Standpunkt zur Kampa-Halle: Die perfekte Verwirrung Benjamin Piel Die ohnehin absurde Geschichte rund um die Kampa-Halle ist um ein merkwürdiges Kapitel reicher. Wobei Reichtum in diesem Zusammenhang das falsche Wort ist. Vielmehr ist es bedauerlich, dass dem undurchschaubaren Wirrwarr eine weitere Steigerung hinzugefügt wurde. Wo man doch eigentlich gedacht hatte, es gehe nicht mehr schlimmer. Es ging dann doch. Reiner Zufall war das allerdings nicht. Denn ein alter Bekannter erschien auf der Bildfläche – und das wirft Fragen auf. Die Stadt Minden hatte als Bauaufsicht die Halle am Freitag vor einer Woche erneut geschlossen und das mit einer möglicherweise nicht gegebenen Betriebssicherheit begründet. Am Dienstag war die Schließung dann wieder aufgehoben worden. Vorangegangen war die Nachfrage „eines Veranstalters“, wie es hieß, zu Rahmenbedingungen, die bei Veranstaltungen gelten. Es war allerdings nicht irgendein Veranstalter, der sich da gemeldet hatte, sondern der im Kontext Kampa-Halle bestens bekannte Martin Möller. Zur Erinnerung: Das war derjenige, der monatelang in der Diskussion um die Schließung mitgemischt und die Position vertreten hatte, die Halle sei leicht wieder zu öffnen (womit er letztlich Recht behielt). Schräg ist allerdings, dass ausgerechnet jener Möller nun für die vorübergehende Schließung sorgte. Denn er stellte nicht nur die Anfrage, sondern leitete die Antwort der Kreisverwaltung auch gleich an die Stadt als Aufsichtsbehörde weiter und womöglich auch an die Staatsanwaltschaft. Das wirft Fragen auf. Zu beantworten sind die nicht, denn alle Beteiligten schweigen sich aus. Aber aufgeworfen gehören die Punkte trotzdem. Plante Möller eine Veranstaltung in der Halle? Oder ging es ihm darum, genau das zu erreichen, was am Ende übrig blieb – Verwirrung? Wie kann es sein, dass der für die schnelle Öffnung der Halle eingetretene Möller nun, da die Halle wieder am Netz ist, durchblicken lässt, dass er die geöffnete Halle für eine Gefahr hält? Wieso will er sich mit keiner Aussage zu dem Thema zitieren lassen? Und vor allem: Warum ist er auf Nachfrage nicht bereit, den Mailverkehr zu zeigen? Sollte es sich um ein Verwirrspiel handeln, gehört dazu allerdings auch einer, der darauf hereinfällt. In dem Fall wären es dann sogar zwei gewesen: Kreis- und Stadtverwaltung. Erstere hat sich ausgerechnet gegenüber Möller mindestens missverständlich ausgedrückt – wo sie doch hätte jedes Wort auf die Goldwaage legen müssen angesichts des Empfängers. Und die Stadt Minden ließ die Nachricht offenbar erstmal liegen, sodass nicht mehr genug Zeit blieb, um sich mit der Kreisverwaltung als Betreiber der Halle ins Benehmen zu setzen. Sollte es in diesem Spiel einen Verwirrer gegeben haben, dann gab es auch zwei Verwirrte – und ein entsprechendes Ergebnis.

Standpunkt zur Kampa-Halle: Die perfekte Verwirrung

© Foto: Noah Wedel

Die ohnehin absurde Geschichte rund um die Kampa-Halle ist um ein merkwürdiges Kapitel reicher. Wobei Reichtum in diesem Zusammenhang das falsche Wort ist. Vielmehr ist es bedauerlich, dass dem undurchschaubaren Wirrwarr eine weitere Steigerung hinzugefügt wurde. Wo man doch eigentlich gedacht hatte, es gehe nicht mehr schlimmer. Es ging dann doch. Reiner Zufall war das allerdings nicht. Denn ein alter Bekannter erschien auf der Bildfläche – und das wirft Fragen auf.

Die Stadt Minden hatte als Bauaufsicht die Halle am Freitag vor einer Woche erneut geschlossen und das mit einer möglicherweise nicht gegebenen Betriebssicherheit begründet. Am Dienstag war die Schließung dann wieder aufgehoben worden. Vorangegangen war die Nachfrage „eines Veranstalters“, wie es hieß, zu Rahmenbedingungen, die bei Veranstaltungen gelten.

Es war allerdings nicht irgendein Veranstalter, der sich da gemeldet hatte, sondern der im Kontext Kampa-Halle bestens bekannte Martin Möller. Zur Erinnerung: Das war derjenige, der monatelang in der Diskussion um die Schließung mitgemischt und die Position vertreten hatte, die Halle sei leicht wieder zu öffnen (womit er letztlich Recht behielt). Schräg ist allerdings, dass ausgerechnet jener Möller nun für die vorübergehende Schließung sorgte. Denn er stellte nicht nur die Anfrage, sondern leitete die Antwort der Kreisverwaltung auch gleich an die Stadt als Aufsichtsbehörde weiter und womöglich auch an die Staatsanwaltschaft.

Das wirft Fragen auf. Zu beantworten sind die nicht, denn alle Beteiligten schweigen sich aus. Aber aufgeworfen gehören die Punkte trotzdem. Plante Möller eine Veranstaltung in der Halle? Oder ging es ihm darum, genau das zu erreichen, was am Ende übrig blieb – Verwirrung? Wie kann es sein, dass der für die schnelle Öffnung der Halle eingetretene Möller nun, da die Halle wieder am Netz ist, durchblicken lässt, dass er die geöffnete Halle für eine Gefahr hält? Wieso will er sich mit keiner Aussage zu dem Thema zitieren lassen? Und vor allem: Warum ist er auf Nachfrage nicht bereit, den Mailverkehr zu zeigen?

Sollte es sich um ein Verwirrspiel handeln, gehört dazu allerdings auch einer, der darauf hereinfällt. In dem Fall wären es dann sogar zwei gewesen: Kreis- und Stadtverwaltung. Erstere hat sich ausgerechnet gegenüber Möller mindestens missverständlich ausgedrückt – wo sie doch hätte jedes Wort auf die Goldwaage legen müssen angesichts des Empfängers. Und die Stadt Minden ließ die Nachricht offenbar erstmal liegen, sodass nicht mehr genug Zeit blieb, um sich mit der Kreisverwaltung als Betreiber der Halle ins Benehmen zu setzen.

Sollte es in diesem Spiel einen Verwirrer gegeben haben, dann gab es auch zwei Verwirrte – und ein entsprechendes Ergebnis.

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