Zur 800-Jahr-Feier erstrahlt St. Simeonis in Minden innen in reinem Weiß Alte Kirche erhält neuen Anstrich / Gerüst aufgebaut Von Jürgen Langenkämper Minden (mt). Rechtzeitig zu ihrem 800-jährigen Bestehen wird die St. Simeoniskirche herausgeputzt. Im Innenraum der kleinen Pfarrkirche werden in den nächsten Wochen die Wände bis in die Kuppel hinauf weiß gestrichen. Am Dienstag wurde ein Gerüst aufgebaut. "Seit fünf Jahren ist der untere Bereich der Wände bereits in Eigenleistung von Ehrenamtlichen neu gestrichen worden", erläuterte Rolf Hormann, Bauberater beim Kirchenkreis Minden. Je höher es ging, desto schwieriger wurde es für Marita Zillmann, stellvertretende Vorsitzende des Kuratoriums St. Simeonis, das sich um den Erhalt der Offenen Kirche bemüht.Hormann wusste einen Ausweg. Er schaltete Tim Gläser ein, der im Auftrag der St. Mariengemeinde Restaurierungsarbeiten an der Außenfassade der Stiftskirche ausführt. Während des Winters muss diese Tätigkeit aber ruhen. Stattdessen hat der Maurer bei winterlichen Temperaturen Zeit, in St. Simeonis ein Gerüst aufzubauen und den Neuanstrich in luftiger Höhe fortzusetzen.Für spezielle Arbeiten muss der Kirchenkreis als Kostenträger der kleinen Kirche ohne eigenen Pfarrbezirk einen professionellen Restaurator beauftragen - in Abstimmung mit der Denkmalpflege. Denn in den Kuppeln gibt es noch Ausmalungen, Überreste der ehemals üppigen Verzierungen. Für deren Restaurierung sind spezielle Kenntnisse, Vorgehensweisen und auch Farben erforderlich. "Gerade habe ich das Angebot eines Restaurators aus Paderborn erhalten", sagte Hormann, ohne die Kosten zu beziffern, weil noch die Genehmigung des Kirchenkreises nötig ist.Die Sanierung der Wände soll in vier bis sechs Wochen abgeschlossen sein. Denn ab März ist die Orgel an der Reihe. Zumindest eine Reinigung ist nach den staubigen Arbeiten am Putz dringend erforderlich. Vorsichtshalber ist das Taufbecken vorübergehend abgebaut worden.Die letzte größere Sanierung des Innenraums liegt 50 Jahre zurück. 1963/64 waren die von 1912 stammenden üppigen Verzierungen weiß übertüncht worden. 800 Jahre St. SimeonisDie Offene Kirche St. Simonis feiert am Sonntag, 1. Juni 2014, ihr 800-jähriges Bestehen. Geweiht wurde die Kirche am 1. Juni 1214, dem Tag des hl. Simeon von Trier, durch Bischof Konrad I. (1209-1236). Am 21. Dezember 1434 gestattete Bischof Wulbrand (1406-1436) dem Benediktinerkloster St. Mauritius die Verlegung an die Pfarrkirche St. Simeon. Am Sonntag vor Michaelis (29. September) im Jahr 1529 hielt der Benediktinermönch Heinrich Traphagen eine lutherische Predigt in St. Simeonis. Während des Dreißigjährigen und des Siebenjährigen Krieges dient die Kirche von 1629 bis 1634 und von 1757 bis 1763 als Lazarett. Von 1796 bis 1801 wurde die Kirche als Kornmagazin genutzt. (lkp)

Zur 800-Jahr-Feier erstrahlt St. Simeonis in Minden innen in reinem Weiß

Minden (mt). Rechtzeitig zu ihrem 800-jährigen Bestehen wird die St. Simeoniskirche herausgeputzt. Im Innenraum der kleinen Pfarrkirche werden in den nächsten Wochen die Wände bis in die Kuppel hinauf weiß gestrichen.

Gerüst errichtet: Auch die Kuppeln im Innenraum der St. Simeoniskirche werden neu getüncht. - © Fotos: Alfred Loschen
Gerüst errichtet: Auch die Kuppeln im Innenraum der St. Simeoniskirche werden neu getüncht. - © Fotos: Alfred Loschen

Am Dienstag wurde ein Gerüst aufgebaut. "Seit fünf Jahren ist der untere Bereich der Wände bereits in Eigenleistung von Ehrenamtlichen neu gestrichen worden", erläuterte Rolf Hormann, Bauberater beim Kirchenkreis Minden. Je höher es ging, desto schwieriger wurde es für Marita Zillmann, stellvertretende Vorsitzende des Kuratoriums St. Simeonis, das sich um den Erhalt der Offenen Kirche bemüht.

Hormann wusste einen Ausweg. Er schaltete Tim Gläser ein, der im Auftrag der St. Mariengemeinde Restaurierungsarbeiten an der Außenfassade der Stiftskirche ausführt. Während des Winters muss diese Tätigkeit aber ruhen. Stattdessen hat der Maurer bei winterlichen Temperaturen Zeit, in St. Simeonis ein Gerüst aufzubauen und den Neuanstrich in luftiger Höhe fortzusetzen.

Für spezielle Arbeiten muss der Kirchenkreis als Kostenträger der kleinen Kirche ohne eigenen Pfarrbezirk einen professionellen Restaurator beauftragen - in Abstimmung mit der Denkmalpflege. Denn in den Kuppeln gibt es noch Ausmalungen, Überreste der ehemals üppigen Verzierungen. Für deren Restaurierung sind spezielle Kenntnisse, Vorgehensweisen und auch Farben erforderlich. "Gerade habe ich das Angebot eines Restaurators aus Paderborn erhalten", sagte Hormann, ohne die Kosten zu beziffern, weil noch die Genehmigung des Kirchenkreises nötig ist.

Überreste der Bemalung: Bis Anfang der 60er-Jahre war der Innenraum reich verziert.
Überreste der Bemalung: Bis Anfang der 60er-Jahre war der Innenraum reich verziert.

Die Sanierung der Wände soll in vier bis sechs Wochen abgeschlossen sein. Denn ab März ist die Orgel an der Reihe. Zumindest eine Reinigung ist nach den staubigen Arbeiten am Putz dringend erforderlich. Vorsichtshalber ist das Taufbecken vorübergehend abgebaut worden.

Die letzte größere Sanierung des Innenraums liegt 50 Jahre zurück. 1963/64 waren die von 1912 stammenden üppigen Verzierungen weiß übertüncht worden.

800 Jahre St. Simeonis
Die Offene Kirche St. Simonis feiert am Sonntag, 1. Juni 2014, ihr 800-jähriges Bestehen.

Im Stil der Zeit: 1912 wurde der Innenraum opulent verziert. - © Repro: Loschen
Im Stil der Zeit: 1912 wurde der Innenraum opulent verziert. - © Repro: Loschen

Geweiht wurde die Kirche am 1. Juni 1214, dem Tag des hl. Simeon von Trier, durch Bischof Konrad I. (1209-1236).


Am 21. Dezember 1434 gestattete Bischof Wulbrand (1406-1436) dem Benediktinerkloster St. Mauritius die Verlegung an die Pfarrkirche St. Simeon.


Am Sonntag vor Michaelis (29. September) im Jahr 1529 hielt der Benediktinermönch Heinrich Traphagen eine lutherische Predigt in St. Simeonis.


Während des Dreißigjährigen und des Siebenjährigen Krieges dient die Kirche von 1629 bis 1634 und von 1757 bis 1763 als Lazarett.


Von 1796 bis 1801 wurde die Kirche als Kornmagazin genutzt. (lkp)

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