Zurückgeblättert: Ein notwendiger Hinweis Benjamin Piel Am Freitag erschien ein Anzeigen-Format im – oder besser: vorm – MT, das Anlass zu reichlich Kritik gab. Auf einer sogenannten „falschen Titelseite“, die der eigentlichen Frontseite im Halbcover vorgeschaltet war, präsentierte sich der Mindener CDU-Bürgermeisterkandidat Dr. Konrad Winckler. Nun ist ein solches Werbeformat zwar selten, aber nicht so ungewöhnlich, dass es an sich schon kritikwürdig wäre. Was viele Menschen gestört hat, war der fehlende Hinweis „Anzeige“ über der CDU-Wahlwerbung. Um es gleich zu sagen: Das war ein Fehler, für den ich mich ausdrücklich entschuldige. Der Anzeigenhinweis hätte auf die Seite gehört, um zu unterstreichen, worum es sich handelt. „Die Anzeige ist als solche nicht gekennzeichnet und damit meines Erachtens ein Verstoß gegen das Presserecht“, schrieb ein Leser. Auch diesen Anwurf kann ich verstehen, teile ihn in dieser Form allerdings nicht. Denn im NRW-Pressegesetz gibt es einen eigenen Paragrafen zur „Kennzeichnung entgeltlicher Veröffentlichung“. Darin heißt es: „Hat der Verleger (...) eines periodischen Druckwerks für eine Veröffentlichung ein Entgelt erhalten (...), so muss diese Veröffentlichung, soweit sie nicht schon durch Anordnung und Gestaltung allgemein als Anzeige zu erkennen ist, deutlich mit dem Wort ,Anzeige' bezeichnet werden.“ Im Falle der CDU-Anzeige war deutlich zu erkennen, dass es sich um eine Werbefläche handelt. Ein Verstoß gegen das Presserecht liegt nach dem Buchstaben des Gesetztes also nicht vor. Das kann aber nicht über den großen Mangel an Sensibilität hinwegtäuschen, den wir uns vorwerfen lassen müssen. Über Wahlwerbung sollte prinzipiell immer „Anzeige“ stehen, um klarzumachen, dass es sich nicht um einen redaktionellen Inhalt handelt. Auf der Titelseite hätten wir das doppelt und dreifach sicherstellen müssen.

Zurückgeblättert: Ein notwendiger Hinweis

Am Freitag erschien ein Anzeigen-Format im – oder besser: vorm – MT, das Anlass zu reichlich Kritik gab. Auf einer sogenannten „falschen Titelseite“, die der eigentlichen Frontseite im Halbcover vorgeschaltet war, präsentierte sich der Mindener CDU-Bürgermeisterkandidat Dr. Konrad Winckler.

Nun ist ein solches Werbeformat zwar selten, aber nicht so ungewöhnlich, dass es an sich schon kritikwürdig wäre. Was viele Menschen gestört hat, war der fehlende Hinweis „Anzeige“ über der CDU-Wahlwerbung. Um es gleich zu sagen: Das war ein Fehler, für den ich mich ausdrücklich entschuldige. Der Anzeigenhinweis hätte auf die Seite gehört, um zu unterstreichen, worum es sich handelt.

„Die Anzeige ist als solche nicht gekennzeichnet und damit meines Erachtens ein Verstoß gegen das Presserecht“, schrieb ein Leser. Auch diesen Anwurf kann ich verstehen, teile ihn in dieser Form allerdings nicht. Denn im NRW-Pressegesetz gibt es einen eigenen Paragrafen zur „Kennzeichnung entgeltlicher Veröffentlichung“. Darin heißt es: „Hat der Verleger (...) eines periodischen Druckwerks für eine Veröffentlichung ein Entgelt erhalten (...), so muss diese Veröffentlichung, soweit sie nicht schon durch Anordnung und Gestaltung allgemein als Anzeige zu erkennen ist, deutlich mit dem Wort ,Anzeige' bezeichnet werden.“ Im Falle der CDU-Anzeige war deutlich zu erkennen, dass es sich um eine Werbefläche handelt. Ein Verstoß gegen das Presserecht liegt nach dem Buchstaben des Gesetztes also nicht vor.

Das kann aber nicht über den großen Mangel an Sensibilität hinwegtäuschen, den wir uns vorwerfen lassen müssen. Über Wahlwerbung sollte prinzipiell immer „Anzeige“ stehen, um klarzumachen, dass es sich nicht um einen redaktionellen Inhalt handelt. Auf der Titelseite hätten wir das doppelt und dreifach sicherstellen müssen.

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