Bernd Hoffmann hat er sich jetzt zwei Partner ins Boot geholt, die sein Portfolio sinnvoll ergänzen sollen. Der Dachdeckermeister und Betriebswirt Bernd Hoffmann ist Spezialist für Photovoltaik-Anlagen.Weinigs Spezialgebiet hingegen sind Themen rund um die Wasserwirtschaft, er bringt zudem die Kontakte zum Campus und dem Forschungsschwerpunkt Bauen Energie Umwelt mit, sowohl was neuere Forschungsergebnisse angeht, als auch Studierende, die ihre theoretischen Kenntnisse in Projektarbeiten praktisch erproben wollen."Früher wurden hier Pferde gezüchtet, jetzt züchten wir hier Ingenieurs- und Handwerkernachwuchs", meint Schreiner augenzwinkernd. Und auch wenn sich das MTZ als Mittler zwischen Forschung, öffentlichen Institutionen und dem Markt sieht: Das Zentrum selbst ist strikt privatwirtschaftlich organisiert und nimmt bisher keine öffentlichen Gelder in Anspruch.Nur so gibt es die Freiheit, einfach mal zu machen, betont Prof. Weinig, im Hochschulbetrieb sei das halt oft anders.Der Standort direkt auf dem Campus der Mindener Fachhochschul-Dependance ist mit Bedacht gewählt. Der alte Pferdestall von 1895 stand lange leer, jetzt beherbergt das alte Gemäuer Seminar- und Büroräume (für die zum Teil noch passende Mieter gesucht werden) und fungiert gleichzeitig als Vorführobjekt.800000 Euro haben die MTZ-Teilhaber in die behutsame Sanierung und neue Gebäudetechnik gesteckt. "Viele glauben, denkmalgeschützte Bauten und Energieeffizienz gehen nicht zusammen, wir wollen hier das Gegenteil beweisen", sagt Schreiner.Nur zu gern erläutert er beim Rundgang, warum man alte Mauern nicht zwangsläufig kaputtdämmen muss, wie moderne Beleuchtungssysteme auch ohne Kabel funktionieren, wie das Haus auch mit einem relativ kleinen, eigenen Blockheizkraftwerk im Niedrigtemperaturbetrieb warm zu bekommen ist.Besondere Leistungen besonders gewürdigtSogar das alte Schlammabsetzbecken, das ein Galvanikbetrieb, der hier zwischenzeitlich angesiedelt war, hinterlassen hat, wird genutzt. Derzeit als Regenwasserreservoir, das unter anderem die Toilettenspülungen im Haus speist, bald soll eine Geothermie-Anlage hinzukommen.Bereits am vergangenen Mittwochnachmittag ist das MTZ mit einer Feierstunde offiziell in Betrieb genommen worden, am Samstag luden die Herren zum Tag der offenen Tür. "Wer baut, dem geht es gut und der will bleiben", sagte IHK-Geschäftsführer Karl-Ernst Hunting, der in seinem Grußwort besonders die Bedeutung der Baubranche für die Region herausstellte. "Und das Thema Energie ist allgegenwärtig."Und dann trat ein Mann auf die Bühne, dessen Namen in Minden mit dem Thema Bauen ganz fest verbunden ist: Wilfried Kampa.Er ist es, der in der Veranstaltung den Preis verleiht, den der Unternehmer vor exakt anderthalb Jahrzehnten ins Leben gerufen hat. 2014 geht er an Vanessa Grigat, die ihre von der Jury ausgezeichnete Arbeit vorstellt.Für herausragende Leistungen werden außerdem Anerkennungspreise verliehen. Diese gehen an Pia Lübbert, Tristan Gerling, Michael Werre, Christoph Winkelhake, Alexander Kiesner, Niklas Kleist, Michael Szymura und Sören Spanehl. "Sie alle haben besondere Leistungen gezeigt", sagt Johannes Weinig in seiner Laudatio, in der er auf die jeweiligen Arbeiten mit einigen Worten eingeht.

Nachwuchs büffelt im alten Stall

Minden (nec/cko). Energieeffizienz ist ein Schlagwort, bei dem sich nicht wenigen in der Baubranche die Nackenhaare aufstellen.

Vanessa Grigat stellt ihre Arbeit vor. - © Foto: Carsten Korfesmeyer
Vanessa Grigat stellt ihre Arbeit vor. - © Foto: Carsten Korfesmeyer

Der Markt entwickelt sich rasant und unübersichtlich, eine schwer verständliche Regulierung jagt die nächste - es ist nicht leicht, da Schritt zu halten, vor allem für kleine bis mittelständische Unternehmen, die es sich nicht leisten können, ständig einen Mitarbeiter für Fortbildungen freizustellen. In genau diese Marktlücke will das Campus Mindener Technologie-Zentrum (MTZ) vorstoßen.

Fortbildungen in hauseigener Akademie
Eine hauseigene Akademie soll künftig regelmäßig Fortbildungen anbieten. Und nicht nur das: MTZ-Gründer Uwe Schreiner will auch Beratungsleistungen bündeln. "Es gibt viele kleine Einzelmaßnahmen, Förderprogramme und Projekte, aber kaum unabhängige Beratung aus einer Hand", sagt er. Der zertifizierte Energieberater ist mit seinem eigenen Ingenieurbüro schon lange im Geschäft.

Mit Professor Johannes Weinig von der Fachhochschule Bielefeld und Bernd Hoffmann hat er sich jetzt zwei Partner ins Boot geholt, die sein Portfolio sinnvoll ergänzen sollen. Der Dachdeckermeister und Betriebswirt Bernd Hoffmann ist Spezialist für Photovoltaik-Anlagen.

Weinigs Spezialgebiet hingegen sind Themen rund um die Wasserwirtschaft, er bringt zudem die Kontakte zum Campus und dem Forschungsschwerpunkt Bauen Energie Umwelt mit, sowohl was neuere Forschungsergebnisse angeht, als auch Studierende, die ihre theoretischen Kenntnisse in Projektarbeiten praktisch erproben wollen.

"Früher wurden hier Pferde gezüchtet, jetzt züchten wir hier Ingenieurs- und Handwerkernachwuchs", meint Schreiner augenzwinkernd. Und auch wenn sich das MTZ als Mittler zwischen Forschung, öffentlichen Institutionen und dem Markt sieht: Das Zentrum selbst ist strikt privatwirtschaftlich organisiert und nimmt bisher keine öffentlichen Gelder in Anspruch.

Nur so gibt es die Freiheit, einfach mal zu machen, betont Prof. Weinig, im Hochschulbetrieb sei das halt oft anders.

Der Standort direkt auf dem Campus der Mindener Fachhochschul-Dependance ist mit Bedacht gewählt. Der alte Pferdestall von 1895 stand lange leer, jetzt beherbergt das alte Gemäuer Seminar- und Büroräume (für die zum Teil noch passende Mieter gesucht werden) und fungiert gleichzeitig als Vorführobjekt.

800000 Euro haben die MTZ-Teilhaber in die behutsame Sanierung und neue Gebäudetechnik gesteckt. "Viele glauben, denkmalgeschützte Bauten und Energieeffizienz gehen nicht zusammen, wir wollen hier das Gegenteil beweisen", sagt Schreiner.

Nur zu gern erläutert er beim Rundgang, warum man alte Mauern nicht zwangsläufig kaputtdämmen muss, wie moderne Beleuchtungssysteme auch ohne Kabel funktionieren, wie das Haus auch mit einem relativ kleinen, eigenen Blockheizkraftwerk im Niedrigtemperaturbetrieb warm zu bekommen ist.

Besondere Leistungen besonders gewürdigt
Sogar das alte Schlammabsetzbecken, das ein Galvanikbetrieb, der hier zwischenzeitlich angesiedelt war, hinterlassen hat, wird genutzt. Derzeit als Regenwasserreservoir, das unter anderem die Toilettenspülungen im Haus speist, bald soll eine Geothermie-Anlage hinzukommen.

Bereits am vergangenen Mittwochnachmittag ist das MTZ mit einer Feierstunde offiziell in Betrieb genommen worden, am Samstag luden die Herren zum Tag der offenen Tür. "Wer baut, dem geht es gut und der will bleiben", sagte IHK-Geschäftsführer Karl-Ernst Hunting, der in seinem Grußwort besonders die Bedeutung der Baubranche für die Region herausstellte. "Und das Thema Energie ist allgegenwärtig."

Und dann trat ein Mann auf die Bühne, dessen Namen in Minden mit dem Thema Bauen ganz fest verbunden ist: Wilfried Kampa.

Er ist es, der in der Veranstaltung den Preis verleiht, den der Unternehmer vor exakt anderthalb Jahrzehnten ins Leben gerufen hat. 2014 geht er an Vanessa Grigat, die ihre von der Jury ausgezeichnete Arbeit vorstellt.

Für herausragende Leistungen werden außerdem Anerkennungspreise verliehen. Diese gehen an Pia Lübbert, Tristan Gerling, Michael Werre, Christoph Winkelhake, Alexander Kiesner, Niklas Kleist, Michael Szymura und Sören Spanehl. "Sie alle haben besondere Leistungen gezeigt", sagt Johannes Weinig in seiner Laudatio, in der er auf die jeweiligen Arbeiten mit einigen Worten eingeht.

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